Was wäre unsere heutige Welt ohne die Mathematik? Und wo wäre die Mathematik ohne Gauß?

Naja, das weiß man nicht. Da müsste man schon in die Vergangenheit reisen und Gauß abknallen, aber würde man dann wieder zurück kommen oder hätte man sich dann die Möglichkeit eine Zeitmaschine in der Zukunft zu bauen zerstört? Alles kompliziert, aber Carsten Carl Friedrich Gauß hatte einfach die Gabe solch komplexe Zusammenhänge zu durchschauen.

Gauß misstraute bereits mit zwölf Jahren der Beweisführung in der elementaren Geometrie und ahnte mit sechzehn Jahren, dass es neben der euklidischen noch eine andere, nicht-euklidische Geometrie geben muss.

Er war einer der wenigen, deren Genie schon zu Lebzeiten anerkannt wurde. Gauß verdanken wir die Kenntnis über den Nutzen der komplexen Zahlen, er berechnete die Bahnen einiger Planeten, sein Integralsatz ist grundlegend für die Physik, dank ihm können lineare Gleichungssysteme heute genauer gelöst werden und Statistik ohne die Gaußsche Glockenkurve ist auch schwer vorstellbar.
Doch er blieb immer bescheiden und veröffentlichte bei weitem nicht alle seine Erkenntnisse, so dass vieles erst nach seinem Tod (1855) aus seinen Tagebüchern entnommen wurde.

Mag sein, dass der normale Wald- und Wiesenbürger diese gigantische Leistung gar nicht zu schätzen weiß, vielleicht noch nicht einmal den Namen „Gauß“ kennt und einfach die Resultate, die auf Gauß‘ Erkenntnissen basieren, genießt aber dieses Problem haben wohl alle schlauen Köpfe der Geschichte.

Und nun nochmal die Frage: Wo wären wir ohne die, die forschen und sich von der wachsenden Dummheit in der Welt nicht anstecken lassen?

Der zweite Tatort der damals noch jungen Kommissare – Brockmöller ohne Bart. Der Fall spielt komplett im Hotel – der alte Besitzer ist erfroren in der Kühlkammer – alle rennen rum und verstecken sich und lauschen und rennen rum und können nicht für eine Minute still stehen. Es ist wirklich anstrengend. Jeder hat ein Motiv und jeder beschuldigt den anderen. Doch unsere Kommissare lassen sich nicht aus ihrer stoischen Ruhe bringen und lösen den Fall auf Miss Marple-Art, ganz am Ende, alle Beteiligten treffen sich am Tatort und die Ermittler kombinieren live ihre Erkenntnisse und überführen so die Richtigen – das bleibt aber auch das einzige Highlight.

Gesellschaftskritik am Rande: Im Hotel sind fast alle Angestellten Ausländer, Polen, Tschechen, Türken – weil das billiger sei, so Stoever – von Integrationswillen damals keine Spur.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 07.09.1986

[xrr rating=4/7]

Passend zu Türchen 9 – die neunziger Jahre.

Das Jahrzehnt in dem noch alles besser war. Die Rechner waren langsamer, an iPhones war nicht zu denken, Fernsehen Fernseher hatten noch echte Tiefe (die gute alte Röhre), Sarrazin hat sich noch ums Geld und nicht um die Ausländer gekümmert und eine Schachtel Zigaretten hat noch 5 Mark gekostet und nicht 5 Euro.

Wir meinten alles ironisch, selbst die Ironie.

Angie hat noch im Arsch von Helmut Kohl gesteckt und echte Männer haben das Land regiert, man konnte noch Gen-Experimente machen ohne die Ökos aufzuscheuchen. ebay wurde gegründet und Frauen haben sich mit Arschgeweihen verunstaltet. In Berlin hatte man noch genug Platz für die Loveparade und Bands wie „Green Day“ und „The Offspring“ konnten sich in der Pop-Kultur als Punks bezeichnen.

Ja, wenn man mal so drüber nachdenkt war früher wirklich alles besser…

die schöneberger bar besteht nur aus theke. eine unendlich lange theke mit stühlen davor. wir sitzen an einem tisch, der anwalt1 gibt einen aus. es ist nach zwölf, beim eintreten hat man berlin verlassen und ist woanders. wo, ist nicht ganz klar. im paris der jahrhundertwende vielleicht. der kellner/besitzer/keeper ist eine institution im berliner nachtleben und plötzlich steht er neben einem und will eine bestellung. die preis sind gepfeffert, aber der anwalt2 wird zahlen. beim white russian runzelte der keeper die stirn, das sei ein feminines getränk. ich, schon leicht angetrunken, bestand aber drauf, weil doch der dude den immer getrunken hätte. der dude war ein verlierer, meinte der anwalt – und hier wäre ein interessanter filmwissenschaftlicher diskurs entstanden, hätte nicht die bestellung der anderen dieses wichtige thema unter den tisch fallen lassen. so konnte ich ihm lediglich ein ‚Aber bitte mit Milch!‘ hinterherrufen.

