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ich beim frisör. ist ja eine eigene welt da. muss ich immer wieder feststellen. nichts für mich jedenfalls. aber der reihe nach: ich komm rein, der laden voll. sag ich: haare schneiden, wie lange dauerts? sagt gabi*: halbe stunde. setze mich hin, neben mir eine mittelalte eigenartige tönfrisur und ein rentnergrauhaarstandardschnitt (die zeiten, in denen ich zu szenefrisören gerannt bin, sind länger her – das ergebniss war nie besser). ich lese. aus der halben stunde wird schnell eine ganze. weil der laden voll ist und uschi* was essen muss (sie ist schon seit halb neun da). dann ruft noch eine bekannte an und uschi muss telefonieren. zwanzig minuten lang. danach ist gabi dran und redet auch noch mal zehn minuten. zwar wurden dem rentnergrauhaarstandardschnitt schon die haare gewaschen, doch die sind längst trocken. egal, wird trotzdem geschnitten. tönfrisur und gabi unterhalten sich ganz angeregt über den wellnessurlaub, den es letztens bei netto(!) gab. gabi freut sich schon, ist aber ein wenig verschnupft, weil einchecken erst um 15uhr ist und abreise schon um neun. tönfrisur meint, dass sei aber normal. dann kommt die scheren-vertreterin rein und gabi bedankt sich für die neue schere, weil die doch so scharf ist und sie sich gleich geschnitten hat: gesuppt hat das, hat gar nicht mehr aufgehört. und dann noch geeitert! ich bekomme angst. die vertreterin freut sich und lässt nochmal den katalog da.

jetzt bin ich dran. ich versuche immer, die kommunikation mit den vertretern des schneidenden gewerbes möglichst gering zu halten. fragt uschi: wie solls denn sein? ich: kurz. sie: so vielleicht? dann am besten mit der maschine. 18mm? ich: mhm. dann fünfzehn minuten konzentriertes schnippeln, die haare dröppeln auf die schürze, ich schaue bedeppert und drehe meinen kopf wie gewünscht. dabei erinnere ich mich jedesmal an meine kindheit, in der die dorffrisöse mir immer meinen kopf zurecht gedrückt hat. die zeiten sind zum glück vorbei. manchmal erwische ich mich, wie ich grimassen schneide, die schneidende dienstleisterin ignoriert das gekonnt und schweigt. der kommentar, der jedesmal kommt: die schönen locken, ich wäre so glücklich… irgendwann werde ich mal aufspringen, ihr ihre schere in den bauch rammen und sie anschreien: nein, das wärst du nicht, weil du dann öfters waschen müsstest, öfters zum frisur müsstest und überhaupt unzufrieden wärst! verdammt! aber das nur nebenbei. ich fertig und dann nischt wie raus hier.

vor ein paar jahren sah ich mal so aus. und das war ein fehler. jedesmal beim polizeikontakt ernte ich blöde kommentare.

DISCLAIMER: im übrigen habe ich garnichts gegen frisösen. ich komme nur nicht mit der situation klar. muss also an mir liegen.

*namen von mir erfunden, würde mich aber nicht wundern, wenn die tatsächlich… 

One thought on “devil’s haircut! in my mind!

  1. na den haarschnitt hättest du dir aber auch selbst verpassen können. :)
    musst du keine fragen beantworten, und dich textet auch keiner zu…

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