Schlagwort: quatsch

Spaß im Mauerpark

Glaubt man den Polizeiberichten der vergangenen Tage, so gibt es jeden Abend eine große Party im Mauerpark. Nun, die gab es schon immer. Sobald es nur irgendwie warm wird, sind die Wiesen voll mit Menschen, die friedlich rumsitzen, quatschen und trinken. Meist macht auch einer Musik. Die Polizei schiebt in letzter Zeit verstärkt Einsätze und wird auch tatsächlich fündig – ob es da einen Zusammenhang gibt mit der bevorstehenden Walpurgisnacht, wo es in der Vergangenheit an gleicher Stelle Rambazamba gab?

Witzig jedenfalls, dass ein Anwohner um zehn Uhr abends die Polizei ruft, um sich über Trommeln zu beschweren. Da sieht man mal, wie hipp man da wohnt…

berliner:mauerpark

immer ärger mit der cdu

ab hier wirds absurd: bernhard lasotta, landtagsabgeordneter im hessischen parlament, hat seinem parteifreund roland koch (symbolbild rechts) ein unmoralisches angebot gemacht: ganz bad wimpfen wird für den hessenfürsten stimmen. obwohl doch unser lieblingsstädtchen im beschaulichen bawü liegt! aber ein alter territorialer streit machts womöglich möglich (mehr bei wiki…). obwohl, für hessens koch wirds wahrscheinlich nicht reichen und so bekam herr lasotta noch keine antwort. dieses heitere stückchen volkstheater aus der untersten schublade kann man hier nochmal nachlesen. da gehts auch um schweine, also richtige meine ich jetzt.

aus die maus:

HOCHinteressantes Interview mit Professor Edzard Ernst, der gerade ein Buch über alternative Heilmethoden veröffentlicht hat. Und ich freue mich derweil diebisch darüber, was er hier in den sperrigen Satz gepackt hat:

„Bei der Homöopathie glauben wir, dass keine Evidenz dafür besteht, dass sie mehr als ein Placebo ist.“

Sag ich doch die ganze Zeit! Wobei man ja zugeben muss, dass die ganze Diskussion doch sehr dogmatisch geführt wird. Meist kommt dann einer daher und erzählt eine Story, wie er selber oder ein Bekannter von der Naturheilkunde erretttet wurde. Professor Ernst entkräftet auch das und sagt:

„[…] dass es neben dem spezifischen Effekt einer Therapie auch unspezifische Effekte gibt, wie den Placebo-Effekt, die Therapeuten-Arzt-Beziehung, Selbstheilungskräfte des Körpers und so weiter. Aus wissenschaftlicher Sicht ist ganz klar, dass diese unspezifischen Effekte auch ohne spezifische Wirksamkeit eine Besserung bringen können.“

Und um seine Aussagen noch zu verdeutlichen gibts auch ein Preisgeld für den Gegenbeweis:

„Wenn jemand belegen kann, dass Homöopathika wirksam sind, dann geben wir, die beiden Autoren, aus unserer eigenen Kasse 10.000 Pfund.“

Und nun Eure Meinung bitte. Keine Fakten, nur Meinung.

Link zum Interview || Buch: ERNST, Edzard; SINGH, Simon: Trick or Treatment

technikmüde?

heute stand ich beim elektronikhändler des vertrauens, weil ich noch einen gutschein habe. und da stand ich dann rum und wußte nix mit mir anzufangen. ich brauche nichts. sowas! entweder viel zu teuer der quatsch oder ich brauche es einfach nicht. früher™ hat mich ein simples kabel schon in blanke exstase versetzt. und nun: rockt alles nicht mehr. eigenartig. werde ich nun alt? bin ich abgestumpft? was ist hier los?

140 zeichen p0rn

in der aktuellen ausgabe der mindestens haltbar geht es um peinliche jobs in der jugend. das brachte mich auf einen text, der schon lange geschrieben werden wollte:

das bewerbungsgespräch im herzen berlins entpuppte sich als infoveranstaltung. mit dreißig leuten quetschten wir uns in einen kleinen raum voller rechner. an den rechnern saßen dieselben leute wie wir und arbeiteten. kurze einführung ins thema, blabla. ich hab garnicht richtig zugehört. die ersten bewerber standen wutschnaubend auf und verließen grußlos das büro. andere lachten irritiert oder spielten das ist-mir-alles-scheißegal-spiel. es ging um mehrwertdienste per SMS. was diese worthülse bedeutete ging mir dann am ersten arbeitstag auf. ich nahm den job natürlich an, brauchte das geld, freiberufliche festanstellung sozusagen. dann einteilung in schichten und los gings.