DISCO, Baby!

zwei coktails später, eine gemeinsame schachtel zigaretten und sehr viel text dann das jähe ende. absturz und wenig schlaf, kater und kopfschmerz.


  1. „Ich fragte mich wie lange wir das durchhalten konnten. Wann würde einer von uns anfangen diesen Jungen mit wirrem Zeug vollzuquatschen? Was wird er dann denken? Diese einsame Wüste war die letzte bekannte Heimat der Manson Familie. Würde er diesen grausigen Zusammenhang herstellen, wenn mein Anwalt anfinge zu kreischen, weil Fledermäuse und riesige Mantarochen sich auf unser Auto stürzen? Wenn ja, nun dann würden wir ihm einfach den Kopf abhacken und irgendwo begraben. Versteht sich ja von selbst, dass wir ihn nicht laufen lassen können. Er würde uns wahrscheinlich bei irgendner abgelegenen Nazistrafverfolgungsbehörde anzeigen und die werden uns jagen wie die Hunde. Hab ich das gesagt oder nur gedacht? Hab ich gesprochen? Haben die mich gehört?“ — Zitat aus Fear and Loathing in Las Vegas vom großartigsten Hunter S. Thompson, yeah! []
  2. „Mein Anwalt war nie in der Lage gewesen, die häufig von ehemaligen Drogensüchtigen vertretene Vorstellung zu akzeptieren, dass man ohne Drogen sehr viel berauschter sein kann als mit. Und ich auch nicht.“ — ebd. []

Automatische Umfrage: Snacks aus dem Geldautomaten?

Eine Umfrage zum Thema Automaten im Rahmen eines Forschungsprojektes am Fraunhofer IAO:

„Ziel der Studie ist es, mehr über die positiven und negativen Erlebnisse bei der Benutzung von Automaten zu erfahren, um dann die Bedienbarkeit und das Produktangebot von Automaten zu verbessern.“

...mat in dresden-neustadt (dezember 2006)

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1997 entstand ein neuer Stern am Rock-Himmel.
Der große Durchbruch kam schon nach 4 Jahren mit dem Album „White Blood Cells“ (u.a. mit dem tollen Lied „Hotel Yorba“).

Nach dem Folge-Album „Elephant“ kannte Sie dann wirklich jeder, denn es enthielt den bisher größten Erfolg „Seven Nation Army“.
Der Titel stammt laut Jack White von ihm selbst. Er hätte als Kind statt Salvation Army (Heilsarmee) Seven Nation Army gesagt.

Es müsste jetzt jeder gemerkt haben, dass es um „The White Stripes“ geht.

Also, wenn ihr mich fragt…BUMMM….“Steffen erklärt die Welt“….WUSCHHH….also, wenn ihr mich fragt
ist das eine der besten Bands der letzten 20 Jahre.

Und da sich Teile der werten Leserschaft einen näheren Bezug zur Türchen-Zahl gewünscht haben, ist hier jetzt ihr Welt-Hit…

Seit ein paar Stunden sitze ich hier rum und denke über einen tollen Inhalt für das 5. Türchen nach. Im Hintergrund läuft Janis Joplin. Plötzlich fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Warum nicht mal Janis Joplin ein wenig würdigen?

Es gibt zwar schon tausende Biografien, aber noch keine von mir… (und nein, Wikipedia hat hier keinen großen Einfluss, sondern eine hervorragende Dokumentation, die vor einigen Wochen auf arte lief)

Sie wurde am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas als Janis Lyn Joplin geboren.
1960 machte sie ihren High-School-Abschluss und verließ mit 17 das Haus, um sich als Sängerin einen Namen zu machen.
Nach 6 erfolglosen Jahren wurde sie 1966 in der Band „Big Brother and the Holding Company“ aufgenommen, mit der Sie in den folgenden 2 Jahren zunehmend bekannter und erfolgreicher wurde.
1968 gründete sie dann ihre eigene Band, die „Kozmic Blues Band“. In dieser Zeit hatte Sie Ihre größten Erfolge, trat sogar 1969 beim legendären Woodstock-Festival auf, allerdings lief es Band-intern nicht besonders gut, da sich alle kaum kannten und Janis Joplin sehr hohe Ansprüche hatte.

