Schlagwort: bayern

kroatienlogs #1: hinfahrt

man sagt, man vermisse das am wenigsten, was man am meisten hat. europa zum beispiel. es ist möglich, kreuz und quer über den kontinent zu reisen ohne eine einzige grenzkontrolle. ohne visa, ruppigen beamten und durchsuchungen. die einheitliche währung und ein gemeinsamer wirtschaftsraum sind heute nicht mehr wegzudenken. vor gut 25 jahren sah das noch ganz anders aus. die bürokratie in brüssel, die heterogene außenpolitik der europäischen regierungen, die faschistische einwanderungspolitik, die innereuropäischen wirtschaftsprobleme sollen, so elementar und wichtig sie auch sind, ein andernmal thema sein. konzentrieren wir uns heute und in den folgenden tagen auf kultur, länder und leute. SAM_4441 SAM_4447 bayern fühlte sich an wie bayern sich anfühlen will. weil die reise nach kroation in einem tag zu beschwerlich gewesen wäre, haben wir am chiemsee übernachtet. zu sehen gabs nicht viel, außer dem drohenden alpenmassiv. am nächsten tag gings ganz früh weiter richtung villach in österreich. die vignetten hatten wir uns vorher besorgt. SAM_4453 SAM_4471 SAM_4469 SAM_4486 SAM_4475 es folgte eine tour de force über die alpen mit dickem stau, ewigen tunneln und nervigem regen. die tauernautobahn und der karawankentunnel waren hoffnungslos verstopft, ganz nordeuropa zog es in den süden. wir haben viel zeit in den alpen verbracht ohne auszusteigen oder die schönheit des massivs zu bewundern. wahrscheinlich ist man vor hundert jahren schneller über dieses gebirge gekommen. SAM_4493 durch slowenien sind wir durchgefahren, da hat es auch nur geregnet. an der grenze zu kroation dann die überraschung: obwohl seit 2013 EU-mitglied, gibt es noch grenzkontrollen. ungewohnt zwar, aber die beamten hatten nur einen müden blick für die ausweise. nach 11 stunden fahrt für rund 500 km waren wir zu kaputt, um noch irgendwas anzuschauen.

Herr Bruno Is Having a Picnic, but He’s No Teddy Bear*

[*die überschrift hab ich von der NYT geklaut, ich arsch] three bears down im bärliner nikolaiviertel (Mai 2006) gestern vor fünf jahren musste JJ1 sterben, besser bekannt als problembär bruno. neben der stoiberschen rede und den damaligen forderungen der boulevardpresse gibt es noch viele weitere geschichten drumherum, die sehr detailreich und spannend bei wikipedia stehen. inklusive elchhunden, vergrämung, literarischer verwertung und noch mehr kuriosem. alles bei wikipedia nachzulesen.

Der Roibergehilfe meldet sich zurück

So, endlich wieder in Berlin. Was habe ich diesen Krach, diesen Dreck und den Gestank vermisst. Am Donnerstag nach der Arbeit habe ich bei Sixt einen Golf abgeholt und mich auf den Weg gemacht. Auf nach Bayern, zu meinen Eltern. 2 Uhr nachts war ich da. In einem kleinen Dorf, wo alles ruhig und spießbürgerlich ist. Bei dieser Ruhe kann man nichtmal richtig schlafen, weil einfach der Krach im Hintergrund fehlt1. Am Freitag dann essen gehen. Da merkt man erstmal wieder wie toll Berlin doch ist, wenn man kilometerweit laufen muss um zur nächsten Kneipe zu kommen und auf dem Weg sieht man Mittags um eins nur 2 andere Leute. Aber dafür schmeckt das Essen. Es gab ganz klassisch Gans. Eine Riesenportion, die sogar mich satt gemacht hat. Der Weg zurück, bergauf und mit vollgefressenem Magen hat echt keinen Spaß gemacht. Um die Zeit bis zum großen Geschenkeverteilen zu überbrücken wurden ein paar Gesellschaftsspiele gespielt. Alle waren mit Ihren Geschenken zufrieden, alle haben sich gefreut. So soll es sein. An den nächsten beiden Tagen haben wir dann noch die Großeltern besucht, noch mehr Spiele gespielt, uns die Bäuche mit leckerem Essen vollgeschlagen, rumgegammelt – was man halt so macht. Gestern dann wieder zurück, über die zugeschneite Autobahn. Irgendwie stressig, aber trotzdem mal wieder schön. Ich hoffe ihr hattet auch alle angenehme Weihnachten.

