Kategoriemusik

venire contra factum proprium

als mäßig heranwachsender klaute ich mal in einem schäbigen plattenladen eine kassette. es war mitte neunziger und teil einer bösartigen mutprobe. böse, weil die anderen mich trotz erfolg nicht in ihre bande ließen. das corpus delicti – eine hastig eingesteckte kassette – fiel mir letztens beim aufräumen wieder in die hände:

tatsächlich habe ich sie nach dem raub oft gehört – wohl eher aus ermanglung an besserer musik als aus wahrem interesse. eingängiger synthiepop mit unverständlichem italienischem gesang

vorher hatte ich noch was gehört von der band. und der typo ist wohl keiner.

kürzlich las ich in einem renomierten magazin für popkultur und meinung einen artikel über die geschichte des duos. und frage mich, ob wir jemals wieder was hören werden von Federico Milano und Friedrich Brieselang?

I’m gonna send him to outer space, find another race
I’ll take your brain to another dimension
Pay close attention

Keith Charles Flint (1969 – 2019)

Where’s the revolution

Words are very unnecessary
They can only do harm

Vergangenen Freitag in der Atlas Arena in Lodz (Pl) waren wir bei Depeche Mode. Gute zwei Stunden haben die Briten gespielt und es war sehr gut.

Will you let the morning come soon
Or will you leave me lying here

Depeche Mode war immer schon da für mich, es gab keine Zeit ohne die Band. Im Laufe der Zeit traf ich eingefleischte Fans, den CB-Funker, Kati aus der Clique und die Dunklen an der Uni. Im Radio und in den Clubs liefen die Lieder so regelmäßig, dass sie inzwischen im kollektiven Gedächtnis sitzen.

Lift up the receiver
I’ll make you a believer

Live muss man das gesehen haben, eine perfekte Show mit satten Beats, klarem Klang und extra produzierten Videos auf der Leinwand im Hintergrund. Die inzwischen knapp Sechzigjährigen liefern, Dave Gahan turnt und schwitzt, Martin Gore singt ab und zu. Das nicht mehr ganz so junge Publikum geht ab. Es wird sie auch in zwanzig Jahren noch geben – kein Zweifel, zeitlos.

Where’s the revolution
Come on, people
You’re letting me down
Where’s the revolution
Come on, people
You’re letting me down

Filmkritik: Amy – The Girl Behind the Name (2015)

beieindruckende doku über das werden und vergehen einer ganz großen. der film bedinet sich zahlreicher originalaufnahmen und verzichtet weitgehend auf retroperspektivische erinnerungen ehemaliger weggefährten. viel musik, viele o-töne, auch von freunden. beleuchtet wird die rolle des vaters, des ehemanns und natürlich der medien. teilweise fehlte mir der backround – so gut kenne ich mich nicht aus. aber das ist nicht weiter dramatisch. ihre selbstzertörung erlebt man hautnah mit, erst war die musik ihr ventil, dann kamen die drogen und letztendlich konnte sie keiner retten. atmosphärisch dicht und unbedingt empfehlenswert.

DANCE ME TO THE END OF LOVE

Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic 'til I'm gathered safely in
Lift me like an olive branch and be my homeward dove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Oh let me see your beauty when the witnesses are gone
Let me feel you moving like they do in Babylon
Show me slowly what I only know the limits of
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Dance me to the wedding now, dance me on and on
Dance me very tenderly and dance me very long
We're both of us beneath our love, we're both of us above
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love

Dance me to the children who are asking to be born
Dance me through the curtains that our kisses have outworn
Raise a tent of shelter now, though every thread is torn
Dance me to the end of love

Dance me to your beauty with a burning violin
Dance me through the panic till I'm gathered safely in
Touch me with your naked hand or touch me with your glove
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love
Dance me to the end of love