Schlagwort: messe

Centrum der Büro- und Informationstechnik

gerade wieder mit horror an die cebit gedacht. die war immer anfang märz und um den 8. märz herum, da haben die frauen blumen bekommen und sollten sich artig freuen. ich war mit der firma da, stand den ganzen tag am stand und habe ein computerprogramm erklärt. die tage vor der messe waren die schlimmsten, weil die letzten features noch in das programm eingebaut werden mussten, da gabs auch schon mal pizza vom chef für lange abende. auf der messe selbst hat dann wieder irgendwas nicht funktioniert, klar. dann stand ich da am stand vorm rechner, laufkundschaft kam oder vorher terminierte besucher und zeigte ihnen die neuen features. immer wieder von vorn, dies das da hinklicken. ups, fehlermeldung. dann bisschen über prozesse reden mit dem kunden. sie wollen ihre brieftaube digitalisieren? können sie sich vorstellen, ihr nokia mit ihrer schreibtischlampe zu vernetzten? dies das beratung schmatung. dann visitenkarte austauschen und anschließend den kontaktbogen ausfüllen, fertig war ein lead. und wes lead ich sang…. abends dann noch essen mit den kollegen und ins hotelzimmer am hauptbahnhof hannover. der samstag war der abbautag, laut veranstalter durfte man nicht vor 16 uhr oder so abbauen, aber alle aussteller haben heimlich bereits eingepackt und sind dann punkt vier losgedüst, es war alles so lächerlich.

einiges dieser speziellen zeit habe ich hier im blog verarbeitet:
2011, 2009, 2008, 2007, 2013

vieles habe ich auch vergessen, und das ist gut so, es war immer eine anstrengende woche und das format großer publikumsmessen hat sich schon vor pandemie erledigt.

2013-03-06 22.02.572013-03-08 23.14.182013-03-08 21.41.202013-03-07 21.41.102013-03-07 18.26.542013-03-07 22.28.352013-03-09 15.22.20

wahrscheinlich gibt es 20 jahren noch messe in hannover. und hannover wird es auch in 2000 jahren noch geben. wenn nicht, wäre das aber nicht schlimm. man merkt, meine zuneigung zur niedersächsischen landeshauptstadt hält sich in grenzen, höchstwahrscheinlich weil ich den besuch immer mit arbeit und messe verbinde. man möge mir also verzeihen. der berliner in mir schaut zumindest neidisch auf die Calamari Moon-Parties in der Cumberlandschen Galerie (bild #2) – tolle lokation.


Lesen Sie auch die weiteren Qualitätsbeiträge zur CeBIT der vergangenen Jahre:
2011, 2009, 2008, 2007

berlin ist woanders. heute: essen, nrw

der besuch in essen war kurz, schmerzlos und eigenartig nichtssagend. quartiert waren wir im stadtteil altenessen am karlsplatz, eine ecke, die aussieht wie der wedding, nur mit noch mehr spielhallen und weniger kulinarischer vielfalt. sämtlicher einzelhandel wurde vom großen einkaufszentrum gefressen und so will man da auch schnell wieder weg. dann noch messegelände, das ist aber unspektakulär und sieht aus wie alle messegeländer dieser welt. der hauptbahnhof ist vor allem voll.

die rückreise von essen war dann eher eine odyssee: da in berlin ein stellwerk ausgefallen ist, gab es keine ICEs von köln nach hamm. logisch, oder? also verstopfter regio über bochum, dortmund und noch mehr ruhrgebiet. schön und entspannt reisen ist was anderes.

berlin ist woanders. heute: stuttgart, bawü

das erste was auffällt: diese stadt ist viel wärmer, bergiger, werbefreier als berlin. die taxis fahren in allen möglichen farben rum und die leut‘ reden komisch. die u-bahn ist eine monströse straßenbahn und fährt mal oben, mal unten. sehr gewöhnungsbedürftig, aber nicht unbedingt schlecht. die daimler-dichte ist wie die gesamte auto-dichte hier sehr hoch. in den stoßzeiten geht gar nichts, da nützt auch kein stern auf der haube. und fahrradwege gibts auch keine, dafür ein paar hartgesottene fahrradfahrer immerhin. mir wäre das ja zu bergig alles. zugegeben, von der innenstadt hab‘ ich nichts gesehen. das müsste man sich noch mal in ruhe anschauen mit viel zeit.