Unter anderem wegen Janis‘ enormen Drogenkonsums zerbrach die Band und es ging spürbar bergab. Nach einem Urlaub in Rio de Janeiro nahm Janis jedoch ziemlich überraschend keine Drogen mehr.
Von da an ging es nocheinmal kurz nach oben, bis sich die „Queen Of Bluesrock“ am 4. Oktober 1970 in Los Angeles mit einer Überdosis Heroin von der grausamen Welt verabschiedete.

Wie es sich für einen echten (Rock) Star gehört, starb sie mit 27 und platziert sich damit zwischen andreren Giganten wie Kurt Cobain, Jimi Hendrix und Jim Morrison (die übrigens nicht nur alle mit 27, sondern auch an den Folgen des Drogenkonsums gestorben sind).
Ihr hinterbliebenes Bargeld von 1500$, versoffen einige Freunde von ihr, so wie sich Janis Joplin es in ihrem Testament wünschte.

Danke Janis, für deine großartige Musik.

Ganz spannend in der ersten Hälfte, absehbar in der zweiten und lustlos am Ende. Ein Junge liegt tot im Kühlhaus, schnell fällt der Verdacht auf die Hofbesitzerin. Quasi das ganze Dorf ist gegen sie. Nur die Mutter des Toten nicht, da steckt mehr dahinter, Liebe gar. Doch wer war es nun? Vielleicht ein Unfall? Oder Vorsatz? Und was ist eigentlich mit dem Alten, der unbedingt den Hof kaufen will, um ein Restaurant zu eröffnen? Der Kölner Tatort spielt mal wieder auf der ganzen Klaviatur der menschlichen Gefühle und verrennt sich dabei im spätherbstlichen Nebel. Übrigens sind mal wieder alle im Dorf im Schützenverein. Ich sags ja immer wieder: Das kann nicht gut gehen.

Nette Episode nebenbei: Wie die Assistentin Franziska der Schenk-Tochter hilft und mit ihr das Arbeitsamt rockt.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 05.12.2010

[xrr rating = 5/7]

der 4. dezember ist immer auch barbaratag:

Die heilige Barbara ist eine der Vierzehn Nothelfer und gilt als Schutzpatronin der Geologen, der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr, der Artillerie, Patronin der Bergleute, der Schlesier, der Gefangenen, der Glöckner, der Architekten und der Helfer des Technischen Hilfswerks (THW). [wikipedia.org]

[…]1

Gerettet wird sie in letzter Sekunde von einem unbekannten, stark behaarten Mann, der ihr die Vorzüge des körperlichen Sex offenbart (sie kannte bisher nur den durch Drogen – die so genannten „Verzückungsübertragungspillen“ – simulierten Geschlechtsverkehr). [wikipedia.org]

Sie findet heraus, dass Durand-Durand mit der so genannten „Lustorgel“ eine Waffe erschaffen hat, die sein Opfer durch ein Übermaß an sexueller Freude tötet. Barbarella wird auch der Wirkung des Geräts ausgesetzt, überlebt jedoch und das Gerät wird dabei zerstört. Durch die Hilfe von Aufständischen auf dem Planeten können die Roboter und Raumschiffe „Des großen Tyrannen“ vernichtet werden. [wikipedia.org]


  1. an dieser stelle stand ein kompliziert filmwissenschaftlicher aufsatz, der innerhalb von nur 346 seiten glasklar und messerscharf sämtliche aspekte analysierte, die zur namensgebung „barbarella“ führten…. das exklusiv-interview mit Roger Vadim aus dem jahre 40143 war natürlich der höhepunkt… nicht unerwähnt die harschen kritiken und anfeindungen seitens des russischen feuilletons und des autors kluge repliken … kurz, der aufsatz ist beim aufräumen verschütt‘ gegangen… bitte beachten Sie beim aussteigen die lücke zwischen bus und bordsteinkante! was auch die enorme verspätung dieses eintrags erklärt. oder nicht. []

