Schlagwort2013

Deutschland in einem Bild (Berlin, November 2013)

Der Müll ist fein säuberlich (und wahrscheinlich getrennt) auf der Baumscheibe arrangiert. Für den Baum ist das maximal ungünstig wegen nun fehlendem Wasser, Licht, Luft. Für den Ästheten und Stadtflaneur, den Fahrradfahrer und Autofahrer ist es hingegen praktisch, kann er doch nun nach Lust und Laune flanieren und fahren. Der Müll ist zwar noch da, ob seiner Aufgeräumtheit jedoch nahezu unsichtbar beziehungsweise fügt er sich wunderbar ins Stadtbild.

Filmkritik: American Hustler (2013)

eine story wie in Der Informant (2009) – eine verzwickte geschichte um korruption, betrug, mafia. drahtzieher sind Irving Rosenfeld und seine schöne freundin, die menschen überzeugen und manipulieren können. als dann ein engagierter FBI-agent auftaucht, wird das spiel immer komplexer, plötzlich sollen sentatoren und mafia-bosse fallen. klar, dass das nicht gut geht. tolle klamotten und styles und auch ein bisschen philosophie („wir betrügen alle und am meisten uns selbst“).

Filmkritik: Blue Jasmine (2013)

huch, schon wieder ein Woody Allen. eine frau stürzt ab, nachdem ihr mann wegen illegaler geschäfte im gefägnis landete und selbstmord beging. schön ist dieser absturz nicht, aber man kann auch nicht wegschauen. sie zieht zu ihrer schwester, veruscht sich neu zu verlieben, arbeitet, will studieren. aber sie scheitert an allem, was sie auch nur anfängt. am ende sitzt sie selbstgesprechend auf einer bank, es gibt keine lösung, keine perpektive. das klingt jetzt vielleicht zu hart, tatsächlich hat der film auch seine absurden momente. im grunde ist er auch gesellschaftkritisch, aber welcher film ist das nicht?

was viele auch nicht wissen #6

2013-05-18 15.31.21

Eine neue wissenschaftlichen Studie belegt Ungeheuerliches: Zucker ist allüberall, in Cola (37), Eis (13) und Honig (133). Und nun auch in ganz gewöhnlichem Würfelzucker, wer hätte das gedacht! Die Menge an Zucker in einem Stück Würfelzucker entspricht in etwa der in einem Stück Würfelzucker. Damit ist den Wissenschaftler eine überraschende Erkenntnis gelungen, finden Sie hier die kompletten Studienergebnisse.

Lesen Sie auch:

man mag von weihnachtsmärkten halten, was man will…

… fotografisch sind sie auf jeden fall spannend.

Filmkritik: Ender’s Game (2013)

Ein Film, der auf einer Romanserie basiert, deren Handlung unzählige Meter Wikipedia füllt. Ein Film irgendwo zwischen Starship Troopers (ohne den Humor), Harry Potter (mit Schulmannschaften, aber ohne Schnatz) und Armageddon. Mit unglaublich plumpen USA-Wir-retten-Die-Welt-Pathos, nur ohne die üblichen Fahnen. Alle sind multikulturell, nur die pösen Nazis Außerirdischen müssen vernichtet werden. Klar, dass Ender, der junge Retter der Menschheit am Ende mit den Aliens kommuniziert und die auch noch rettet. Zwei Gedanken haben mir gefallen: Da werden junge Gamer eingesetzt, um die Raumschiffe zu steuern, einfach weil die bessere Reaktions- und Intuitionsfähigkeiten haben. Und es wird der Einsatz eben dieser Jungs und Mädels hinterfragt und was der Kriegseinsatz für Folgen auf ihre Entwicklung hat. Aber das sind nur Überlegungen am Rand, im Wesentlichen geht es um die Führungsfähigkeiten, den Umgang mit Feinden und das Verhalten in Stresssituationen. Und natürlich hübsche Animationen. Netter Film fürs Kino oder den großen Plasma, aber keiner zum groß denken.

[xrr rating=4/7]

berlin im herbst 2013

jetzt, wenn die tage wieder ein wenig christsozialer werden und die königin der herzen fast alleine regiert, jetzt, wo wir alle bangen, ob mutti einknickt und die verarmte oberschicht schröpft mit dem pösen spitzensteuersatz, jetzt, wo wir freien neoliberalen im politischen nirvana versinken und euch mit unsern‘ hart verdienten zinseszins den lobbyisten schicken müssen…

aber tröstet euch, berlin hat schon ganz andere zeiten hinter sich!