meine versuche mit der nicht mehr ganz so kleinen roibertochter (8) in grundzügen programmieren zu lernen, führten bisher über scratch und einem raspi-starterset. alles noch zu abstrakt und die motivation war schnell weg, auch bei mir.

auf startnext gibt es ein interessantes projekt, auf das ich gern hinweise: calliope.

Aus den Kommentaren:

Als wir in die Grundschule gegangen sind, hat uns der dort ansässige Pädagoge gleich mal folgende Dinge um die Ohren gehauen:

Erstens: Löten geht gar nicht in der Grundschule, 400°C heiße Lötkolben könnten die Kinder vielleicht ja tatsächlich noch handlen, wenn sie gut aufpassen – aber kein*e Lehrer*in der Welt würde dafür die Verantwortung übernehmen.

Zweitens: Kinderhände in der dritten Klasse sind feinmotorisch nur in den wenigsten Fällen so weit entwickelt, dass sie problemlos kleinteilige Kabel an kleinteilige Pins anstecken können. Daher war eine Anforderung: Die Pins müssen sehr groß sein und sehr weit auseinander liegen. Daher hat Calliope die Sternform, damit man einfach breites Kupferklebeband drankleben kann, ohne gleich einen Kurzschluss zu verursachen.

Drittens: Um ein Arduino zu programmieren, braucht es idR eine Coding-Umgebung und das Flashen der Boards ist vergleichsweise kompliziert (zumindest bei den Boards, die ich kennengelernt habe). Calliope lässt sich über Editoren programmieren, die im Browser laufen, es wird eine HEX-Datei heruntergeladen und einfach auf der Calliope abgelegt, als sei sie ein USB-Laufwerk – einmal Reset drücken, danach ist sie programmiert. Das kann der Code Bug, wenn ich mich recht erinnere, zwar auch, aber der ist nun wieder ziemlich mager bestückt. Calliope hat einen Lagesensor, eine Farb-LED und einen Piezo-Lautsprecher an Bord, Calliope ist motor-ready, um mit wenig Aufwand preisgünstige Standard-Motoren gleich anschließen und programmieren zu können.

Es ging uns nicht darum, auf Teufel komm raus eine neue Platine zu bauen, vielmehr haben die uns bekannten Platinen in Detail die Anforderungen für den Einsatz in der Grundschule nicht erfüllt.

Die gesamte Hardware haben wir dabei von vornherein als Open Source konzipiert, die Dokumentation ist in Arbeit. Strenggenommen seht Ihr dieser Tage lauter Vorserienmodelle, die für den IT-Gipfel gebaut wurden, die nächste Version, die dann auch in Großserie gehen wird, wird noch einige Verbesserungen und Erweiterungen bekommen. Und die wird dann auch offen dokumentiert sein.

Was Cornelsen angeht: Wir sind das erste Projekt, für das jemals ein Schulbuchverlag Material unter CC Lizenz erstellt hat und es wird nicht bei dem kleinen Booklet bleiben, das für den IT-Gipfel erstellt wurde.

Wir sind ein Projekt, kein Produkt. Vieles ist noch in Arbeit, weil wir gerade nicht mit einer Friss-oder-Stirb-Haltung in die Schulen gehen wollten. Didaktische Konzepte werden gerade in enger Zusammenarbeit mit dem LPM in Saarbrücken weiter ausgearbeitet, wir werden eine Community Plattform launchen, auf der sich Lehrer*innen und Schüler*innen austauschen und ihre Codes teilen können. Wir wissen es nämlich gerade nicht besser als die Pädagog*innen, sondern wir sammeln deren Expertise ein. Panta rhei!

Maxim Loick

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