Posts filed under “berlingeschichten”
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 23
sonntag nachmittag in der u8 ab hermannplatz richtung wittenau, nach zagen versuchen, sich den 48h neukölln anzunähern: zwei jungmänner rappen ambitioniert wie teenietussis irgend ein lied vor sich her. der langhaarige hipster gegenüber fragt sie, warum sie kein reggae machen. unverständliches.
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 22
auch wenn es noch keine ernstzunehmenden ausschreitungen englischen vorbilds in d gibt (wahrscheinlich sind die rioten alle in london und plündern flachbildfernseher): die polizeipräsenz in berlin hat doch arg zu genommen. am samstag vormittag standen mehrere hunderte schaften an der bösen brücke und hielten die nazis von den gegennazis ab und vice versa. im schillerpark [...]
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 21
heute entstieg mitten im soldiner kiez eine mittelalte familie aus dem mittelschichtigen ökomilieu mit kleinen kindern ihrer familiendroschke. so ein kombi, wo der bierkasten UND der kinderwagen reinpasst. auf der heckscheibe prangte “allergiegetesteter innenraum”1 – wahnsinn, was es alles gibt. da kann man praktisch nie krank werden, man muss allerdings sein ganzes leben im auto [...]
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 20
so siehts da jetzt aus auf dem ehemaligen alten zentralvieh- und schlachthof an der s-bahn storkower straße – da haben sich die townhäusler richtig ausgetobt und uniforme blocks hingesetzt, die ganz schön nach 60er-jahre retro-future aussehen. amerikanisches suburbania, ihr wisst schon.
dabei sah es bis vor ein paar jahren noch ganz anders aus, alte baracken und allerlei verlassenes standen rum und erzählten von einer anderen zeit. erzählten ein stück industriegeschichte. heute muss man bei döblin nachlesen oder dieses kleine video schauen:
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 19
im in-szene-bezirk wedding, wo die latte-gläser nur so klirren und die selbstgedrehten (ohne zusätze!) dampfen, da vergisst man schnell, dass es auch alte leute gibt. alte leute geben muss, weil die ja aufgrund technischem fortschritt in der medizintechnik nicht so einfach verschwinden. wenn man aber den ganzen tag malochen ist, da sieht man sie nicht, weil sie morgens noch nicht auf rollator-achse sind und abends schon dem florian silbereisen an der heimischen gernsehapparatur zujubeln. jedenfalls! gestern abend stoppt mich eine rockerbraut, steinalt, mit helm und neben ihrem knallgelben roller auf und ab hüpfend. ob ich ihr nicht die zwei waschmittelpackungen nach oben bringen könnte. die waren doch so billig.
Geschichten aus einer viel zu großen Stadt pt. 18
Heute Morgen in der U9 Richtung Zoo: Ein nachlässig gekleideter Mann mit dreckigem kleinem Köter steigt ein, zeigt den Hitlergruß und beginnt zu palavern. Sehr laut und aggressiv stellt er sich als Leutnant Soundso mit Hund Robert von der Bürgerwehr vor und schreitet dabei mit großen Schritten von einem Ende der U-Bahn zum anderen. Alle [...]
geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.17
gestern aus gewesen. im tiefen prenzlauer berg mal wieder. erst inner tourikneipe stargarder ecke pappelallee. da, wo früher castorf, der eisenhändler war (eine interessante geschichte, hier und hier weiterlesen!). in dieser kneipe jedenfalls das bier für drei euro. happig. alles sieht irgendwie mexikanisch aus, am licht wird gespart und der kellner fragt uns gestikulierend, ob [...]
geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.16
tina veihelmann lebte mithilfe des kiezschreiberstipendiums im soldiner kiez, berlin-wedding zwischen 2006 und 2007. ein paarmal habe ich sie zu dieser zeit gesehen, wie sie auf der bank an der panke saß und sich geschichten erzählen ließ. die geschichten hat sie aufgeschrieben, kann man hier nachlesen oder in einem kleinen büchlein namens “soldiner spaziergang”. darin [...]
geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.15
gestern auf der admiralsbrücke in kreuzberg gesessen. weil auch schon SPON darüber berichtete. aber es war eher langweilig und skuril: da sitzt man auf einer brücke und trinkt bier neben hundert anderen, die auch sitzen und bier trinken. die sonne geht unter und die faschensammler sammeln die leeren bierflaschen. in der pizzeria nebenan gibt es [...]
geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.14
während am freitag in mitte nur gegangen wurde, trieb sich ein fuchs auf der sonnenallee rum und am sonntag wurde eine frau beleidigt, beim sonnenbaden! ansonsten nichts neues, und bei euch so?
