es folgen fragmente der erinnerung, nicht sonderlich literarisch, eher ein dokument der rekonstruktion, ein versuch, mehr nicht. alles begann schon einen abend zuvor. endlich mal wieder mit b. alleine einen abend verbringen, dabei etwas zuviel getrunken und gequatscht. samstag dann viel zu früh aufgestanden, der kopf war schwer den ganzen tag. abends die lang angekündigte fete. und fete schreib‘ ich, weils so schön altbacken klingt. egal. jedenfalls wurde nicht geburtstag oder einzug gefeiert, sondern einfach so.

ich hole i. und a. ab. es liegt auf dem weg und außerdem ist man ja befreundet. ein club mate soll mich von kopfschmerz und anfallender müdigkeit befreien und tut es – wie erwartet – nicht. sieht aber in der samstagabendlichen ubahnfahrt durch mitte unheimlich schnieke aus und beeindruckt vielleicht westdeutsche touristen. antikonformität durch konsumterror, auch eine berliner überlebensstrategie. am alex in die sbahn, mit all‘ den partypeoples richtung friedrichshain. warschauer aussteigen, wo sonst?, man will ja wer sein. voll dort, ein eisiger wind weht über die brücke. nicht weit und wir sind da. die kollegen, ein freund aus brandenburg und der schildkrötenmann sind auch schon da. ein großes hallo und wiedersehen, freudige erwartung, wie sonst nur vor weihnachten und zwei volle kästen bier.
bier zu mir! (april 2007)

der vorsatz mit dem heute abend nicht trinken ist schnell gebrochen, klar, was will man auch machen. einmal mehr opfer gesellschaftlicher zwänge geworden, man labt sich gern daran. die kleinen 0.33l-biere sind immer viel zu schnell alle. c. hat keine musik vorbereitet für die party, sein pech, also durchwühlen wir seine beachtliche cd- und platten-sammlung nach schätzen. jeder ist mal dran und spielt seine entdeckung, erzählt eine kleine geschichte dazu. fast schon musikwissenschaft, wenn es nicht so unkoordiniert geschehen würde. und immer wieder neues bier.

wir also im wohnzimmer und in der küche die alten freunde von c., ehemalige mitbewohner und weggefährten – ich mag sie, alle nett miteinander, doch so richtig feiern zusammen kann man nicht. keine ahnung, woran das liegt. man bleibt jedenfalls unter sich. wir im wohnzimmer kommen auf die grandiose idee, die gar nicht so kleine büchersammlung nach farben zu sortieren. seit einer woche überleg‘ ich nun, ob das genial oder peinlich ist. jedenfalls gibt es viel mehr rote und weiße einbände als andere farben. und so eine aktion braucht ja auch viel zeit, das glaubt man gar nicht.

und wir haben getanzt. in einem dafür viel zu kleinem und vollgestelltem wohnzimmer. egal, man tut ja, was man kann. dabei ging ein teil der ikealampe kaputt. aber hat spaß gemacht.

dann ging es in einen club, angeblich eine lesbenparty, was auch immer das bedeutet. da haben wir wohl weiter getanzt und eine jackenmarke ging verloren und ich hab‘ ständig wasser bekommen und pathetische witze gerissen, allein, ich kann mich nicht erinnern, kenne ich alles nur aus erzählungen. traurig eigentlich das alles. aber was will man auch machen? um sechs war ich dann jedenfalls zuhause. schön wars. aber jedes wochenende wär‘ mit das echt zu anstrengend. man wird ja auch nicht jünger.

gestrichen voll (august 2008)

4 Gedanken zu „aufzeichnungen aus dem partyloch #2

  1. auch schön. das mit den büchern hab ich übrigens so gelassen. es gab leute die es toll fanden und finden. die lampe hab ich noch nicht repariert. is mir egal bisher.

    und die clubmate, die bringt bei leuten wie uns (vielkaffeetrinker) nichts. da können die machen was sie wollen…

    und stimmt, das gemeinsam feiern is schwierig. aber kannste dich an e erinnern? die hat versucht mit allen mal bisschen zu quatschen. schwule pärchen sind zwar spannender als andere aber egal :-)

    und wie hätte ich denn eigentlich musik vorbereiten sollen?

    der c aus der geschichte

  2. um dich zu beruhigen: es ist auch nicht immer gut sich an alles erinnern zu können.
    sich einfach mal abzuschießen ist außerdem gut für die psyche – sagen die wissenschaftler.

    aber es war schon eine schöne party, muss ich sagen. und die gäste die musik aussuchen zu lassen ist eigentlich auch was gutes, weil sie dann den meisten leuten gefällt und sogar leute die sich nie unnötig bewegen (so wie ich) mal das pogo-bein schwingen.

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