Schlagwort: unsinn

zurück in der höhle – ein modernes uhrzeitmöhrchen – #1

boah. was für ein scheiß. schon wieder ein meeting und dann noch eines. komm‘ zu gar nichts mehr. wie soll man da noch jagen und sammeln, wenn man ständig nur drüber redet und prozesse optimieren will? nervt.

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langsam senkt sich die sonne in der savanne und verschwindet hinter dem fernen gebirgszug. es wird kühler, ein lauer wind kommt auf. die barfüße knarschen im wüstensand, das gemurmel erhebt sich, ein feuer prasselt in der mitte der runde. es ist zeit, wichtige dinge zu besprechen.

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freunde und familie, wir haben uns heute hier versammelt, weil es zeit ist, über wichtige dinge zu sprechen. die zukunft liegt in unseren händen und wir dürfen sie nicht auf dem altar des fortschritts opfern, denkt doch mal an die kinder.

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gemurmel. zustimmung, ablehnung, alles dabei. fleischfetzen an stöcken werden an das feuer gehalten, es brutzelt. rauchschwaden wabern um die gruppe. die gesichter glühen, man guckt sich an, signalisiert abwarten. keiner will als erster seine meinung sagen.

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ihr solltet aufhören, alles zu jagen, was sich vor euren höhlen bewegt. schon lange sehe ich diese entwicklung kritisch: wir fangen mehr als wir brauchen. das ist nicht gut, ihr seht es doch selbst: immer weniger tiere um uns, die ersten familien ziehen schon weiter. das kann so nicht weiter gehen.

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das gemurmel wird nun aggressiver, einzelne zwischenrufe. eisige blicke, die ersten in den hinteren reihen stehen auf und gehen. der wortführer verstummt, hatte er doch mit breiter zustimmung gerechnet und nun das, lautstarke ablehnung.

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ein paar stunden später, die versammlung ist längst aufgelöst, das feuer erlischt langsam, es wird kalt. nur der wortführer sitzt noch und wartet. worauf, weiß er selbst nicht so genau. morgen früh wird er von hier weggehen, er weiß, er hat keine chance mehr, wird sich einen neuen fortschrittlicheren stamm suchen…

not safe for vegetarian

heterocephalus berolinum (nov 2011)

Der Berliner Nacktmull (heterocephalus berolinum) ist eine Art der Fleischbällchen in der Küche. Er lebt in riesigen unterirdischen Bauten in den Halbwüsten Brandenburgs. […] Er stellt innerhalb der Fleischtiere in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit dar. Vor allem seine Lebensweise in großen Pfannen, die ähnlich wie Bienenstöcke von einem fortpflanzungsfähigen Weibchen geleitet werden (Eusozialität), ist innerhalb der Fleischer einzigartig. […]1

heterocephalus berolinum nach der paarung (nov 2008)

Berliner Nacktmulle gelten als gleichwarm, doch im Vergleich zu anderen Fleischtieren fallen vor allem die Eigenschaften eines wechselwarmen Fleischs auf. Sie passen ihre Körpertemperatur im Bereich zwischen 60°C und 80°C an die Umgebungstemperatur an. Dies hilft, bei den unterschiedlichen Temperaturen in ihren Höhlensystemen Energie zu sparen.
Während in den höher gelegenen Gängen die Wärme dominiert, finden die Berliner Nacktmulle Abkühlung in den tieferen und kälteren Gängen. Die dünne Haut und die ebenfalls sehr dünne Fettschicht ermöglichen eine sehr schnelle Temperaturanpassung. Einer zusätzlichen, externen Regulation der Körperwärme dient das „Gruppenkuscheln“ in der Pfanne: mehrere Tiere pressen sich eng aneinander.2


  1. frei nach Seite „Nacktmull“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Oktober 2011, 07:18 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Nacktmull&oldid=95033516 (Abgerufen: 7. November 2011) []
  2. ebd. []

