das folgende bild wollte ich am 1. märz veröffentlichen, da gab es ein paar sonnenstunden bis gleich der winter wieder über uns herein brach. also habe ich es gelassen. inzwischen ist einiges passiert.

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wie gesagt kam wieder winter:

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im hauptbahnhof musste eine rolltreppe gesperrt werden:

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am ostbahnhof stand ein güterzug:

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im museum der dinge gibt es dinge:

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im wedding blühen die ersten blumen (#flatterband):

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eine mysteriöse wurstbande treibt ihr unwesen (#wasntme):

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und im fernsehen kommt immer noch mehr schrott:

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…sagt einer, der es wissen muss: Er heißt Winter und reist drei Monate im Jahr quer durch die Welt um Starbucks-Filialen zu besuchen. Darüber gibt es inzwischen eine Doku und er schreibt seine Erfahrungen auch ins Internet. Da findet sich folgende kleine Begebenheit in Berlin am 20. Juli:

Still, with the extra time, I was able to finally try a massage from a genuine German, at a beauty salon a hundred or so feet from the Starbucks. Unfortunately, the therapist did not speak much English, and the experience turned out to be more mentally challenging that I would have preferred, trying to communicate what I wanted. I just don’t know the words for a lot of body parts in German–perhaps I should have made a list. Even with a list, there is always the danger of using the wrong word for a body part and offending the therapist or even ending up in a German jail. Even though prostitution is legal in German, I suspect the rules have technicalities, and that masseuses wouldn’t be any more receptive to that kind of thing than in any other country. I decided I wouldn’t get any more massages unless the therapist spoke more English. (Winter’s World Tour 2009)

(bei SPON gefunden, da steht auch das Zitat in der Überschrift)

einige anmerkungen zum wochenende:

(1.) burn after reading ist ein toller film. trotzdem sollte man ihn nicht sehen. nicht jetzt, nicht im kino. ich habe den fehler gemacht und es bitterlich bereut. denn dieser film muss reifen wie ein guter wein oder eine tiefe freundschaft. im winter dann, wenn er in den videotheken ist, da leiht man so einen film aus, genießt. schaut sich alle extras an und die interviews. und dann grunzt man zufrieden und geht schlafen. die story ist verworren und so richtig kapieren will man sie beim ersten mal nicht. es ist ein kleines mieses agentenstückchen, das an keiner stelle an action gewinnt. es plätchert vor sich hin und mittendrin spielen ein bärtiger george clooney und ein bezaubernder brad pitt. wie fargo, nur ohne schnee. und gestorben wird auch nicht soviel. und vielleicht ist es doch kein so guter film, auch nicht auf dvd. aber schön, dass wir mal darüber geredet haben.

(2.) auf verschiedenen öffentlichen plätzen in berlin haben sich diverse weihnachtsmarktähnliche erscheinungen etabliert: fressbuden und krimskramstände in kleinen holzhüttchen. dazu riecht es nach gebrannten mandeln. ich fordere hiermit den berliner senat auf, dazu stellung zu nehmen.

(3.) das leben in einer wagenburg ist ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe. es gibt strom, wasser und leckeren kaffee. und warm ist es auch in so einem wohnwagen. die gespräche sind selten alternativ, sondern erfrischend gewöhnlich-alltäglich. nur das klo ist einmal quer über den hof.

(4.) die idee, am sonntag gemütlich zu ikea zu fahren, hatten auch andere, gar nicht so wenige menschen. entsprechend voll war der hotdog-stand. das kollektivgewurmel fand seinen höhepunkt an den kassen und trug sozialistische züge. und jetzt gretchenfrage an die geneigte leserschaft: wer bitte hat keine orgel vreten-lampe zuhause stehen? kartoffelschips in der geschmackrichtung dill sind echt ein kulinarisches highlight!