berlin ist woanders. heute: köln, NRW

die kölner innenstadt sieht aus wie jede innenstadt

hinter dem kölner hauptbahnhof, da riechts wie hinter jedem hauptbahnhof. und es steht auch dasselbe personal da und trinkt billig-kölsch aus der flasche. der bahnhof selbst ist riesengroß und hat wahrscheinlich schon so manchen tourist verschluckt. ist nur noch niemandem aufgefallen, weil man hier zu seinem zug hetzt oder sich mit junkfood vollstopft. tritt man aus dem richtigen ausgang, so türmen sich die türme des doms vor einem auf. soviel materialisierten katholizmus gibts selten. das muss man mal gesehen haben, keine frage. zumal der rest der altstadt eher zweitklassig ist: viel bausubstanz im krieg zerstört und deswegen oft mit siebziger-schick zugewurstet. dazwischen die unvermeidlichen glaspaläste und die üblichen markenshops. die innenstadt sieht aus wie jede innenstadt. und das bisschen rheinische folklore und kölnisches lokalkolorit, das übersieht man schnell. doch halt – es gibt schon eine richtige altstadt, da unten am rhein, ist nur ein bisschen weiter weg vom hotel. und kneipen gibts da, das glaubst du gar nicht. und du dachtest, abends ist in dieser stadt tote hose und alle hocken vor dem fernseher… nix da: man geht abends aus: kultur, kneipe oder einfach nur rheinterrassen.
viel mehr habe ich nicht gesehen von dieser stadt, war dann aber doch angenehm überrascht.

was machen wir morgen? erotikkino und spielhalle überfallen!

come onin neukölln ist aber auch immer was los. so überfielen gestern zwei unbekannte ein erotikkino. wären sie bekannt gewesen, hätte man sie vielleicht erkannt. nachdem sie die 57-jährige angestellte überrumpelt hatten, flüchteten sie in unbekannte richtung. hätte man die richtung gekannt, wüßte man jetzt, wo sie sind…

im wedding schmunzelte man tagelang über den zockerräuber, der erst 800 euronen in einer spielhölle verpulvterte und sie anschließend überfuhl.

was lernen wir daraus?

  • angestellte in weddinger spielhöllen sind nur halb so alt wie in neuköllner erotikkinos
  • roiber flüchten nach der tat gerne in unbekannte richtung. fahren da auch öffentliche verkehrsmittel hin? die webpräsenz der bvg findet nichts. ich fordere hiermit den berliner senat auf, dazu stellung zu nehmen!
  • raubkommissar ist ein tolles wort
  • erotikkino klingt gruselig
  • schubsende räuber wirken nicht überzeugend, da hilft auch kein messer
  • der berliner polizeibericht ist nach wie vor sehr empfehlenswert

ich wünsche ein ruhiges wochenende!

unnützes wissen

telepolis lese ich hin und wieder gerne. messerscharf werden spannende themen aufbereitet. meistens. oft sind mir aber die artikel zu lang. letztens haben sie was über eu-gemüse geschrieben. über einen satz bin ich da gestolpert:

Nach dem Tod des unfähigen römischen Kaisers Claudius schrieb Senaca die Satire „Die Verkürbissung des Claudius“.

wiki wird deutlicher und schreibt:

Die Apocolocyntosis (griechisch etwa „Verkürbissung“, von κολοκύνθη „Flaschenkürbis“) ist eine 54 n.Chr. anonym veröffentlichte satirische Schmähschrift Senecas, die sich gegen den römischen Kaiser Claudius richtet. (wiki)

der flaschenkürbis war übrigens gemüse des jahres 2002.

die milchverpackung machts! #2

nach dem ersten teil folgt streng logisch der zweite. war ja nicht anders zu erwarten. diese verpackung ist auch blau. nur etwas dunkler, saftiger gar. die zweiteilung folgt NICHT dem goldenen schnitt (nachgemessen). schade eigentlich. es sei seine beste, behauptet großspurig der hersteller mit dem merkwürdigen namen hansano. und stellt ganz trocken fest:

Ein besonders schonendes Erhitzungsverfahren sorgt für eine geringere Temperaturbelastung bei normaler H-Milch. Die Milch schmeckt dadurch weniger stark abgekocht.

könnt ihr mal sehen! die dorfidylle im linken bereich soll übrigens die norddeutsche tiefebene symbolisieren, das haus ist strohgedeckt und dahinter kommt sicher die ostsee.

feststellung

momentchen mal: wenn sich ein paar hanserln irgendwo zusammenraufen und irgendwie politisch aussehen, dann kommt väterchen staat, winkt mit dem Versammlungsgesetz und löst die demo feucht grindend auf.

wenn aber plötzlich 1.500 Autos und 1.000 Fußgängern auf dem ku’damm1 erscheinen, dann wird das wohlwollend geduldet. schwenken ja schließlich alle brav ihr deutschland-fähnchen.

ich will ja hier niemanden die party versauen, aber verhältnismäßigkeit geht anders.