am ersten tag sollte ich einer tussi über die schulter schauen und lernen, was man denn so schreibt. was folgte, waren die schrecklichsten stunden meines lebens, guantanamo ist wahrscheinlich nix dagegen. ich sitze also neben einem attraktivem mädel und schaue irritiert auf ihre sätze, die sie ins system hämmert. es sind kurze, knappe sätze. 140 zeichen mehrwert-SMS mit erotischem inhalt. ab 18. irgendwo da draußen in der welt sitzt einer und schreibt für knapp zwei euro eine SMS und die frau neben mir beantwortet sie, ohne gefühlsregung, quatscht nebenbei mit den anderen oder knabbert an ihrer stulle. und ja, ich war verwirrt. mein sexueller horizont erweiterte sich innerhalb einer stunde um 150%.

und dann war ich dran. erst zögerlich, dann voller abscheu, schrieb ich auf, was mir einfiel. im grunde musste man nur das schreiben, was der kunde hören wollte. er gab ja die richtung vor, ich reagierte und meine sätze platzten fast vor geilheit. meistens war ich eine frau mitte zwanzig und zu allem bereit. naja, zu fast allem. ein paar tabus hatten wir schon, kinder und tiere und so. aber ansonsten gings immer rund. die teamleiterin saß mir im nacken und verlangte qualität.

nach einer woche war ich genauso abgebrüht wie die kollegen und schrieb die sätze, so als hätte ich nie was anderes in meinem leben getan. vielleicht hasste ich mich selbst, ob meiner verdorbenheit und unaufrichtigkeit – immerhin glaubten die kunden ja, mit „echten“ frauen zu simsen. aber im grunde war mir es nach einer woche egal. es ging ums geld. sehr üppig war der job nicht bezahlt, aber immerhin konnte man rund um die uhr arbeiten gehen. ein paar perverse waren auch dabei mit irgendwelchen abgefahrenen fetischen, aber irgendwann wird auch das normal. und kurioserweise waren auch frauen dabei. dann war ich meist ein mann in seinen besten jahren. klar, oder? einige kunden haben sich verliebt und wurden so zu stammkunden. übrigens war uns auch untersagt, von liebe zu sprechen. ganz in echt! traurig das alles.

aber ich habe es ausgehalten. fast zwei jahre. gewissensbisse? nö. abstumpfung? wahrscheinlich. aber irgendwann wird auch ein arschfick per sms so langweilig wie jeder andere job. arme menschheit.

p

nachdem mcdoof erfolgreich(?) den „M“ eingeführt hat, zieht nun apple nach und kündigt den „i“ an:


(via)

wir sind natürlich schon einen schritt weiter und berichten von weiteren neuartigen innovationen:

  • google launcht eine neue community für die homosexuelle zielgruppe und nennt sie „g“
  • bmw baut ein auto komplett nur in bayern und nennt es „B“ (der markteinführungspreis liegt im siebenstelligen bereich)
  • die deutsche telekom erfindet eine neue farbe (so ungefähr zwischen grün und rosa mit einem spritzer gelb) und nennt sie „T“
  • pixelroiber schreibt internetten unsinn und nennt ihn „p“

…weitere vorschläge bitte in die kommentare

ein lockenkopf erklärt die welt. heute: fortschritt

howdy!

damals im geschichts-LK* gab es eine nervige und quälende (fruchtbare? furchtbare!) diskussion über fortschritt und entwicklung. ich will das hier nicht lauwarm aufwärmen, nur kurz: es ging um die frage, wieviel fortschritt wir brauchen und ob das immer positiv ist. kann man endlos drüber reden. dabei sind es die kleinen dinge des alltags, die unser leben versüßen: die marssonde, der elektrische korkenzieher oder der usb-raketenwerfer.

und so wünschte man sich im jahre 1956 sehr witzige dinge: das beidseitige telefon, lichter am rasenmäher oder beleuchtete hausschuhe. und wenn ich drüber nachdenke, hat uns die welt noch keines von diesen dingen geschenkt. die hoffnungen liegen also schwer auf den schultern des 21. jahrhunderts. macht mal was!

[nachtrag:] dazu passt auch, dass es geschnitten brot erst seit 1912 gibt…

*das schreib ich nur, um mir selber zu beweisen, dass ich intellektuelle elite bin und eigentlich schon immer war. was natürlich quatsch ist, wie der geneigte leser sicherlich weiß. denn dann wär ich nämlich nicht hier, sondern woanders oder gar dort.

roiber pixelt aus

Der Deutsche Bundestag feiert Weiberfastnacht!

Am Donnerstag, 31. Januar 2008, ab 16 Uhr ist es wieder soweit: Die Jecken geben sich ein Stelldichein im Deutschen Bundestag. Die Anhänger und Freunde närrischer Aktivitäten in der Verwaltung des Deutschen Bundestages starten an diesem Tag in die heiße Phase der fünften Jahreszeit. Der Personalrat vom Bundestag lädt die Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung und den Abgeordnetenbüros in das Casino im Jakob-Kaiser-Haus zur Karnevalsparty ein.

