SchlagwortEinheit

26 Jahre später

Das stärkste Argument, mit dem Kohl und Genscher Ängste abbauen können, ist ihre Bereitschaft zu einer weitgehenden Integration Europas; nach ihrer Vorstellung geht die deutsche Einigung der europäischen voraus. Je mehr Souveränitätsrechte alle Mitgliedstaaten, also auch die Deutschen, an EG-Europa abträten, je schneller es zu europäischer Währungsunion und politischer Union komme, je rascher das Europaparlament wirkliche Befugnisse erhalte, desto weniger sei Deutschlands Übermacht zu fürchten.
[…]
Zumindest in diesem Ziel sind sich der Bonner Kanzler und sein SPD-Herausforderer einig: Die Rückkehr zum „Nationalstaat von gestern“ (Kohl) soll es nicht geben; das neue Deutschland soll „ein Provisorium“ (Oskar Lafontaine), „eine Etappe“ (Kohl) auf dem Weg zur Einheit Europas sein. Würden sich die Deutschen nur noch mit sich selbst beschäftigen, so Kohl, wäre „das Verrat an unserer Politik“.

aus: Alle Fäden in der Hand, in: DER SPIEGEL 40/1990 – (text|pdf)

Pavillon Tongiljeong

am potsdamer platz, zwischen ubahn- und sbahneingang haben sie einen pavillion der einheit gebaut1. eingeweiht wurde der schon vergangenen november. seitdem steht er leer, umzäunt, geschützt gegen vandalismus.

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wenn ich das richtig beobachtet habe, wurde der auch hier vor ort gebaut und bemalt und kam nicht fertig an. witzigerweise steht er auch auf der ehemaligen mauer.


  1. „Das hexagonförmige Bauwerk ist dem Pavillon Sangnyangjeong nachempfunden, der in der Gartenanlage des Königspalastes Changdeokgung aus der Joseon-Zeit (1392-1910) in der südkoreanischen Metropole Seoul zu bewundern ist.“ []