2011: nach inkrafttreten der novellierung des jugendmedienstaatsvertrags (JMStV) wurden große teile des internets einfach geschlossen. Viele Blogs sind schon im November und Dezember einfach so gestorben. Andere Seiten sind nur noch via einer komplizierten Altersverifizierung zugänglich und somit nahezu unerreichbar. Alle Seiten? Nein, eine kleine feine Seite wird sich nicht dem Willen beugen und macht einfach weiter. Laut Alexa auf Platz 5.466.974 aller Seiten und somit Leitmedium und Pflichtblatt an den Börsen dieser Welt.

am arsch: berlin im juni 2006

Doch was will das Ungetüm Jugendmedienschutzstaatsvertrag? Das weiß man noch nicht so genau, sicher ist nur eines: Es geht um Jugendschutz. Und der wird bei uns bekanntlich groß geschrieben. Und wie können wir Kinder und Heranwachsende am Besten schützen? Indem wir sie mit Bildung vollballern! Indem wir ihnen unsere Werte vermitteln und Wissen eintrichtern.

Der folgende junge Mann hat was zu sagen, und das sagt er dann auch. Vielleicht ein wenig zu zornig, aber anders versteht es unsere verrohte Jugend wohl nicht:

(via)

Dies ist ein Aufruf zur Revolte, dies ist ein Aufruf zur Gewalt!

Moment…darf ich das überhaupt schreiben?
Schließlich wurde dieser Text einer der besten deutschen Punkbands 1982 von der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ verboten.

Doch hier beweisen Slime echten Humor, wie das Video1 im Anschluss zeigt, denn sie singen die kritischen Wörter einfach nicht mehr mit, wodurch der Text wieder legal wird. Der geneigte Punk kann aber auf Konzerten jedes Wort mitgröhlen.

Da ich mich jedoch gegen Schnee wende, und nicht wie Slime gegen die werten Damen und Herren von der Polizei, gegen das System und gegen alles Andere was das „Schweinesystem“ stärkt, kann ich diese bösen Worte wohl verwenden.

Und hier ist der Anti-Schnee-Plan:
Wir gehen alle Flashmob-artig zu LIDL und besorgen uns einen Weed Burner.
Der nächste Schritt ist nicht schwer zu erahnen.
Überall, wo uns der Schnee stört, brennen wir ihn einfach Weg. Rohe Gewalt gegen Schnee. Feuer gegen Wasser. Der uralte Kampf der Elemente – von uns weitergeführt…


  1. Das Video ist leider nicht original, sondern nachbearbeitet, reicht aber um einen Eindruck zu vermitteln []

Nach 2006, 2007 und 2008 wird es dieses Jahr wieder einen Adventskalender geben. Steffen und ich werden versuchen jedes Türchen mit interessanten Dingen zu füllen… Viel Spaß!

Den Anfang macht eine Studie aus den USA, die von verjüngten Mäusen berichtet:

„Nach einem Monat waren die stark gealterten Mäuse gesundheitlich wiederhergestellt, sogar in ihrem Gehirn wuchsen neue Nervenzellen“, sagt Ronald DePinho.

Ein Menschheitstraum wird war: Der Traum vom ewigen Leben. Immerwährende Jugend. Hersteller von Haftcremes schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. Doch schon wenige Zeilen weiter wird diese ganze Illusion zerstört:

Einfach auf den Menschen übertragen lässt sich dieser Trick jedoch nicht.

Es folgt technisches Blabla. Aber bei genauerer Betrachtung lässt es einen aufatmen, denn will man überhaupt nie mehr altern? Bedeutet nämlich auch: Rente erst mit 167! Bedeutet auch: Überbevölkerung, verstopfter Nahverkehr, Arbeitsplätzemangel.

Uns wurde außerdem folgendes Video zugespielt, in dem man deutlich sieht, dass Rentner keineswegs so harmlos sind, wie man das gemeinhin annimmt:

Ahhrg, ein toller Fall, ein klassischer, mit Ritter und Stark und Starks Sohn und Ritters Frauengeschichten und Webers Schlacksigkeit. Ein Amerikaner fällt aus einem edlen Berliner Nachtclub und keiner wills gewesen sein. Verdächtige gibt es genug, denn der Tote arbeitete für einen Hedgefonds. Ab hier wirds eindimensional, der Betriebsrat ist bestechlich. Und die Journalsitin hatte was mit dem Manager, ihr Freund ist Hacker. Zum Glück lassen sich unsere Berliner nicht einschüchtern und ermitteln weiter. Zwischendurch schreibt Starks Sohn einen Aufsatz über Dialektik. Ganz große Dialoge. Empfehlenswert.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 16.03.2008

[xrr rating=6/7]