Der Müll ist fein säuberlich (und wahrscheinlich getrennt) auf der Baumscheibe arrangiert. Für den Baum ist das maximal ungünstig wegen nun fehlendem Wasser, Licht, Luft. Für den Ästheten und Stadtflaneur, den Fahrradfahrer und Autofahrer ist es hingegen praktisch, kann er doch nun nach Lust und Laune flanieren und fahren. Der Müll ist zwar noch da, ob seiner Aufgeräumtheit jedoch nahezu unsichtbar beziehungsweise fügt er sich wunderbar ins Stadtbild.

eine story wie in Der Informant (2009) – eine verzwickte geschichte um korruption, betrug, mafia. drahtzieher sind Irving Rosenfeld und seine schöne freundin, die menschen überzeugen und manipulieren können. als dann ein engagierter FBI-agent auftaucht, wird das spiel immer komplexer, plötzlich sollen sentatoren und mafia-bosse fallen. klar, dass das nicht gut geht. tolle klamotten und styles und auch ein bisschen philosophie („wir betrügen alle und am meisten uns selbst“).

huch, schon wieder ein Woody Allen. eine frau stürzt ab, nachdem ihr mann wegen illegaler geschäfte im gefägnis landete und selbstmord beging. schön ist dieser absturz nicht, aber man kann auch nicht wegschauen. sie zieht zu ihrer schwester, veruscht sich neu zu verlieben, arbeitet, will studieren. aber sie scheitert an allem, was sie auch nur anfängt. am ende sitzt sie selbstgesprechend auf einer bank, es gibt keine lösung, keine perpektive. das klingt jetzt vielleicht zu hart, tatsächlich hat der film auch seine absurden momente. im grunde ist er auch gesellschaftkritisch, aber welcher film ist das nicht?

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Eine neue wissenschaftlichen Studie belegt Ungeheuerliches: Zucker ist allüberall, in Cola (37), Eis (13) und Honig (133). Und nun auch in ganz gewöhnlichem Würfelzucker, wer hätte das gedacht! Die Menge an Zucker in einem Stück Würfelzucker entspricht in etwa der in einem Stück Würfelzucker. Damit ist den Wissenschaftler eine überraschende Erkenntnis gelungen, finden Sie hier die kompletten Studienergebnisse.

Lesen Sie auch:

Ein Film, der auf einer Romanserie basiert, deren Handlung unzählige Meter Wikipedia füllt. Ein Film irgendwo zwischen Starship Troopers (ohne den Humor), Harry Potter (mit Schulmannschaften, aber ohne Schnatz) und Armageddon. Mit unglaublich plumpen USA-Wir-retten-Die-Welt-Pathos, nur ohne die üblichen Fahnen. Alle sind multikulturell, nur die pösen Nazis Außerirdischen müssen vernichtet werden. Klar, dass Ender, der junge Retter der Menschheit am Ende mit den Aliens kommuniziert und die auch noch rettet. Zwei Gedanken haben mir gefallen: Da werden junge Gamer eingesetzt, um die Raumschiffe zu steuern, einfach weil die bessere Reaktions- und Intuitionsfähigkeiten haben. Und es wird der Einsatz eben dieser Jungs und Mädels hinterfragt und was der Kriegseinsatz für Folgen auf ihre Entwicklung hat. Aber das sind nur Überlegungen am Rand, im Wesentlichen geht es um die Führungsfähigkeiten, den Umgang mit Feinden und das Verhalten in Stresssituationen. Und natürlich hübsche Animationen. Netter Film fürs Kino oder den großen Plasma, aber keiner zum groß denken.

[xrr rating=4/7]

jetzt, wenn die tage wieder ein wenig christsozialer werden und die königin der herzen fast alleine regiert, jetzt, wo wir alle bangen, ob mutti einknickt und die verarmte oberschicht schröpft mit dem pösen spitzensteuersatz, jetzt, wo wir freien neoliberalen im politischen nirvana versinken und euch mit unsern‘ hart verdienten zinseszins den lobbyisten schicken müssen…

aber tröstet euch, berlin hat schon ganz andere zeiten hinter sich!

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das ist toll. aber auch so schön egal. ich finde es ja immer noch erstaunlich, wie regelmäßig sich die deutsche politik überschätzt in ihrem einfluss auf ökonomische kennzahlen. meiner meinung haben sie höchstens negativen einfluss, wenn sie etwa großprojekte wie #BER oder #S21 versemmeln.

an die mär vom arbeitsplätzchen backenden großkanzler inmitten blühender landschaften glaubt doch keiner mehr, oder!?

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Der Mindestlohn ist angekommen im Wahlkampf, zumindest auf den Plakaten, nicht in öffentlichen Debatten. Wobei man hier schön sieht, dass die SPD ein bisschen weniger links ist als die Linke, wenn man das an der Höhe des geforderten Minimums festzurren kann. Warum Mindestlöhne aus Sicht der Volkswirtschaftler nicht funktionieren, sieht man in dem hier verlinkten Video. Jedoch gebe ich zu bedenken, dass wir in Deutschland seit Jahren stagnierende Einkommen haben und der Mindestlohn aus meiner verqueren Sicht ein Ansatz ist, dies zu ändern. Wobei 10 Euro noch viel zu niedrig sind.

