bin gerade ein paar tage zuhause gewesen. klingt absurd. also anders: bin gerade für ein paar tage in der heimat gewesen. klingt schon besser. heimat ist wohl meist dort, wo man aufgewachsen ist. seinen ersten rülpser getan, sein erstes bier getrunken und das erste mal händchen gehalten hat. ob man später irgendwann zurück in die heimat will, hängt stark von einem selbst ab und ist keine hinreichende bedingung für heimatgefühl.
mir jedenfalls reichen ein paar tage im jahr. aber dafür kommen dann die erinnerung umso konzentrierter und plötzlicher wieder und scheinen einen zu erschlagen. man färt mit dem auto über die dörfer ( bin ja eher so der provinz-heini ) und entdeckt die stellen, mit denen man erinnerungen verbindet. dabei werde ich immer ein bisschen melancholisch, nachdenklich und schweige erstmal mürrisch vor mich hin.
anderseits ist es auch witzig, in den alten trott zu verfallen. zu sehen, wie verinnerlicht die früheren denkstrukturen eigentlich immer noch sind. da habe ich ernstlich überlegt, mir ein auto zuzulegen! so ein quatsch. oder im elterlichen haus abends heimlich am fenster zu rauchen. wie aufregend! den nachbarn zu grüßen und einen smalltalk nach streng festgelegten regeln zu halten ( in berlin gibts dafür was auf die fresse ).
überhaupt die menschen, die offenbar noch genauso leben wie vor ein paar jahren. die zurückgebliebenen. die es nicht geschafft haben. oder wollten sie es nur nicht? kann ja nicht jeder wegziehen. wird ja dann nur voll irgendwo und irgendwo anders leer. so ganz logisch gedacht.
warum ist das nur so? woran liegt das wohl und geht es den geneigten lesern da genauso?

9 thoughts on “heimatreise

  1. geht es. wenn ich die leute daheim treffe tun sie mir fast immer ein wenig leid und für den gedanken mag ich mich dann auch nicht besonders da die so halt anscheinend happy und zufrieden sind und das ist ja letztlich das wichtigste.

  2. ich komme nicht aus der finstersten provinz, aber mir wird da immer ganz eng. in der stadt, wo ich zur schule gegangen bin, bin ich gerne mal wieder, das fühlt sich eher angenehm wie früher an. mit nachbarn hab ich nie geredet…

  3. nich jemanden – mich!

    wie oft redest du denn mit deinen nachbarn? erzähl mal! und sag nicht die aus der 32 wären deine nachbarn! das zählt nich!

  4. na, in berlin ist das eher selten. man sagt sich hallo, man grinst sich blöde an. das wars dann auch. oft regt sich auch der nachbar von unten auf weil er mit der lautstärke von oben unzufrieden ist.
    ich meinte aber in der heimat. da bleiben die nachbarn nachbarn auf lebenszeiten. da weiß man alles über sich, auch wenn man das manchmal garnicht will. und so perfektioniert sich ein smalltalk… so halt.
    und übrigens: willst du auch hier mitschreiben? dann darfst du auch kommentare löschen….

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