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ich: lasss ma' was machen, mit politik und so, kann ja nicht mehr weitergehen so.

soziales ich: ist ja auch wieder schick auf die straße zu gehen, zu demonstrieren, dagegen zu sein.

bwl-studenten ich: aber wat wollten ihr ändern? das system muss bleiben, dagegen hilft nüscht. oder habt ihr einen besseren plan?

soziales ich: schau dich doch mal um, mann! wir leben nicht mehr in den neunzigern. irgendwas muss passieren, sonst kracht es mal richtig.

ich: grundeinkommen!

bwl-student ich: und ihr denkt, autos anzünden hilft? spinner!

über-ich: wer hat jetzt eigentlich recht?

ich: ich!

soziales ich: alle demonstrieren, es ist wieder soweit.

bwl-studenten ich: ach ihr spinner, euch gehts doch gut, oder nicht? habt ihr nicht alles, was ihr braucht?

soziales ich: es gibt noch viel zu viele, denen es schlechter geht!

bwl-studenten ich: weil die nicht arbeiten gehen.

ich: das ist doch quatsch, denk doch mal nach. die verkäuferin bei penny arbeitet auch genug und geht es ihr gut? und überhaupt, auf der ganzen welt gibts ungerechtigkeit…

bwl-studenten ich: das war schon immer so! und wird sich auch nie ändern.

ich: meinst du wirklich?

soziales ich: doch, es ist möglich! wenn alle nur ein bischen…

die musik wird lauter, die diskussion verstummt, aus den lautsprechern dröhnt ton steine scherben:

Der Turm stürzt ein.
Der Turm stürzt ein.
Halleluja, der Turm stürzt ein. 

3 thoughts on “inneres zerwürfniss

  1. Hallo liebe Diskusionsrunde,
    mit dem eingleisigen Schlagwort gundeinkommen werden die Mauern von Jericho nicht einstürzen. Wir hatten die Frage, was notwendig aber auch möglich ist, kürzlich schon mal zur Diskussion gestellt. Wie denkt ihr über den Ansatz der damals gegebenen Antwort:
    Die drei Farben des 1. Mai – eine Botschaft zum Tag der Arbeit (siehe in
    http://www.ig-eurovision.net/weblog – am 1. 5. 2007, 0.00 Uhr) ?
    Wilfried

  2. das problem ist eine frage der wertigkeit von arbeit.

    es gibt zuviele die die leistung ihrer arbeit überbewerten und gleichzeitig die arbeit anderer nicht würdigen.

    konkret: ein topmanager mit einem irrationalen einkommen drückt den lohn eines von ihm beauftragten dienstleisters.

    diese diskrepanz schürt sozialen unfrieden. wie soll ein friseurin mit € 3,00 die stunde vernünftig leben können?

    man kann das problem mit einem grundeinkommen lösen, viel wichtiger ist jedoch eine veränderung der wahrnehmung der wertigkeit von arbeit – insbesondere bei den menschen, die es sich leisten können.

    das ist auch ein frage von würde und der bereitschaft verantwortung zu übernehmen.

  3. aber wie wie willst du das erreichen? eine pr-kampagne (‚du bist müllmann‘)? es würde nur über mehr lohn funktionieren… grundeinkommen gepaart also mit mindestlöhnen? gleichzeitig weniger staatliche vorgaben und ein senken der lohnnebenkosten? spannendes thema. letztendlich läuft alles auf die eine frage hinaus: wie wollen wir leben in 10, 30, 50 Jahren?

    für mehr verantwortung bin ich auch.

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