(5.) das haus der vorstellungen in der torstraße 166 will besucht werden. uns es lohnt sich. der eintritt ist frei, unbedingt die kamera mitnehmen! bilder von mir folgen.

dieser text ist offline entstanden, braucht ihr links? nö, oder?

wie wir gerade aus vertraulicher quelle erfuhren, ist heute erst der herbstanfang und war nicht, wie bisher angenommen, schon vor drei monaten. wir entschludigen uns für diese verwechslung und bieten als entschädigung die vorverlegung des winters an. profitieren sie also jetzt schon von der kalten jahreszeit!

mit freundlichen grüßen,
ihr wetter-vertriebsteam

direkt unter meinem fenster befindet sich der sportplatz einer grundschule, der auch gerne in den pausen, freistunden und auch sonst genutzt wird. den ganzen tag, auch im winter habe ich also kinderlärm. nicht schlimm, ich bins mittlerweile gewohnt.

jeden morgen jedoch werde ich hart aus meinen süßen träumen in die realität des berliner umgangstons gestoßen. tagtäglich lerne ich neue wörter. denn schon die grundschüler verstehen es mittels feiner semantischer konstruktionen auf sich aufmerksam zu machen und so die ballspiele zu koordinieren. wobei „ey, du hurensohn“ eher als platzhalter für diverse formulierungen dient. man sagt es offensichtlich so und meint was ganz anders.

wir früher™ haben immer „deine mutter…“ gesagt und das kommt wohl dem hurensohn am nächsten. und eigentlich wollte ich das ganze mit einem video noch krönen. doch da stieß ich auf folgendes. und bin immer noch ganz entzückt:

[youtube P7eR8CWEDkU]

also nehmt euch lieber vor den mitbürgern mit krückstock in acht!

schönes wochenende wünsch ich, ihr hurensöhne (und -töchter)!

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt gute Tat
Kommt gute Fee, kommt Schnee, kommt Hass
auf alles, was früher war
Und du wartest auf irgendwas

[element of crime]

wattn dattn? hat gerade geschneit. mitte november. habt ihr das auch gesehen oder dreh‘ ich langsam durch? manchmal mache ich mir ja sorgen um meine geistige wahrnehmungsfähigkeit. und jetzt scheint wieder die sonne. kann das mal einer erklären?

[vorbemerkung in ureigener sache: diesen text schrob ich vor ungefähr acht jahren. also im ganz und gar unschuldigen alter. für mich und meine damalige freundin. für die welt also. doch erst jetzt scheint ebenjene welt reif für ihn. behutsam rechtschreiblich korrigiert trifft er nun also auf ein dankbares millionenpublikum. viel spaß beim lesen und schönes wochenende.]

JOURNALIST: Mit 17 hat man noch Träume. Erinnern Sie sich, welche?

MANN: Schon früh war mir klar: Ich werde einmal der große Satzzeichen-Erfinder, den die Welt je hervorbrachte.

J: Ist das nicht ein bisschen arrogant und sehr von sich selbst eingenommen?

M: (lacht) In unserem Gewerbe ist das oberstes Gebot, um wirklich innovative Ideen zu etablieren, bedarf es ein gesundes Selbstvertrauen.

J: Vertreter völlig neuer Erfindungen haben es meistens schwer, ihre Ansichten durchzusetzen…

M: (seufzt) Ja, am Anfang, ich kann mich noch genau erinnern, das war im Winter 1604, niemand war an meinem Komma interessiert, es war zum Ausflippen, zumal sich meine soziale Lage immer mehr zuspitzte, es war ein kalter Winter und niemand hatte mehr was zu Essen, ich hatte den ganzen Sommer darauf verwendet, die Kommaregeln auszutüfteln und natürlich keine Zeit zum Arbeiten gefunden.

J: Aber es kam dann doch letztendlich zum Durchbruch und dem Einmarsch des Kommas in die Bücher…

M: Es war Thomas Mann, der die Kommasetzung gesellschaftsfähig machte, meines Erachtens hat er an mancher Stelle aber sehr übertrieben.

J: Große Erfindungen wurden meist fehlgedeutet oder nicht im Sinne des Erfinders gehandhabt. Wie sieht es zur Zeit beim Komma aus?

M: Es geht, der Trend im Moment geht zwar etwas weg vom Komma, aber es gibt noch genug Gymnasial-Lehrer, die den Schülern das Komma einprügeln, dem Erfinder des Apostroph, übrigens ein sehr guter Freund von mir, geht es da schlimmer, was da zur Zeit auf dem Markt ist, treibt einem schon die Zornesröte ins Gesicht.