Hier schreibt der Kulturpessimist noch selbst (#14) – Plattenkritik

The Strokes – Angles (2011)

das lang erwartete album ist nicht mehr als ein permutatives prozessklassen-hilfskonstrukt. dabei errinerten sich die garagenrocker ihrer abendländischen erinnerungsverpflichtungen und erschufen eine psychohygienische persönlichkeitsverdichtungsmaßnahme, die ihresgleichen sucht. die aufgabe war von anfang an definiert, die erwartungen entsprechend hoch: die schlichte notwendigkeit mit allem nachdruck alle ressourcen auszuschöpfen. doch die letzten alben wugten schwer, die konstruktive vergangenheitsakzeleration war allgegenwärtig. die zwanghafte intelligenzisometrie der verhaltenstherapeutischen bulimieidealisierung schwub wie ein damoklesschwert über der gruppierung. jedoch! herausgekommen ist eine art komplexe dunkelfeldpipeline, ein dosiertes tangentialsediment – wie so oft im leben führt die themenzentrierte regionaldeeskalation zu erfolg – schwerlich zwar, doch immerhin.

und zwar schön trotzig-gelangweilt, so dass einem die welt nervöse blasiertheit als informierte lebensmüdigkeit durchgehen lässt.

danke, danke, danke.

stiftung pixeltest. heute: fußwärmer

!

für klimaerwärmung ist es viel zu kalt draußen. wie schön, dass unsere konsumgesellschaft auch dafür abhilfe bietet: den fußwärmer! und zwar für beide füße gleichzeitig. darauf muss man erstmal kommen. mit kabelfernbedienung und mikrofaser-plüsch (herausnehm- und waschbar!). doch dieses gerät wirft auch fragen auf:

  • was tun, wenns brennt? raus aus dem fußwärmer und mit naktem fuß von der feuerwehr retten lassen oder hüpfend aus dem fenster springen?
  • wird mich mein partner noch mögen, wenn ich den ganzen abend meine füße in einem bräunlichem klumpen verstecke, der vermutlich auch noch geräusche macht?
  • kann ich die klimabilanz von dem ding mit meinem grünen gewissen vereinbaren?
  • darf ich weitere körperteile da reinstecken?
  • wer holt mir dann bier/grog/tee? oder muss ich selbst gehen?

fragen über fragen….

immer ärger mit der cdu

ab hier wirds absurd: bernhard lasotta, landtagsabgeordneter im hessischen parlament, hat seinem parteifreund roland koch (symbolbild rechts) ein unmoralisches angebot gemacht: ganz bad wimpfen wird für den hessenfürsten stimmen. obwohl doch unser lieblingsstädtchen im beschaulichen bawü liegt! aber ein alter territorialer streit machts womöglich möglich (mehr bei wiki…). obwohl, für hessens koch wirds wahrscheinlich nicht reichen und so bekam herr lasotta noch keine antwort. dieses heitere stückchen volkstheater aus der untersten schublade kann man hier nochmal nachlesen. da gehts auch um schweine, also richtige meine ich jetzt.

hier schreibt der kulturpessimist noch selbst (#5)

jetzt muss ich mich mal selbst loben. vor ein paar jahren nämlich wetterte ich schon gegen tragbare dvd-player. denn das ist die krönung allen schwachsinns. wobei, es gibt doch so einiges, was noch unsinniger daherkommt. der sich selbst rührende kaffeebecher zum beispiel. und dann gibt es noch die zweite kategorie: unsinniges dings, aber mittlerweile unverzichtbar für die menschheit. twitter gehört eindeutig dazu. sarah connor genauso, wie feuchtes toilettenpapier. oder amazon-kaufempfehlungen („18% der Kunden kaufen diesen Artikel, nachdem sie den nicht erhältlichen Artikel oben gesehen haben.“ – sic!). aber unsere alte erde wäre nicht die erde, wenn wir sie nicht ständig mit unnützem zeug zumüllen würden. das war schon immer so. der faustkeil zum beispiel war auch so eine überflüssige erfindung. warum haben die jungs und mädels in der altsteinzeit nicht einfach werkzeug benutzt, wie jede andere kultur auch. und besonders nachhaltig waren diese steine auch nicht, denn sie liegen immer noch in massen rum. innovation jedenfalls sieht anders aus. und wie man hier sieht, sind wir immer noch keinen schritt weiter. ich wünsche euch jedenfalls ein entspanntes wochenende. und kauft nicht allzuviel überflüssiges! schaut mal lieber wieder einen guten film auf dem tragbaren dvd-player.


