totale von schräg oben. man sieht einen mann vor einem rechner sitzend. schütteres haar, nachlässig gekleidet. das zimmer ist klein und nicht sehr aufgeräumt. neben dem monitor dampft ein kaffee, zwischen seinen zähnen klemmt eine brennende zigarette. seine augen kneift er verbissen zusammen. der rauch steigt ihm in die augen. im hintergrund leise musik.

stimme aus dem off: man müsste mal wieder was bloggen, seit fast einer woche nun funkstille hier.

die kamera fängt nun langsam an zu rotieren und zoomt weich auf den monitor. man sieht einen cursor in einem ansonsten leeren textfeld blinken.

stimme: themen gibts schließlich genug.

kamera huscht flüchtig über ein voll gekritzeltes notizbuch. dann nahaufnahme seines gesichts. schmerzverzerrt. zu einer grimasse entstellt.

mann: über den bayerntrojaner oder über kurt beck im allgemeinen oder herrn gravenreuth im speziellen.

cut. finger huschen über die tastatur. das klacken wird lauter. dann wieder stille. die hände bleiben auf den tasten und verkrampfen sich zu fäusten.

stimme aus dem off: oder mal wieder ein video posten. der bildzeitung richtig eins auswischen…

die kamera wandert langsam durch zimmer, zeigt dabei verschiedene details in nahaufnahme. alltägliche gegenstände, die verstreut auf dem boden liegen.

stimme aus dem off: oder mal wieder was aus meinem leben erzählen, es gibt doch eigentlich soviel zu berichten.

kamera rotiert jetzt mitten im raum wird schneller, die musik wird lauter. ab und zu sieht man den mann, er krümmt sich vor seinem monitor, sackt nun zusammen, fällt seitlich vom stuhl. bleibt reglos liegen. das bild wird schwarz.

stimme: oder einfach mal nichts sagen. ist manchmal auch besser so.

8 thoughts on “geschichten aus dem nichts

  1. ich finds auch geil geschrieben! wollte noch was zum bildblog video sagen. an sich ist das eine nette idee, jemanden mit der kamera hinter bildchef hinterherzuschicken! allerdings tun sie sich da keinen gefallen wenn sie da einen jungspund nehmen! diekmann redet den armen kleinen doch in grund und boden wenn er will!

  2. Das finde ich sehr gut gebloggt. Wirklich sehr gut. Im Wochendendteil der SZ gibt's doch so 'modernes Theater' – daran erinnert mich das, wenn's nur nicht so extrem pixelroiberig geschrieben wäre.

  3. naja, in der „stellungsnahme“ phrast er ja denselben mist, den er auch schon auf dem podium von sich gab. aber die idee, billig videokameras zu verticken, um so eigenen content geliefert zu bekommen (für lau), ist schon genial. als nächstes verteilt die polizei messer und pistolen…

  4. ein schöner vergleich, pixelroiber.

    aber bähwatfies hat der diekmann glibsch-haare… da kann man gar nicht hingucken, aber hinhören eben auch nicht (so viel ähähäh in einem satz).

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