wir sind in amsterdam und fahren mit der fähre ins filmmuseum, dort sehen wir die ausstellung von Francis Alÿs.

es wird fahrrad gefahren, auch anfang januar. autos haben es schwer in den engen gassen. die brücken über die grachten ähneln sich und wir verirren uns in der stadt. wabernd überall der süßliche geruch von kiff, unvermeidlich bei der masse an touristen.

sie wirkt aufgeräumt, die hauptstadt und einwohnerstärkste stadt des königreichs der niederlande. neben den unvermeidlichen coffeeshops gibt es gutes essen und allerlei tand.

der öpnv ist gut ausgebaut und pünktlich, die sprache ist ungewöhnlich bis albern. es ist sauber, viel hipster, aber gibt auch süße gegenden.

jetzt einen schritt weiter gekommen. letztens hatte ich bemängelt, dass mit LineageOS und microg bestimmte apps nicht laufen, mit dem folgenden vorgehen gehen zumindest einige, inkl. dem verhassten whatsapp:

  1. rom flashen (ohne GAPPS!)
  2. magisk flashen
  3. dann NanoDroid-microG-*.zip und NanoDroid-patcher-*.zip von hier flashen

die bahn-app meldet mich an, obwohl sie dafür keine rückmeldung gibt. spiele, die google play games erfordern funktionieren weiterhin nicht.

jetzt wird es persoenlich und auch ein bisschen creepy. man moege mir verzeihen und auch der amerikanischen tastatur, die keine umlaute kennt. also passt auf. ich sitze im hotelzimmer in bielefeld (sic!) und frage mich also, ob tom waits, held laengst vergangener tage, noch tourt und vielleicht auch nach berlin kommt (spoiler: seit 2008 schon nicht mehr) und besuche seine seite. erfahre dort, dass der grosse daniel johnston kuerzlich gestorben ist. gott moege sich seiner annehmen. also spotify auf shuffle und volle lautstaerke, die haben wirklich alle alben. und durch wen kenne ich johnston? Dr. Juergen Kuttner! ich schrob dereinst 2009 ueber sein buch:

Kuttner hat mich sozialisiert. Jahrelang Sprechfunk, Dienstag nacht von 22 bis 1 auf Radio Fritz – ich meine: dieser Mann hat mich Denken gelehrt und beeinflusst wie nur wenige. Großartige Denk- und Sprechakrobatik, man kann ihm nicht dankbar genug dafür sein.

und was erfahre ich beim losen herumgooglen? ab morgen wird es wieder den sprechfunk geben, diesmal auf radioeins. podcast ist abonniert, ich weine ein bisschen.

endlich befreit. als ich mein handy neu bespielte, flog auch ganz viel unnötiger ballast weg. nennen wir das kind beim namen: instagram. gelöscht ist sie, die blöde app. viel zu viele berechtigungen für eine simple foto hochladen-funktion. eine toxische community, influencer und celebrities buhlen um die teenager und likes, es ist so traurig. unklare geschäftsbedingungen (wem gehört das bild nach dem upload?) und überhaupt facebook als betreiber. da stelle ich mein bild doch lieber in das eigene blog. was uns zur frage führt: wenn keiner das blog liest, existiert das bild vom wald überhaupt? jedenfalls im wald gewesen, da war es neblig und kalt und pilze gabe es nur ein paar. aber unschlagbar: die stille. die schweren wanderstiefel erzeugen ein knacken, das wars, ab und zu vogelt ein vogel im geäst, die bäume machen auch geräusche im wind, sonst ist stille. du bist mit dir und deinen gedanken alleine. in der stadt ist ja immer was, und wenn es deine kopfhörer sind, die deine ohren zumüllen. jaja, wald ist toll.

in der koloniestraße, ecke kühnemannstraße in berlin gesundbrunnen gibt es ein hotel. das war früher mal ein wohnhaus und jetzt kommen schulklassen und touristen. darüber müssen wir uns aufregen, denn in wohnhäusern, die nun hotels sind, kann keiner mehr wohnen.
schaut man sich die bewertungen an, so hat man viel amüsemang. denn oft sind die gäste vom fluglärm genervt – was ziemlich witzig ist, es kommen vermutlich viele mit dem flugzeug angereist.

