pixelroiber rezensiert wahlplakate #2

SPD-Plakat zur Europawahl 2009 (Prenzlauer Berg, April 2009)

mein kommentar aus 2009 dazu:

hier durfte sich der grafikpraktikant mal richtig austoben. abgebildet soll hier offenbar ein LINKE-wähler sein bzw. ein kandiat, so genau hat man sich das nicht überlegt.
diesmal fährt die spd eine negativkampagne und schießt sich damit (zumindest in berlin) ins eigene bein. wenn das mal gut geht…
warum das spd-logo ein würfel ist, bleibt ein streng gehütetes geheimnis.

pixelroiber rezensiert wahlplakate #9

2013-08-012
2013-08-014

Der Mindestlohn ist angekommen im Wahlkampf, zumindest auf den Plakaten, nicht in öffentlichen Debatten. Wobei man hier schön sieht, dass die SPD ein bisschen weniger links ist als die Linke, wenn man das an der Höhe des geforderten Minimums festzurren kann. Warum Mindestlöhne aus Sicht der Volkswirtschaftler nicht funktionieren, sieht man in dem hier verlinkten Video. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass wir in Deutschland seit Jahren stagnierende Einkommen haben und der Mindestlohn aus meiner verqueren Sicht ein Ansatz ist, dies zu ändern. Wobei 10 Euro noch viel zu niedrig sind.

Die Plakate selbst sind kein großer Wurf, wobei das “genug gelabert” schon fast trotzig daherkommt. Wunderbar.

pixelroiber rezensiert wahlplakate #8

2013-08-10 13.13.30

haha, das ist entweder urkomisch oder grotesk. die irrelevanteste aller relevanten parteien meint natürlich eine verringerung der jährlichen neuverschuldung. nur kommt das bei diesem slogan nicht so rüber. hier denkt der wähler natürlich an das ende des kapitalismus, der ohne investitionen, und verbindlichkeiten auf der passivseite einer bilanz sofort aufhören würde zu existieren. das ist ja der ganze sinn der übung: ich leihe mir geld bei jemanden, weil ich denke, meine geschäftsidee fetzt und ich kann es ihm tausendtrillionenfach zurück zahlen. und auf der anderen seite haben leute penunzen und stopfen diese in aktien, anlagen, staaten, weil sie hoffen, es tausendtrillionenfach zurück gezahlt zu bekommen. wobei staats- und unternehmensschulden etwas anderes sind als konsumentenschulden. weil sich der plasmafernseher eben nicht refinanziert. insofern sind staats- und unternehmensschulden auch moralisch anders zu bewerten.

also nochmal: es geht der fdp um eine verringerung der jährlichen neuverschuldung der bunderepublik, keinesfalls um eine tilgung oder gar abschaffung. so ähnlich haben das wohl alle parteien auf der agenda. wobei immer die frage ist, ob eine verordnete schuldenbremse nicht die heilige kuh wachstum bremst und somit – mit verzögerungen im nächsten jahr – neuerliche kreditaufnahmen provoziert. kein leichtes thema und leider nicht so einfach wie auf dem plakat suggeriert. da muss schon ein radikaler umbau des wirtschaftssystem her, aber der ist mit der fdp wohl nicht zu machen.

positiv: es ist wenigstens kein kopf auf dem plakat.

[xrr rating=2/7]

zum thema passt der graeber ganz vorzüglich…