nach dem ende der geschichte gibt es doch noch eine soziale bewegung. in frankreich sitzen sie seit ein paar wochen, literally. von den internationalen medien gefeiert als wiederkehr von #occupy und arabischem frühling. die kommunisten jedoch geben sich zerknirscht:

Die Arbeiterklasse braucht weder eine „Kitschversion von 1968“ noch eine weitere pseudolinke Partei wie Syriza, die die Angriffe auf die sozialen und demokratischen Rechte der Arbeiter fortsetzen wird. Französische Jugendliche, die gegen Sozialkürzungen und die PS kämpfen wollen, müssen die #NuitDebout-Bewegung zurückweisen. Sie ist ein politisches Ablenkungsmanöver und eine Falle, die von zynischen Taktierern aus dem Umfeld der PS organisiert wird. Einen Fortschritt kann es nur durch die Mobilisierung aller Arbeiter auf der Grundlage eines sozialistischen Programms und in Opposition gegen den ganzen Sumpf pseudolinker Verteidiger der PS-Regierung geben.

während hierzulande politikverdrossenheit und frustwählen angesagt ist, die große koalition unter merkel nicht hinterfragt wird, formiert sich alternativer protest jenseits von euroskeptizismus und blödem nationalismus in frankreich. man kann nur hoffen, dass es auch in anderen ländern losgeht.

Rote Fahnen an der Ostsee in Międzyzdroje (Oktober 2011)

ich war nicht demonstrieren am wochenende, die kinder, denkt doch mal einer an die kinder! stattdessen also ein gemütlicher nachmittag im technikmuseum. aber ich finde die demos gut und richtig und wichtig. die ganze #occupy-geschichte. weil sie offenbar von unten kommt, ungelenkt und ungebremst. dezentral und nun auch global. ohne parteien, gewerkschaften und anderen interessengruppen fordern die demonstranten veränderung.

„Why No Demands? Occupy Wall Street is a Rebellion, Not a Protest.“
(ein erklärungsversuch)

sicher, das ist mehr als schwammig und kann auch schnell wieder zu desinteresse führen. aber es ist auch eine chance, ausdruck dessen, dass der status quo eben nicht unbedingt einer bleiben muss. dass vieles falsch läuft in unserer welt, in unserer gesellschaft, vor allem aber in der wirtschaft. und das schöne: jeder kann mitmachen, gestalten. weil es jeden betrifft.

für den einstieg empfehle ich die website http://www.echte-demokratie-jetzt.de/