Screenshot von google.de

das chinesische telefon läuft schon länger mit lineageos (vorher: CyanogenMod). nun habe ich es geschafft, beim upgrade auf android 9 pie auf die google dienste zu verzichten – dank dem microg-projekt und viel gefummel läuft nun alles rund und ohne dass google meine daten bekommt. microg ist leider erforderlich, um zugang zum play store zu haben (via aurora droid), da der sonst sehr empfehlenswerte f-droid store nicht alle apps hat. eine menge alternative apps verrichten nun ihre stummen dienste und ich kann besser schlafen. einen einstieg bietet mike kuketz, in wahrheit ist es viel ausprobieren, versuch und irrtum. und natürlich viel weniger komfort. denn schon allein die schnöde deutsche bahn-app verweigert den login ohne play services-zugang – da fragt man sich, warum und greift auf die website zurück. oder die taxi-app freenow (früher mytaxi) – warum nur mit google? insgesamt läuft alles schneller und mit magisk und adaway sehr viel abgeschotteter. danke, community.

ix glaube ja, dass es … - wirres.net by ix (fachblog für irrelevanz)
ix glaube ja, dass es wichtig ist, alle die da (freiwillig) mitmachen, konsequent mit verachtung zu strafen, auch die, die daran arbeiten dem drecksblatt ein besseres image zu verpassen, z.b. mit unkritischen, menschelnden, empathischen interviews/portraits der (mit)macherïnnen. / Ich kehre dann auch wieder zu meiner bew&228;hrten Tradition zur&25 …

am 7. oktober wird berlin blockiert.

mehr dazu: https://extinctionrebellion.de/berlinblockieren/

@pixelroiber@mastodon.social 🔗 https://mastodon.social/users/pixelroiber/statuses/102699137111388062 by pixelroiberpixelroiber (@pixelroiber@mastodon.social)
Der Wikipedia-Artikel "Hanswurst" beschreibt die typischenn berliner Szene-Nachbarn: "Sein Kostüm bestand aus einer roten, offenen Jacke mit bauschigen Ärmeln, blauem Brustfleck und mitten darauf zwischen den roten, grün eingefassten Hosenträgern ein grünes Herz. Er trug eine weite gelbe Hose, die nur bis zu den Knöcheln reichte, dazu niedrige derbe Schuhe aus Leder und einen breiten Ledergurt mit großer Schließe aus Metall, auf dem Kopf den grünen Spitzhut und am Gürtel ein hölzernes Schwert."

Statement in Pankow, Mai 2019

vor ein paar jahren verkündete ich noch stolz, meine nachrichten ausschließlich von postillion, titanic und fefe zu beziehen, heute ist mir das peinlich. ich war so ironisch und satt. damals war die afd eine spaßpartei mit euro abschaffen, heute sind sie eine nazipartei mit menschheit abschaffen. wir haben die layer verdoppelt und jetzt verstehen wir uns selbst nicht mehr.

„Wir meinten alles ironisch
auch die Ironie“
– Rainald Grebe

ironie, und sein kleiner böser bruder, der sarkasmus sind auch selbstschutz. um sich zu distanzieren, abzuheben. vom wahnsinn der alltäglichkeiten, und vom wahnsinn der nachrichten.

inzwischen geht mir das nur noch auf den geist, ich bin so müde und, es langweilt, es nervt, es ist nicht produktiv. weil es außerhalb der ironischen blase niemand versteht, weil es den ironiefreien spaßvögeln von rechts gefällt. hier, sowas meine ich.

„Warum kommt meine Ironie nie durch
Wenn ich „ja“ sag‘ mein‘ ich „nein“
Warum kommt meine Ironie nie durch
So schwer kann das nicht sein“
– Marc-Uwe Kling

ab und an lese ich noch gedruckte zeitungen, doch da finden sich die auch nur noch die debatten aufgewärmt, die twitter schon durch hatte. weil die journalisten auf twitter rumhängen und keiner mehr selber denkt. dafür ist keine zeit mehr, man könnte den nächsten aufreger verpassen.

