See, see how she dances
With that cigarette
In her hand
And she, she romances
Everybody
Like she can

[kasabian]

liebe frauen,
dieser brief ist längst überfällig. viel zu dringend sind die fragen, die mir auf den nägeln brennen, als dass er ungeschrieben bleibt. ich erwarte keine antworten, will nur, dass ihr wisst, was ich meine.
was soll das, warum tanzt ihr so exzessiv und einladend, lächelt uns an, tanzt uns an, wir tanzen zurück und dann – ganz plötzlich, einer eingebung folgend – springt ihr eurem freund um den hals, der die ganze zeit mürrisch an seiner bierflasche nuckelnd und irgendwie unförmig daneben stand. das, meine verehrten vertreterinnen des anderen geschlechts ist der grund, warum am ende nur noch männer selig lächelnd und in trauter gemeinschaft zu schlechter rausschmeißer-musik tanzen. das liegt eben nicht nur am alkoholgenuss, sondern bedingt einander.
das ganze ist doch nur eines von euren zahlreichen psycho-spielchen. zugegeben, nicht ganz so subversiv wie die frage ob ihr eigentlich zu dick seid („aber nein, schatz! wie kommst du denn nur darauf? lass uns mal in den zoo gehen, habe gehört, die elefanten haben nachwuchs bekommen!“). diese spielchen beginnen schon vor der beziehung, entfalten dann ihre ganze pracht nach drei wochen und dauern selbst nach erfolgreicher beendigung noch jahre an. muss das sein, gehts nicht auch mal ohne? vielleicht seid ihr ja so genetisch programmiert und ihr könnt nicht anders, keine ahnung. aber zumindest wäre es schon ein anfang, wenn ihr diese spielchen wenigstens ab und zu unterdrücken könntet. denn nichts ist schlimmer als ein unüberlegtes OK! auf die ansage: „ach du, ich weiß, wir haben diesen abend mit deinen freunden schon vor wochen ausgemacht, aber geh du nur alleine, ich fühle mich heut‘ nicht so, werde vielleicht ein buch lesen und dann schlafen gehen…“
und ohne mich der vermutung auszusetzen, über nacht plötzlich schwul geworden zu sein, behaupte ich jetzt einfach mal: männer sind die besseren frauen. zumindest beim allwöchentlichen tanztee. wenn da nicht dieses lächeln auf euren lippen wäre….

9 thoughts on “nachgefragt

  1. „was soll das, warum tanzt ihr so exzessiv und einladend, lächelt uns an, tanzt uns an, wir tanzen zurück und dann“

    vielleicht tanzen bedeutet nicht „fick mich“?

  2. nein? mist.

    du hast schon recht, aber vielleicht koennte man das ja irgendwie vorher kommunizieren. oder etwa nicht?

    ich war gestern in einem hardcore/metal/schuppen. die frauen dort schauen ja nicht einmal hoch, stieren nur apathisch zum boden.

    alles sehr eigenartig.

  3. lieber bürger roiber, es stimmt mich traurig, solche nachrichten von Ihnen zu vernehmen. derartige psycho-spielchen unter jedem erträglichen niveau nach bereits drei wochen? Sie haben schlimmes durchgemacht in Ihrem jungen leben.
    aber ich begreife nicht, wie Sie so viel mitgefühl aufbringen können für die sogenannten männer, die in diskotheken gehen, um eine frau mit nach hause zu nehmen, armselige gestalten, mit denen irgendwelche gemeinsamkeiten zu haben Sie mir nicht weismachen können. die sorte, die ich davon gesehen habe, konnte weder lächeln noch tanzen.
    ich für meine person bevorzuge inzwischen tanzveranstaltungen ohne männerbeteiligung, frauen sind in der regel ohnehin die besseren tänzer.

    mit freundlichen wünschen für eine bessere zukunft
    auf den tanzböden dieser welt,
    bleibe ich Ihre staatssekretärin im postministerium

  4. @chaotika: was ist denn peinlich dabei?