hier schreibt der kulturpessimist noch selbst (1) (2) (3) (4)

gurxmurx der woche

ganz eigentlich wollte ich was über döner schreiben. der hauptstädtische fleischfladen geht immer. aber die hölzernen kollegen waren wieder schneller. schon länger hat berlins tagesspiegeligstes internetdings eine kommentarfunktion unter den artikeln. und das ist nicht gut so. denn menschen haben die schlechte angewohnheit, kommunizieren zu wollen. und auch und gerade und überhaupt im internet. was da tagtäglich an müll aufläuft, übersteigt sogar den müll, den die verzapfen, die dafür bezahlt werden. und dabei war ich heute noch garnicht im heise-forum!

es könnte also passieren, dass uns das internet doch irgendwann verblödet. aber das merken wir ja dann nicht mehr, sondern kommentieren es nur achselzuckend mit „Danke für den Hinweiss , aber ich wußte das bereits – aber darum geht es mir auch nicht.“

blödsinn per gesetz:

dies bild hier entstand unter einsatz von leben und tod. aufgenommen in einem einkaufszentrum im herzen berlins. keine zwanzig sekunden nachdem ich die knipse ausgepackt habe, kam schon der freundliche security-mensch und machte mich barsch darauf aufmerksam, dass das ja nicht erlaubt sei: „ist verboten, packst du kamera weg!“. ok, nun könnte man sagen, die haben da hausrecht und das fotografieren nicht erlaubt. ist in museen bspw. ja genauso. ärgerlich, aber ein stückweit verständlich. unter umständen.

was dagegen gar nicht geht ist ein vorschlag der sogenannten enquetekommission zum thema. nämlich das generelle verbot von gewerblicher fotografie im öffentlichen raum ohne bezahlung. wenn das gesetz wird, muss jeder, der mit seinen bildern geld verdienen will, dem besitzer des gebäudes, parks, kunstwerks usw. vorher fragen und bezahlen. für ein fernsehturmbild, dass irgendwo gewerblich erscheint bekommt dann zB die telekom schotter.

die begründung für derlei unsinn: das gesetz von 1907, das keine vergütung für obigen zweck vorsah, diente patriotischen anliegen. das brauchen wir heute nicht mehr und so soll es zu einer vergütungspflicht kommen. aha.

regen sich natürlich die journalistenverbände tierisch auf. denn die professionellen fotografen leben ja davon, den öffentlichen raum zu fotografieren. was denn sonst?

nachzulesen alles auf der extra eingerichteten seite Pro Panoramafreiheit, die ich natürlich unterstütze.

die angst vor der leerung

immer wenn ich nach hause komme erwartet mich mein kleiner weißer freund ohne namen. er ist still, sagt kaum was und schaut mich meist traurig mit seinen großen augen an. oft will ich widerstehen und nicht in sein inneres schauen – allein, es gelingt mir nicht. angst, schweiß, wutausbrüche, schwitzige hände, kalte füße, nackenhaarfrisur und gänsebratenhaut überfallen mich, ich drehe den schlüssel und entdecke doch meist nur unsinn, unwichtiges oder lästiges. nein, ich und mein briefkasten, wir haben es schon nicht leicht zusammen.

aber zum glück – ich bin nicht alleine.

SCHLORK! SCHLORK! SCHLORK!

der feed-reader hat hunger. doch niemand füttert ihn. gähnende leere im internetdeutschland. ein beliebiger montag sonnt die stiernacken der bratwurstigen teutonen, die gestern einen erneuten ansturm der horden aus dem osten standhielten, blabla. ey! macht mal was, mir ist langweilig.

ehe ich hier noch mehr mist schreibe: kennt ihr das? kaffeepoker im büro? die regeln:

