kroatienlogs #3: labin

labin (aka albona) besteht aus zwei teilen: einer historischen altstadt auf dem berg und einer neustadt am fuße des berges. klar, dass die touristen alle nach oben wollen und die stadt mit ihren autos verstopfen. aber es lohnt sich, verwinkelte gässchen, hinter jeder ecke etwas anderes zu entdecken. dazu viele restaurants und ein schöner blick ins tal. da waren wir öfters, weil nicht weit vom ferienhaus entfernt.

dabei ist die altstadt vor ein paar jahren fast eingestürzt, wurde doch der ganze berg vom bergbau zerlöchert und musste aufgefüllt werden, damit die einstürzenden stollen nicht die bausubstanz fressen. merkwürdigerweise gibt es in dieser besten lage auch viel leerstand, das schreit nach hausbesetzungen. nur kenne ich mich im kroatischen recht zuwenig aus, anderseits sind hausbesetzer auch nicht gerade dafür bekannt, die gesetzeslage vorher zu checken. wie auch immer, wer noch wohnraum in exklusiver lage sucht, der wird hier sicher fündig, über immobilienpreise habe ich mich allerdings nicht informiert.

die neustadt besticht durch sozialistischen realismus und sieht aus wie jede andere neustadt in europa. viele große supermärkte können nicht verhindern, dass es immernoch jeden tag einen lokalen markt mit frischem gemüse, obst und fisch gibt. unbedingt hingehen, so authentisch, da tauschste gerne zwanzig firlefanzsouvenirläden gegen ein.

ansonsten gibt es nicht viel mehr aus labin zu berichten. was da und auch in anderen istrischen städtchen auffiel: die kaffeebars, kleine cafés, in denen nur kaffee angeboten wird, in denen die einheimischen tagsüber stundenlang sitzen und miteinander reden. toll.

  

, , :

Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet: Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik (Hörbuch)

screenshot.539

lesen Sie dieses buch. in einfachen worten vermittelt es schlichte weisheiten, die jedoch von vielen – seien es journalisten, politiker oder konsumenten – nicht beachtet werden. teilweise unbewußt (siehe dazu auch KAHNEMANN, 2011), manchmal aber auch voll bewußt werden statistiken verzerrt dargestellt oder erhoben. dagegen hilft nur selber denken, denn meist können die fehler leicht entlarvt werden, man muss nur auf ein paar grundlegende dinge achten (die hier aus urheberrechtsgründen mal lieber nicht geannt werden wollen).

das hörbuch ist im grunde die vertonung der empfehlenswerten website unstatistik.de.


ähnliche bücher:

  

Filmkritik: American Hustler (2013)

eine story wie in Der Informant (2009) – eine verzwickte geschichte um korruption, betrug, mafia. drahtzieher sind Irving Rosenfeld und seine schöne freundin, die menschen überzeugen und manipulieren können. als dann ein engagierter FBI-agent auftaucht, wird das spiel immer komplexer, plötzlich sollen sentatoren und mafia-bosse fallen. klar, dass das nicht gut geht. tolle klamotten und styles und auch ein bisschen philosophie (“wir betrügen alle und am meisten uns selbst”).

  

Rainald Grebe & Das Orchester der Versöhnung: Berliner Republik

die musike von grebe begleitet dieses blog von anfang an, umso mehr habe ich mich über das neue album gefreut. war es doch lange ruhig um ihn. mehr noch, eine gewisse müdigkeit und traurigkeit war ihm anzusehen in den den videos der letzten jahre, als er durch die medienmaschine getrieben wurde. ich stelle mir das unglaublich frustrierend vor, wenn das publikum an den genau falschen stellen lacht oder gar mitklatscht. also toll, dass er die energie fand für dieses album und die zahlreichen auftritte. und es lohnt sich, er ist immernoch anarchist und beobachtet sehr genau gesellschaft und mitmenschen, gießt es in tolle stücke und trägt sie auf unnachahmliche weise vor, wird sogar politisch. toll.

  

:

Die Sprache des Feuers (Hörbuch)

eine feuerorgie der gewalt. ein ehamliger bulle ist jetzt schadensregulierer bei einer versicherung. als er einen hausbrand untersucht stößt er auf viele ungereimtheiten und verstrickt sich immer mehr in ein komplott. schnelle, harte, lineare erzählweise, ein bisschen hintergündiges zu physik und chemie des feuers und eine menge dunkler typen. dieses hörbuch macht spaß, auch wenn es keinen hohen literarischen anspruch hat. manchmal braucht man das.

  

kroatienlogs #2: unterkunft und umgebung

nach der beschwerlichen hinfahrt die ankunft in Labin. wir hatten ein ferienhaus auf dem berg, die straße dahin war eng und kurvig, die aussicht dagegen super.

wir hatten viel ruhe und natur um uns und jeden abend sonnenuntergang. an einigen tagen auch regen und gewitter, da konnte man zumindest klasse fotos machen. der briefträger kam mit dem moped, ansonsten war ruhe. von hier aus starteten wir unsere ausflüge, mehr dazu in den nächsten tagen.

  

fickt euch!

20140721_204452

eigentlich wollte ich nichts schreiben zu anti-amerikanismus, antisemitismus, rassismus und russenhass. aber es ist wohl nötig: hört auf, eure persönliche unzufriedenheit in geopolitischen und religiösen konflikten zu katalysieren. klar ist alles scheiße, was in der welt passiert. aber es hilft niemandem, wenn ihr die platten erklärungsversuche der medien noch weiter abstrahiert und längst überwunden geglaubte feindbilder beschwört.

20140812_080847

denkt nach und ignoriert propaganda, zeigt mit dem finger auf die hetzer, egal wo sie sitzen. die welt ist komplexer als dass man sie in gut und böse klassifizieren kann. schafft geheimdienste und rüstungskonzerne ab.

in diesem sinne: https://www.youtube.com/watch?v=rwj6SoWMfXQ

  

Deutschland – Hand der Ideen

Symbolbild: Deutschlandhand, Juli 2006

Symbolbild: Deutschlandhand, Juli 2006

letztens an der kasse im einkaufsladen fragte mich ein typ, ob ich deutscher muttersprachler sei und, als ich das bejahte, ob der folgende satz korrekt sei: “deutschland – land der ideen”. ich stutzte etwas, stimmte ihm zögerlich zu und wollte ihm noch die genitiv-nominalsatz-konstruktion erläutern, aber da war er schon um die ecke verschwunden.

nur bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher, ob der obige satz stimmt.

  

Zitat der Woche 33|2014

“Wer glaubt, dies nicht ertragen zu können und auch nicht neugierig genug ist, um es auszuprobieren, sollte die Lektüre an dieser Stelle abbrechen.”
(aus dem Vorwort von: LUHMANN, Niklas: Organisation und Entscheidung, 2000)

(meinen zarten Versuch das Buch zu lesen, habe ich nun erstmal nach hinten verschoben.)