    sehr geehrte frau staatssekretärin,

    vielen dank für ihr mitgefühl. nur klingt in meinen ohren allein die annahme einer tanzveranstaltungen mit nur frauenbeteiligung eher eigenartig bis interessant. bitte klären sie mich auf, was da tatsächlich passiert. zu groß ist meine neugier, als dass ich das unkommentiert hinnehmen könnte.
    erlauben sie mir bitte die annahme, dass es tanzen zum selbstzweck nicht gibt. oder doch? ich erinnere immer wieder gerne an das zitat der kollegin wandtke über gret palluca: „dass man wirklich das letzte aus sich heraus getanzt hat, das war das kriterium. sie hat sofort erkannt, wenn man halbherzig getanzt hat.“

    wohlan, ich wünsche ihnen und den ihren ein wundervolles und entzückendes neues jahr und grämen sie sich nicht, dass kollege claus urlaub hat. er hat es sich redlich verdient.

    mit den allerherzlichstem gruße,
    bürger roiber

  5. Let the children have their way
    Let the children play

    [santana]

    liebe berliner eltern,
    muss das sein? ich sehe euch regelmäßig auf den spielplätzen dieser stadt. beaobachte euch. rede mit euch. und mache mir so meine gedanken. ich finds ja klasse, dass ihr euch für kinder entschieden habt, ist ja alles nicht mehr so einfach. zukunftsängste und drohender arbeitsplatzverlust machen eine vernünftige familienplanung beinahe unmöglich. der staat wurstelt so rum und bietet auch wenig perspektiven. um so höher ist also euer engagement zu bewerten, ein kind in diese welt gesetzt zu haben. löblich gar.

    aber warum redet ihr dann mit euren kindern wie mit erwachsenen? warum gebt ihr ihnen die scheußlichsten namen und denkt keine sekunde daran, wie sie später mal gemobbt werden deswegen? sie werden es schon schlimm genug haben. gibt ja dann kein öl mehr und so was. warum redet ihr mit ihnen in eurem schlechten englisch, nur damit sie irgendwie zweisprachig sind? warum stopft ihr sie in designerklamotten, nur damit sie nicht in hundm rumlaufen müssen? warum klettert ihr dreijährigen noch hinterher, nur damit sie nicht runterfallen? warum trifft man euch nur mit kaffeebecher und faz auf dem spielplatz? warum meldet ihr eure ungeborenen schon im kindergarten an? warum müsst ihr immer alles ausdiskutieren mit ihnen? warum bekommt ihr mit fünfzig überhaupt noch kinder? warum nervt ihr sie mit yoga, ballett und bratschenunterricht? warum muss der kindergarten eine art eliteschmiede sein?
    jedesmal, wenn ich als kind im urlaub, auf klassenfahrt oder einfach nur irgendwo anders war, gab es mindestens einen berliner dort. der war lauter, nerviger und meist auch größer als die anderen. ein angeber. ein aufschneider. der zu allem eine meinung hatte. muss also auch an dieser stadt liegen…
    am wochenende war familientag im radialsystem im friedrichshain. für fünf euro eintritt gabs unterhaltung der ganz gruseligen art. ein bischen spielen hier, da basteln und zwischendurch theater. vorgetragen von grundschülern. eins war sogar welturaufführung. nochmal zum merken: grundschultheater ist weder kunst noch live-performance noch ausdruckstanz. es bleibt grundschultheater und gehört in die grundschule. in eine miefige turnhalle meinetwegen. die besucher dieser veranstaltung waren dann auch entsprechend: endvierziger mit kleinkindern benehmen sich, als wären sie auf einer vernissage und reden schlau. nein danke.

    sicher gibt es verwahrlosung, gewalt und misshandlungen. und das ist auch dringender, thematisiert zu werden. aber zum glück sind das eher ausnahmen und keine trends.
    manchmal wünsche ich mir ein bischen normalität, gerade in der erziehung von kindern. sind ja auch nur menschen. und lasst sie kinder sein, solange sie noch welche sind…
    dieses posting ist ein direktes update zu dem hier, das ähnlich aggressiv war und das ich dann teilweise in den kommentaren relativiert habe. ich bin also noch belehrbar…

  6. Du hast Recht, und Frauen sind die besseren Männer. Aber glaube mir, erstaunlicherweise gibt es Beziehungen, in denen die „bin ich zu dick“-Nummer nicht passiert. Hey-ho.

Erwähnungen

  • pixelroiber

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