Lippi rockt den P-Berg
Der (leider) real existierende Wolfgang Lippert hat schon 1985 erkannt, dass der Prenzlauer Berg das nächste große Ding sein würde. Der spätere Wetten dass..?-Moderator stolziert da musizierend durch den Kiez und wir erkennen so einiges wieder. Mit dabei Ikarus-Busse, die Schönhauser, eine coole Lederjacke und ganz alte Straßenbahnen. und, nunja, frisuren oder so. (via, via)
wie ich einmal mitten im tazkongress stand
am samstag wars, da wollten wir nur zu pictopia, einer ausstellung im weltkulturenhaus. ermäßigten eintritt bezahlt und dann umringt von langhaarigen wollpullis die sich zusammen fanden um zu diskutieren. dabei wollten wir doch nur zur ausstellung! die fanden wir dann auch und fanden sie zu klein. nette bilder, nette sachen, aber viel zu klein. und [...]
woran merkt man, dass finanzkrise ist? #2
…die leichten frauen des stöhnenden gewerbes auf der oranienburger betreiben nun aggressives marketing in eigener sache, indem sie jeden potenziellen kunden einfach mal anquatschen. ist mir so vorher noch nie passiert. gerade mit dem anwalt telefoniert, ob derartige kaltaquise überhaupt rechtens ist. anwalt meint, ich solle mich doch nicht so prüde aufführen…
Realitätsverlust
Gestern in der Regionalbahn der Grausamkeiten: Hinter mir eine Horde bayerischer Punks, auf dem Weg in die Punkhauptstadt Berlin. Mit Kasettenrekorder und passender Musik. Neben mir ein Freak, der ständig seinen Rubikwürfel löst und immer wieder neu verdreht. Und dazu Sven Regeners kleiner Bruder, in dem Frank nicht den Unterschied zwischen Hippies und Punks erkennt [...]
Warum wird Alkohol in Mitte von weniger weiblichen Jugendlichen getrunken?
Der Tagesspiegel hat eine interessante Statistik veröffentlicht, die ich mir flux mal geklaut habe. Und es ist erschreckend: In den Krankenhäusern Berlins wird gesoffen, dass es einem nur schlecht werden kann. Hier dargestellt sind nur die Jugendlichen, aber auch Erwachse greifen gerne zur Flasche. Vor allem in den bürgerlichen Vierteln. Da geht man zum Trinken [...]
gesprächsfetzen auf einer künstlerparty im friedrichshain
> hi, my name is candle. > candle? really? > yes. > gleich gehts los, die künstler sind noch am aufbauen, kamen zu spät. > äh. ok. habt ihr noch bier? oder soll ich welches holen. > weiß nicht, schau mal auf dem balkon nach. > und ihr kennt euch? wer seid ihr eigentlich? > [...]
lichterfelde, ey!
stell dir vor du bist schüler, wächst im gut bekochten hessen auf und darfst einmal im jahr auf große klassenfahrt ins wilde berlin. tage vorher sieht man dich schon in der tonträgerabteilung des örtlichen karstadts, wie du in die neuesten scheiben von deinen rappenden lieblingsgangstern reinhörst. klar, dass du da mal richtig einen drauf machen [...]
geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.13
dialog heute morgen in der trimm-dich-fit-tram*: (ein testosteronschwangerer endzwanziger setzt sich gegenüber einem testosteronschwangeren endzwanziger. türen schließen. bahn fährt an.) > ey! was willstu? > was hab ich gemacht? > suchst du streit oder so? > nein mann, aber du. > waaas? willstu auf die fresse? > machst du mich an? (die diskussion wird lauter) [...]