Der Direktor des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Joachim Stelzl, wird die Veranstaltung eröffnen und das Berliner Prinzenpaar begrüßen. Karnevalsvereine, Gesangs- und Tanzgruppen werden für ein abwechslungsreiches Programm sorgen. [Pressemitteilung]

so ist das mit den närren. unverbesserlich und ewig rheinisch. trotzdem bleibt ein bitteres nachgeschmäckle: amösiert sich da etwa der volkxvertreter auf steuerzahlers kosten? nun bin ich ja kein stammtisch hier. aber halt, die abgeordneten sind ja garnicht eingeladen. naja, egal. aufregen macht trotzdem spaß.

a day in the life of pixelroiber

früh aufstehen, rechner an, kaffee kochen, duschen, anziehen, mails lesen, beantworten, ars regendi, kommentare lesen und beantworten, kaffee trinken, was schreiben, sachen zusammenpacken, auf arbeit stürzen, ubahn fahren, lesen, leute beobachten, zehn minuten fußweg, ankommen, kaffee organisieren, begrüßung, rechner an, mails checken, kommentare checken, rumarbeiten, mittagspause, essen, kaffee, quatschen, wieder arbeiten, mails und kommentare checken, bloggen, feierabend, zur ubahn schleppen, ubahn fahren, zu müde um zu lesen, sich vornehemen, endlich mal den player mit anderer musik zu bestücken, zu hause ankommen, döner, rechner an, duschen, mails und kommentare…, wieder losstürzen, alkohol, tag vergessen, ablenken, quatschen, nach hause, rechner an, mails und kommentare, rechner aus, schlafen.

heimatreise

bin gerade ein paar tage zuhause gewesen. klingt absurd. also anders: bin gerade für ein paar tage in der heimat gewesen. klingt schon besser. heimat ist wohl meist dort, wo man aufgewachsen ist. seinen ersten rülpser getan, sein erstes bier getrunken und das erste mal händchen gehalten hat. ob man später irgendwann zurück in die heimat will, hängt stark von einem selbst ab und ist keine hinreichende bedingung für heimatgefühl.
mir jedenfalls reichen ein paar tage im jahr. aber dafür kommen dann die erinnerung umso konzentrierter und plötzlicher wieder und scheinen einen zu erschlagen. man färt mit dem auto über die dörfer ( bin ja eher so der provinz-heini ) und entdeckt die stellen, mit denen man erinnerungen verbindet. dabei werde ich immer ein bisschen melancholisch, nachdenklich und schweige erstmal mürrisch vor mich hin.
anderseits ist es auch witzig, in den alten trott zu verfallen. zu sehen, wie verinnerlicht die früheren denkstrukturen eigentlich immer noch sind. da habe ich ernstlich überlegt, mir ein auto zuzulegen! so ein quatsch. oder im elterlichen haus abends heimlich am fenster zu rauchen. wie aufregend! den nachbarn zu grüßen und einen smalltalk nach streng festgelegten regeln zu halten ( in berlin gibts dafür was auf die fresse ).
überhaupt die menschen, die offenbar noch genauso leben wie vor ein paar jahren. die zurückgebliebenen. die es nicht geschafft haben. oder wollten sie es nur nicht? kann ja nicht jeder wegziehen. wird ja dann nur voll irgendwo und irgendwo anders leer. so ganz logisch gedacht.
warum ist das nur so? woran liegt das wohl und geht es den geneigten lesern da genauso?

auf dem bahnhof der flüstergleise…

wir lieben unsere bvg - 1
ich finde ja, dass die mal wieder übertreiben. ganze drei monate dauert die sperrung meiner lieblings-u-bahn-linie. ein ersatzverkehr mit bussen ist eingerichtet. und so steht man denn im stau und denkt unsinn vor sich hin:

Vom 30. Juli bis 28. Oktober 2007 werden dann rund 2500 Tonnen Schotter aus- und wieder eingebaut, elf Weichen, drei Kreuzungsweichen sowie 1200 laufende Meter Gleis und Stromschienen erneuert beziehungsweise umgebaut. Gleichzeitig nutzen wir die Sperrung, um im Bahnhofsbereich 300 Meter betonierte Fahrbahn durch das übliche Schottergleis zu ersetzen. [quelle]