Die Plakate selbst sind kein großer Wurf, wobei das „genug gelabert“ schon fast trotzig daherkommt. Wunderbar.

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haha, das ist entweder urkomisch oder grotesk. die irrelevanteste aller relevanten parteien meint natürlich eine verringerung der jährlichen neuverschuldung. nur kommt das bei diesem slogan nicht so rüber. hier denkt der wähler natürlich an das ende des kapitalismus, der ohne investitionen, und verbindlichkeiten auf der passivseite einer bilanz sofort aufhören würde zu existieren. das ist ja der ganze sinn der übung: ich leihe mir geld bei jemanden, weil ich denke, meine geschäftsidee fetzt und ich kann es ihm tausendtrillionenfach zurück zahlen. und auf der anderen seite haben leute penunzen und stopfen diese in aktien, anlagen, staaten, weil sie hoffen, es tausendtrillionenfach zurück gezahlt zu bekommen. wobei staats- und unternehmensschulden etwas anderes sind als konsumentenschulden. weil sich der plasmafernseher eben nicht refinanziert. insofern sind staats- und unternehmensschulden auch moralisch anders zu bewerten.

also nochmal: es geht der fdp um eine verringerung der jährlichen neuverschuldung der bunderepublik, keinesfalls um eine tilgung oder gar abschaffung. so ähnlich haben das wohl alle parteien auf der agenda. wobei immer die frage ist, ob eine verordnete schuldenbremse nicht die heilige kuh wachstum bremst und somit – mit verzögerungen im nächsten jahr – neuerliche kreditaufnahmen provoziert. kein leichtes thema und leider nicht so einfach wie auf dem plakat suggeriert. da muss schon ein radikaler umbau des wirtschaftssystem her, aber der ist mit der fdp wohl nicht zu machen.

positiv: es ist wenigstens kein kopf auf dem plakat.

[xrr rating=2/7]

zum thema passt der graeber ganz vorzüglich…

mit ein wenig verspätung höre ich die vorträge der diesjährigen re:publica durch und bin auf diesen hier gestoßen:

weltverbesserung durch perversen konsum, das ist dialektik. nicht, dass ich unbedingt zielgruppe für die angekündigten produkte wäre, so hilft das projekt doch , sich selbst und seine handlungen zu reflektieren.

irgendwas muss man ja tun, und wenn es das gold-abknibbeln durch sitzen ist…

das folgende bild wollte ich am 1. märz veröffentlichen, da gab es ein paar sonnenstunden bis gleich der winter wieder über uns herein brach. also habe ich es gelassen. inzwischen ist einiges passiert.

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wie gesagt kam wieder winter:

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im hauptbahnhof musste eine rolltreppe gesperrt werden:

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am ostbahnhof stand ein güterzug:

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im museum der dinge gibt es dinge:

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im wedding blühen die ersten blumen (#flatterband):

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eine mysteriöse wurstbande treibt ihr unwesen (#wasntme):

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und im fernsehen kommt immer noch mehr schrott:

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wahrscheinlich gibt es 20 jahren noch messe in hannover. und hannover wird es auch in 2000 jahren noch geben. wenn nicht, wäre das aber nicht schlimm. man merkt, meine zuneigung zur niedersächsischen landeshauptstadt hält sich in grenzen, höchstwahrscheinlich weil ich den besuch immer mit arbeit und messe verbinde. man möge mir also verzeihen. der berliner in mir schaut zumindest neidisch auf die Calamari Moon-Parties in der Cumberlandschen Galerie (bild #2) – tolle lokation.


Lesen Sie auch die weiteren Qualitätsbeiträge zur CeBIT der vergangenen Jahre:
2011, 2009, 2008, 2007

[…]
Quelle

Wenn ich als Funkmast mal was dazu sagen darf: Versetzt euch doch mal in meine Lage, ihr würdet auch auf die Barrikaden gehen. Da steht man doof in Gegend rum – im Regen, in der Kälte – und keiner dankt einem. Noch dazu muss man ständig die schweren Schüsseln und Sender schleppen. Ihr wollt keine Funkmasten in eurer Nähe, weil die Funkwellen evtl. Kopfschmerzen verursachen könnten? Was soll ich denn sagen? Wenn Schweine in Massen gehalten werden um den Preis zu drücken, flippen die Grünen aus aber unsereins wird achtlos auf Dächer geschraubt oder mit Drahtseilen in der Landschaft verankert, teilweise dicht an dicht, damit ihr billig telefonieren und surfen könnt und keinen interessierts. Wir haben euch jetzt ein Ultimatum bis 2013 gesetzt. Auch wir wollen Rechte. Seht ab und zu mal zu uns auf und sagt: „Danke, ihr lieben Funkmasten. Danke dass ihr unser Leben besser, komfortabler macht. Danke dass wir nicht mehr zu unseren Freunden laufen müssen um zu fragen ob sie Zeit und Lust haben etwas zu unternehmen.“
Seht ab und zu mal von euren Displays auf, ihr Handy- und Smartphonebesitzer, sonst habt ihr bald nur noch einen teuren MP3-Player.