Die Frage ist nur, warum es wenige Menschen geben soll, denen BMW exklusiv gehört und die das weitgehend alleinige Recht haben, über Gewinne zu verfügen.

Wir könnten uns dafür entscheiden, unseren Wohlstand nicht auf die Produktion von Waffen aufzubauen, sondern unsere Produktivkraft einzusetzen für Dinge, die uns nutzen, Wohnungen zu bauen oder Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Hier das Interview der ZEIT mit Kevin Kühnert (ohne Paywall). Das Interview, das seit Mittwoch jeden triggert. Auf dem Scheiterhaufen wollen sie ihn sehen, mindestens aus der SPD ausschließen. DDR! schreien sie und SOzAiLisMUS!!! Sie wollen, dass alles so bleibt und niemand über den Tellerrand guckt. Also ist jeder ein Ketzer, weil es ans Eingemachte geht. Gut so! Die Reaktionen sagen eigentlich mehr über die Schreihälse als über Kühnert. Von ihm kann man sich nur mehr Radikalität wünschen und dass er demnächst Kanzler wird.

throwback in april 2016: in einem hof eines berliner bürogebäudes in mitte passieren merkwürdige dinge. das architektonisch höchst bedenkliche gesamtkonzept aus oval, trapez und dreieck wird gestört durch zwei rechteckige löcher. absperrband verhindert unfälle.

eine frau entfernt sich zügig von der szenerie. ist sie soeben dem loch entstiegen? hat sie sich von der korrekten ausführung des bauvorhaben überzeugt? hat sie gar ihren kollegen in die grube gestoßen?

links oben im bild eine weitere grube, nah am haus. vielleicht auch einbrecher, die sich in büroräume graben wollten? oder in eine bank, aber sie haben die pläne falschrum gehalten und sind hier im hof rausgekommen?

alles sehr mysteriös und wir werden nie die wahrheit erfahren.

in templin haben sie kurz vorm mauerfall ein wellnesshotel für stasimitarbeiter gebaut, sind aber nicht fertig geworden. die gebäude wuchern seit zwei jahrzehnten zu und die natur schafft eine ganz angenehm düstere szenerie. in etwa so stelle ich mir tschernobyl vor.

auf youtube gibts auch einige videos zu diesem lost place, z.B.:

Media Team Uckermark: Das Stasihotel Buchheide in Templin
Geox World: Lost Place DDR Hotel Buchheide

leider hatte ich das falsche objektiv dabei, aber ein bisschen eindruck ist immer:

vorher im blog: #templogs (12/2016)

In Prag am Wenzelsplatz gibt es einige Passagen oder Arkaden. Das sind jedoch keine eigenständigen Gebäude, sondern in die bestehenden Häuser integrierte Durchgänge mit Läden und Restaurants. Man spaziert in einem Labyrinth und entdeckt immer wieder Neues. Die bekannteste ist wohl die Passage im Lucerna (erbaut 1907-20). Da hängt auch eine ungewöhnliche Skulptur von David Černý:

Wenn ich das richtig sehe, gibts solche Passagen auch in Wien. In Episode #153 des Zeitsprung-Podcasts spricht Thomas Harbich darüber und nennt sie Durchhäuser.

Unter #praglogs mehr aus Prag

Wir besuchen die Stadt an der Weichsel, Kultur und Städtetourismus. Für ein paar Tage in einem Hostel, angereist mit dem Bus. Ein Stadt voll Geschichte, jüdischer Erinnerungskultur, vor allem aber polnischer Identität. Hier liegen die Herrscher begraben, hier schlägt eines der vielen Herzen Europas. Jeder Stein ist Geschichte. Und zwischen Erinnern und Gedenken, das einem die Kehle zuschnürt – das KZ Auschwitz-Birkenau ist nicht weit – ist eine moderne Stadt entstanden, mit allem Pipapo des Kapitalismus, sodass es schwer wird noch Authentizität zu finden. Überall Wodkashots und Zapiekanka (lecker!), Touristen und nochmals Touristen. Städtebauliche Verbrechen neben Highlights der Architektur aus mehreren Epochen.