die angeblichen gleisbauarbeiten sind doch völliger quatsch. flüstergleise! berlin hat kein geld für solch unsinnigen firlefanz. deswegen hier die wahrheit. schonungslos und klar. die bezirksverwaltung mitte (mit den Ortsteilen Wedding, Gesundbrunnen, Hansaviertel, Tiergarten, Moabit und Mitte) versucht in kooperation mit dem land berlin und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung im Bundesministerium für Gesundheit sabine bätzing (scheiße, wo ist denn der anfang der satzes…?). jedenfalls ganz offiziell: aufwertung des problemkiezes durch (fast) kostenfreie stadtrundfahrten. es reicht eine gültige fahrkarte. kontakt zwischen den insassen der busse und den einheimischen ist ausdrücklich erwünscht. zur gezielten kontaktaufnahme wird besonders geschultes personal eingesetzt. diese damen und herren im dunkelblau-gelben outfit und mit mütze weisen freundlich und dezent auf den ersatzverkehr hin und sind auch sonst sehr hilfsbereit. offensichtlich wurden die u-bahn-fahrer zu gleisbauarbeiten gezwungen. oder absolvieren sprachkurse. damit sie „MIT DEM FAHRRAD NICH IN‘ ERSTEN WAGN‘!!!“ (vgl. dazu KRÖMER et al.) auch in anderen sprachen brüllen können. die berliner sollen ihren wedding wieder kennen und ihn lieben lernen. denn auf schnöden u-bahnfahrten vergisst man schnell das aussehen und schwups-di-wupps wacht man auf in einer völlig fremden stadt. für nächstes jahr ist ein größeres projekt geplant: einstellung des gesamten berliner s-bahn-verkehrs. ein ersatzverkehr wird eingerichtet…

danke, liebe bvg!

ps: falls das wieder erwartens doch nicht stimmen sollte: höchstwahrscheinlich wird da unten an den atomplänen des inneministeriums gearbeitet. das würde auch die lokale klimaerwärmung um spontan zwanzig grad hier in der gegend erklären… ich geh dann mal baden…

[ein direktes update von dem hier]

ein vierteljahrhundert später….

wir waren fünfzehn. trafen uns meist im schulpark oder auf dem busplatz und tranken bier. rauchten uns die lunge aus dem leib und quatschten blöde. probleme gabs genug. in der schule. unter freunden. mit den frauen. und überhaupt. zum vögeln waren wir zu schüchtern. aber prügeln konnten wir uns. und über philosophie spekulieren. da waren wir groß drin. einer hatte ein handy. und obwohl wir ihn heimlich bewunderten, verkloppten wir ihn. so geht das. dachten wir. die zeit wollte einfach nicht vergehen. immer dasselbe. samstag vormittag saßen wir auf der bank in der großen stadt, schauten den passanten und vor allem frauen nach und dachten uns geschichten aus. wo sie herkamen, wo sie hinwollten und was sie dachten. wir hatten eine scheiß wut auf studenten, besonders langhaarige, die scheinbar mühelos die frauen abschleppten. für clubs und diskos und drogen waren wir zu verklemmt. also saßen wir meist rum und tranken. besoffen vor glück und mehr alkohol als nötig fielen wir dann ins bett im kinderzimmer. überhaupt die kinderzimer! sie waren ausdruck unseres anarchistischen gedankenguts, vollgestopft mit reliquien aus der geschichte des kommunismus und anarchismus. was waren wir stolz auf die fahnen aus dem EMP-Katalog. fühlten uns wie CHE persönlich und lernten halbherzig spanische revolutionsvokabeln. hasta la victoria siempre! andy warhol, the doors und der ganze scheiß. fünfzehn eben. zum glück gabs damals noch keine blogs, kein myspace und kein youtube. so ist alles verschollen. besser so.

zehn jahre später sieht alles anders aus: ich sitze freitag abend zuhause und ordne mein leben: krankenkasse, dsl-vertrag, arbeitszeiten, ebay, todo-liste, nebenkostenabrechnung, vattenfall,…

scheiße. was ist passiert? ist das noch normal? irgendwas muss ich doch in all den jahren falsch gemacht haben. manchmal würde ich mich gerne in den schulpark setzen und über philosophie reden. einfach so. ohne groß irgendwie bescheid zu wissen. aber das ist wohl vorbei. muss ja weitergehen. wa?

[direktes update zu dem hier]

zwischenstand

puh, war das eine woche. eigentlich wollte ich mich ja vom g8-quatsch erholen. dann kam die flickr-sache und heute ist auch noch köpi-demo. proteste und demonstrationen wohin man schaut. probleme und themen gibts genug. überlege jetzt ernsthaft, fernsehen und bild-zeitung anzuschaffen. ist einfacher. und nicht so zeitraubend. jedenfalls habe ich kaum noch zeit für die schönen seiten des internets. hier zB der inhalt einer spammail. leider ohne angabe der seite:

Ich wollte Ihnen nur schnell von dieser tollen Webseite erzählen, die ich gefunden habe. Sie hat die besten Spiele und bietet einen unglaublichen 300% Bonus an!

weiß jemand vielleicht den link?