  1. meine schnarchende Schwester zählt nicht []

der freundliche, aber unentschlossene roiber:

in ansbach, mittelfranken ist alles ein bisschen ruhiger, weniger hektisch als in einer großstadt. da darf es nicht verwundern, wenn selbst die verbrecher eher gemütlich sind:
„Hinter zwei Kundinnen, die gerade mit einer Verkäuferin im Gespräch waren, äußerte er eher beiläufig das Wort „Überfall“. Da der Mann weder bewaffnet noch maskiert war, fragte ihn der ebenfalls anwesende Geschäftsinhaber nach seinen Forderungen. Ohne weitere Drohungen auszusprechen bat der vermeintliche Täter um ein paar Juwelen.“ (polizeibericht nordbayern)

warum subventionen abgeschafft gehören

jetzt mal ganz langsam, das waren ein bisschen viel informationen auf einmal. die EU will klagen gegen deutschland, weil die liste der agrarsubventionen nicht vollständig ist. die wiederum ist nun veröffentlicht, da fehlen aber die gelder, die bayerische betriebe empfangen haben. warum die sich sperren, kann ich gar nicht so recht sagen. womöglich stehen die gründe in der rede des Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner im Bayerischen Landtag am 27. Mai 2009. die will ich mir aber gerade nicht antun. immerhin erfahren wir auf seiner seite, was analogkäse eigentlich ist. das bringt uns aber nicht weiter. viel wichtiger ist das anliegen, agrarsubvention ganz abzuschaffen. an dieser stelle steht, warum das konkret beim thema milch totaler irrsinn ist und sofort gestoppt werden muss:
Weltweit fallen die Milchpreise ins Bodenlose. Hunderttausende Milchbauern stehen vor dem Aus – bei uns und in den Ländern des Südens. Mit Exportsubventionen liefern sich EU und USA einen Dumping-Wettlauf um Weltmarktanteile. Jetzt will Ilse Aigner die Subventionen auch noch erhöhen! (quelle)
überhaupt, subventionen! gehören abgeschafft, kann man doch nachlesen in jedem vwl-buch, dass es da nur verlierer gibt und ganz wenige gewinner (meist die falschen). ich empfehle zum einstieg den eher kritischen wikipedia-eintrag. wäre es nicht so bitter, dann wäre es vermutlich witzig: der hauptnutznießer der EU-gelder, der zuckerkonzern südzucker schreibt aktuell auf seiner homepage:
Das langfristig angelegte Geschäftsmodell des Südzucker-Konzerns hat auch in Phasen struktureller Umbrüche und konjunktureller Schwäche insgesamt Stärke bewiesen. […] Der Zuwachs des operativen Ergebnisses stammt im Wesentlichen aus dem Segment Zucker. […] Das Ergebnis je Aktie […] beinhaltet auch den Einmaleffekt aus der EU-Umstrukturierungsbeihilfe im Zuge der Zucker-Quotenrückgabe der zweiten Welle im März 2008.
das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen. und auch wenn ich mir jetzt den vorwurf der polemik anhören muss: unsere steuergelder fließen im wesentlichen an große konzerne, die weder auf nachhaltige landwirtschaft noch auf sonst irgendwas ökologisches setzen. im gegenteil, der größte gewinner ist ein zuckerkonzern. und zucker sollte wirklich nicht mehr gefördert werden. zu diesem thema bitte hier entlang.