Schlagwort: Keks

Ostrock

Denkt mal ein paar Zahrzehnte zurück. 80er Jahre. DDR. Der Aufstand gegen die Regierung wird immer stärker. Auch in der Musik ist dieser Trend zu spüren was zu vielen sogenannten Berufsverboten führte. Es gab damals eine Menge guter Bands, die den Ost-Rock geprägt haben. Renft, City, Silly, Karat, Berluc, Electra, Stern-Combo Meißen, Keks und auch die Puhdys. Viele dieser Bands gibt es heute nicht mehr und/oder kaum einer kennt sie mehr. Für mich Grund genug, mal wieder etwas für die Populartät dieser Musikrichtung, die mir ziemlich am Herzen liegt, zu tun. Da man sich ja mit freier Meinungsäußerung in der DDR etwas schwer tat, wurden heikle Themen wie die Flucht aus der DDR sehr geschickt mit vielen Metaphern in den Texten versteckt, so dass der typische Jugendliche von heute Probleme hat sie überhaupt zu verstehen (wenn er zufällig mal über Ostrock stolpern sollte). Besonders gut gefallen mir die Texte der Klaus-Renft-Combo.
Ketten werden knapper Und brechen sowieso Wie junger Rhabarber Wie trockenes Stroh An der Hand des Riesen Der tausend Nasen hat Der braucht nur zu niesen Und wendet das Blatt
Ketten werden knapper – liebe Regierung, das Eis wird dünner, ihr könnt uns nicht alle wegsperren, wir lassen uns nicht alles gefallen. Der Riese, der tausend Nasen hat und nur zu niesen braucht um das Blatt zu wenden – hier dürfte das Volk gemeint sein, dass nur mal auf die Barrikaden gehen muss, um etwas zu verändern.
Singt für alle, die alles wagen Für die Leute in Vietnam Die riskieren nicht nur ihren Kragen Die planieren den braunen Schlamm
Gegen den braunen Schlamm. Nazis in Vietnam. Amis sind Nazis? Spekulationen… Da kann man auch viel hineininterpretieren aber das sind wirklich tolle Texte. Und die Musik dazu ist auch nicht schlecht. Hier noch ein Text, der auf die Melodie von Neil Youngs Lied Helpless gesungen wird. Herrlich.
Hier steh ich, seh die Sterne, blau, blau Glas dahinter. Leicht schwebt ein Schatten über die Erde, an der ich klebe. Vater Vogel fliegt den Seinen Freisein über den Felsen vor, der gelbe Mond gibt sein ganzes Hell so ich sehe – Machtloser – Steh ich hilflos, hilflos, hilflos, hilflos. He, Träumer, hörst du mich? So viele Tore sind uns versperrt. Vater Vogel fliegt die Freiheit vor
Ich will euch jetzt nicht mit noch mehr Texten bombardieren, aber diese beiden musste ich einfach in den Artikel reinfummeln. Hört es euch einfach mal an. Viellecht gefällt es ja dem einen oder anderen. Diese tolle Musik darf nicht in Vergessenheit geraten.
Wenn es ihnen gefallen hat erzählen sie es weiter, wenn es ihnen nicht gefallen hat behalten sie es für sich.
Da Youtube bei dieser Musik ziemlich versagt, stelle ich Interessierten gerne Hörproben einiger musikalischer Perlen zur Verfügung.