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Berlin ist zu groß für Berlin

wunderbares buch mit vielen photos und abbildungen. der autor streift durch die stadt und erzählt geschichte und geschichten. natürlich ist er an manchen ecken unglücklich über vergangene bausünden und abgerissenes. er erzählt vom teufelsberg, fährt mit dem 104er von westend nach stralau, spaziert mit einem berufsspaziergänger, berichtet von einem untergetauchten im zweiten weltkrieg, von tempelhof, der invalidenstraße. und vor allem, macht er lust, wieder auf eigene erkundungen durch die stadt zu streifen, abseits der wege, die man immer geht.

vorwerfen kann man dem buch lediglich, dass es nicht viel umfangreicher ist.

spionagehinterziehung

vor sieben jahren war das bereits thema, der deutsche staat kauft auf ominösem wege schweizer CDs mit informationen zu steuerhinterziehung (wir berichteten). in den folgenden jahren folgten weitere CDs, es kam zu einigen anzeigen und selbstanzeigen. daraufhin hat wohl der schweizer geheimdienst NDB einen agenten nach deutschland geschickt, der die steuerfahnder ausspioniert hat. mit dessen informationen konnten hasftbefehle gegen die steuerbeamten gestellt werden. der spion wurde inzwischen festgenommen und hat sich sowohl in deutschland als auch in deutschland straffällig gemacht. hier mehr.

die afd zu besuch im bürgerpark

Der Mai
der Mai
der lustige Mai

der kommt herangerauschet.
Ich ging in den Busch und brach mir einen Mai

der Mai und der war grüne.
Tra-la-la-la-la-la-la-la-la

der Mai und der war grüne.

gestern war die große politik zu gast im bürgerpark pankow. die afd lud mit hüpfburg und bratwurst an ihren stand, eine handvoll leute kam dann auch. drumherum 300 polizisten, die das völkische blut und die hüpfburg beschützen musste vor ca. 600 gegendemonstranten.

nach einigem gerangel, entschied man sich bei der polizei, eine kette aus polizeiautos zwischen die hüpfburg und die gegendemonstranten zu stellen. und so zerfuhren die wannen den rasen, es blieb friedlich.

ein paar meter weiter war übrigens das fest der spd mit reichlich mehr besuchern und ohne polizei.

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Das Wetter vor 15 Jahren

das buch besteht nur aus einem interview, was eine nicht näher vorgestellte frau einer literaturbeilage mit dem fiktiven autor führt. über ein buch, dessen inhalt, entstehungsgeschichte und erzählerische intentionen sich dem leser nach und nach erschließt. viel meta-ebene auf 200 seiten, das gefällt nicht jedem, polarisierende rezensionen zeigen es. über literatur zu lesen, ist etwas anderes als lesen, ich habe mich mehrmals dabei erwischt, das besprochene buch lesen zu wollen. da spielt einem der kopf einen streich. haupttragend ist natürlich die story, die von hinten aufgerollt wird, aber immer wieder überraschende wendungen nimmt an stellen, an denen man eigentlich glaubte, längst vorbei gegangen zu sein. aber das kenne wir ja schon von den brenner-romanen. interessant auch die sprachlichen überlegungen und und biographischen anmerkungen. das buch sollte man gelesen haben, weil es erzählerisch so toll ist.