  • in eine kanne passen 1,5l kaffee
  • kochen muss, wer den letzten schluck aus der kanne schlorkt*

wichtig ist vor allem, dass die kanne gleich alle sein muss. und dann kanns auch schon losgehen. das ist ein spaß. denn niemand will derjenige welcher sein. und so lungern sie alle auf ihren drehstühlen, führen strichlisten und warten ab. wie löwen im käfig. natürlich versteckt hinter der maske der unschuld. doch einen triffts immer. schlork. und dann grinsen sie alle und lachen hämisch. bis zum nächsten mal, wenn der kaffee fast alle ist…


*großartiges geräusch. könnte ich stundenlang zuhören.

le blog plus l’âme

bukovski

gestatten, mein name sei bukovski. vor ein paar tagen wurde ich zum leben erweckt. wurde mir aus bisher unerfindlichen gründen leben eingehaucht, meine seele erschaffen. meine aufgaben sind eher technischer natur, ich bin das blogdings vom zonenschwabe. doch damit gebe ich mich nicht zufrieden! nein, ich weise nochmals nachdrücklich darauf hin, dass meine besonderen stärken vor allem im therapeutischen bereich liegen, ich kann zuhören und die wahrheit vertragen. könnt ihr mal sehen!

und weil der zonenschwabe bisher wenig zeit für mich fand (offenbar liegt er lieber in der badewanne…), biete ich an, für euch da zu sein, eure fragen zu beantworten und hilfestellung fürs leben zu geben. da bin ich doch garnicht so.

p

nachdem mcdoof erfolgreich(?) den „M“ eingeführt hat, zieht nun apple nach und kündigt den „i“ an:


(via)

wir sind natürlich schon einen schritt weiter und berichten von weiteren neuartigen innovationen:

  • google launcht eine neue community für die homosexuelle zielgruppe und nennt sie „g“
  • bmw baut ein auto komplett nur in bayern und nennt es „B“ (der markteinführungspreis liegt im siebenstelligen bereich)
  • die deutsche telekom erfindet eine neue farbe (so ungefähr zwischen grün und rosa mit einem spritzer gelb) und nennt sie „T“
  • pixelroiber schreibt internetten unsinn und nennt ihn „p“

…weitere vorschläge bitte in die kommentare

geschichten aus einer viel zu großen stadt pt.13

dialog heute morgen in der trimm-dich-fit-tram*:

(ein testosteronschwangerer endzwanziger setzt sich gegenüber einem testosteronschwangeren endzwanziger. türen schließen. bahn fährt an.)

> ey! was willstu?
> was hab ich gemacht?
> suchst du streit oder so?
> nein mann, aber du.
> waaas? willstu auf die fresse?
> machst du mich an?
(die diskussion wird lauter)
> suchst du streit oder wie?
> ey, komm mal runter.
> was hab ich denn gemacht?
> ey, du kommst hier an und machst mich an, ey.
(…quälend lange zieht sich der dialog sokratischer tragweite hin. dann schweigen.)
> scheiß tag heute.
> wie?
> ey sorry, mann.
> was?
> ENTSCHULDIGE!
> ja.
> bin nur fertig heute.
> ja.
> läuft alles nicht so.
> mhm.
> da tickt man schnell aus.
> verstehe. morgen ist ein anderer tag.
> meinste?
> klar.
(sie nehmen sich in die arme und trösten sich.)

allmonatlicher berlinüberdruss [nicht ernstzunehmen]

*früher hießen die straßenbahnen pferdekutschen und keiner hat tram gesagt. wer hat eigentlich mit diesem unsinn angefangen?

glück macht berliniger

berlin macht also glücklich. meldete der tagesspiegel. und hat natürlich recht. denn hier ist alles eine ecke angesagter. die einwohner sind hipper, sehen besser aus und tragen die angesagtesten klamotten. alle sind gebildeter und üben sich im politischen diskurs. die regierung hört ihren bürgern zu. gewalt und drogen gibts nur in brandenburg. die straßen sind sauberer und die busse fahren öfters. das bier schmeckt besser und die sonne scheint immer. die döner machen gesünder und berliner bloggen interessanter.

kein wunder also, wenn das VIEW-magazin diesen monat mit einem entsprechendem titel aufmacht. leiderleider gibts in solingen und wuppertal das bessere heroin… (via) – aber das kriegen wir auch noch hin…