J: Sie verdienen an jedem Komma 5 Pfennig, ihr gegenwärtiges Vermögen wird auf mehrere Milliarden geschätzt…

M: (lacht ausgelassen) Über Kommas redet man nicht, die setzt man.

J: Es scheint sich wirklich zu lohnen, neue Satzzeichen zu etablieren. Was raten sie Neulingen in der Branche?

M: Die Marktzahlen sind leicht rückläufig, aber ich denke es ist noch Potenzial für neue Ideen vorhanden, auf jeden Fall dranbleiben und nicht verzweifeln, irgend ein Schriftsteller wird das neue Zeichen schon für sich entdecken.

J: Sind sie glücklich?

M: (grinst) Jedes Mal, wenn ich einen Satz mit Komma lese.

J: Wir danken ihnen für dieses Gespräch.

fürs gemüt II

es wird kalt in deutschland. der sommer ist vorbei. es riecht jetzt überall in der stadt nach schornstein. ich mag das. diesen beißenden geruch von verbrannter kohle und holz. er steigt in die nase und kriecht ins mittelhirn. dort döst er vor sich hin und signalisiert: ist kalt draußen, junge. mach deine jacke zu, komm vom spielplatz nach hause und trink deinen kakao. und bind‘ dir doch endlich mal den schal um, den ich dir letztens geschenkt habe.

als ich das erste mal nach berlin kam, roch es auch überall so. auch im wedding. und so denke ich jedesmal an lauschige nachmittage und frühabende. die heizung knistert vor sich hin und der kaffee dampft. ach, romantisch. doch, vorbei. bald. oder zumindest soll es immer weniger kohleheizungen geben.

Schwerpunkte mit bis zu 50% Kohleheizungen liegen hier in einzelnen Bezirken des Innenstadtbereiches mit geschlossener Altbebauung, in Prenzlauer Berg, in Teilen von Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Auch die Altbaubereiche von Pankow, Weißensee, Treptow und Köpenick weisen z.T. noch über 30% Kohlebeheizung in der Wohnbebauung auf. [quelle]

In Zukunft sollten die in Berlin erfolgreich begonnenen Maßnahmen (Fernwärmeausbau, verbrauchsorientierte Heizkostenabrechnung, Verdrängung der Kohleofenheizungen und Verbesserung der Wärmeisolation von Gebäuden) fortgesetzt werden und durch verstärkte Nutzung der Sonnenenergie und Erneuerung veralteter Heizungsanlagen ergänzt werden. [quelle]

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nichr solidarisch sind
auf die, die nichts kapieren
und immer noch parieren.
Die ham die Bundesbahn verschleudert, die telekom dazu
ganz einfach weil sie pleite sind, der nächste der bist du!
Die sind nicht mehr solvent;
drum heißt es : „Zahl, fauler Student!“
Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!
Wir lassen uns jetzt nicht mehr unsere Zukunft ruinieren,
um Eurofighter, Euro und Berlin zu finanziern.
Wenn ihr so weiter macht,
dann Deutschland: „Gute Nacht!“
Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!
Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nichr solidarisch sind
und wenn wir hier überwintern,
ihr kriegt Feuer unterm Hintern.
Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!
Streik, Streik, Streik!

[Joint Venture]

als ich mich gestern in der großen gelben ersatzverkehr-limosine durch den streikbedingten feierabendverkehr quälen musste, kaum platz zum atmen hatte, beklemmung empfand und ständig körperteile von anderen fahrgästen spüren musste, da wurde mir eines schlagartig klar, denn egal wie dieser streik ausgeht, egal ob die lokführers irgendwann mehr geld bekommen oder eine andere berufsgruppe, die gefickten sind immer die anderen, in diesem fall die fahrgäste, wie in einer ölsardine quetschen sie sich in einen bus und kommen überall zu spät, das ist jetzt keine neoliberale meinung und ich bin auch für reprivatisierung der bahn und gegen einen börsengang, doch was nützt ein halbstreik, wenn die bahnen trotzdem voll sind? Generalstreik bitte. jetzt.