eine radkappe liegt vor der schönholzer heide in pankow
der morgendliche frost bedeckt sie mit gefrorenem tau
sie wird abgefallen sein von einem auto
sie wird lustig tanzend neben die fahrbahn gerollt sein
bis sie dann zum liegen kam und irgendwann verschwunden sein wird.
auf spanisch heißt sie tapacubos, was nach sonne und salz auf der haut klingt.


ein nebel liegt abends über der stadt, es ist november, nicht kalt, aber ungemütlich. es wird früh dunkel, der park dient vielen als durchgang zwischen pankow und niederschhönhausen, um diese jahreszeit wird nicht flaniert, es wird nach hause gegangen. niemand sitzt auf der bank, niemand will das.

friedrichshain im november 2019: aus der hipster-kaufhalle an der warschauer kommen die metalheads in ihren kutten und werden heute abend spaß haben. die m10 hat ersatzverkehr, die busse sind überheizt und voll, aus der sbahn strömen mehr partyhungrige, sie alle haben ein ziel: den samstag abend zu dem ihren machen.

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auf der liste der traurigsten orte berlins darf der ZOB nicht fehlen. täglich kommen tausende an, reisen tausende ab, es gibt keine pausen, es ist ständig was los. touristen aus spanien, arbeiter aus osteuropa, familien fahren in den urlaub. berlin-neulinge werden im westender irgendwo rausgelassen. dazu eine zweckarchitektur aus den sechzigern, es ist traurig. anderseits, das ding liegt gut an der stadtautobahn, die busse müssen nicht durch die stadt irren. aber irre ist es schon.