  1. *Unter Spontanversammlungen versteht man Versammlungen, die sich aus aktuellem Anlass ohne vorherige Organisation bilden. In verfassungskonformer Auslegung des § 14 I VersG besteht für diese Versammlungen keine Anmeldepflicht, da es zum einen keinen „Leiter“ iSv. § 14 II VersG gibt, zum anderen das Grundrecht aus Art. 8 I GG für Spontanversammlungen sonst leerliefe (BVerfGE 69, 315, 350 f. – Brokdorf). Daher ist auch eine Versammlungsauflösung wegen fehlender Anmeldung (§ 15 II VersG) bei Spontanversammlungen ermessensfehlerhaft.(wiki) []

von messerstechern und rentnern: g’schichten aus dem kiez

heute überschlugen sich mal wieder die meldungen über die soldiner straße. jener straße also, die unter besonderer beobachtung der hauptstädtischen polizei und journaille steht und in der neben allerlei menschen auch der autor lebt. er weiß also wovon er schreibt!

heute jedenfalls ganz viele meldungen über eine messerstecherei im örtlichen döner am donnerstag abend. erst im polizeiticker, dann bei der welt, dann im tagesspiegel. die polizei spricht von Landfriedensbruch (§125 StGB). nichts neues also? leider ja.

doch eine andere meldung aus dem tagesspiegel verspricht auch nicht viel mehr hoffnung. da hat ein findiger unternehmer einen wohnblock zum rentnerparadies umgebaut, fast gegenüber des messerstecher-döners. und nun sollen sie kommen, die älteren mitbürger.

was kommt als nächstes?

hier schreibt der kulturpessimist noch selbst (#4): They doin‘ the mess around

endlich vorbei. eine halbe woche messeleben geht an die substanz, nagt am guten gewissen und schlaucht das rückenmark. rumstehen, kilometerweise laufen, reden, reden, zuhören und menschen ertragen. zuviele menschen mit zuwenigen problemen auf einen haufen. schlimm sind die aussteller an den ständen, schlimmer die so-called fachbesucher, doch ganz schlimm die jäger und sammler. ständig auf der suche nach gimmicks, werbegeschenken, kulis und infomappen. tüten gabs in allen größen und formen. so viele, dass meist tüten in tüten steckten. ansonsten waren die aussteller sehr knausrig. gut so! oder schlecht. denn nichts ist nerviger als der gemeine mob, der nichts abbekommt. abends dann parties auf den ständen. merke: je schlechter das produkt, desto größer der marketingetat, desto größer auch die standparties. kurz vor der abfahrt noch am hessen-stand geschlemmt und bierchen getrunken. respekt! für ein land ohne regierung funktioniert das super! kümmerlich dagegen die standparty am berlin-brandenburg-stand. im hotelzimmer kein internet, dafür schlechte amerikanische serien im tv. auch mal schön. zurück in berlin und keine bvg, der feedreader platzt gleich und die ungelesene tageszeitung wartet. hört mir auf mit digital lifestyle! seid menschen. und benehmt euch auch so.

[youtube MavllwOuVI0]

hier schreibt der kulturpessimist noch selbst (1) (2)(3)

geiger und pfeifer sind keine scherenschleifer

Wir sind die Schleifer, die Schleifer wohl aus Paris
ritschipi ritschipa ritschipum
und was wir schleifen, das schleifen wir sicher und gewiss
ritschipi ritschipa ritschipum.
Ja wir schleifen das Messer und wir schleifen die Gabel
und so manches Madel unter dem Nabel ritschipi ritschipa ritschipum.
[source]

das landeskriminalamt warnt vor unserösen/betrügerischen scherenschleifern. was ist das nur für eine gesellschaft, in der wir leben? wenn schon das LKA über messerqualitäten urteilt und somit eine jahrtausendealte zunft diskreditiert? dürfen die das?