Schlagwortfernsehen

wie Peter Lustig vor die Kamera kam

„Bei einem Dreh für die Band „Ton Steine Scherben“ hat der Regisseur zu mir gesagt: „Jetzt komm mal vor die Kamera, du kannst so gute Sprüche machen. Sag was Komisches.“ Da stand ich plötzlich und habe, glaube ich, ein Ei auf meinem Kopf zerschlagen und gesagt: „Fernsehen ist scheiße.“ Wurde natürlich nie gesendet, aber seitdem galt ich beim Sender als fernsehtauglich.“

Peter Lusting in einem SpOn-Interview

Definition des Begriffs Ghost Jobber in der Berlin…

Definition des Begriffs Ghost Jobber in der Berliner Zeitung (der Rest des Artikels ist auch lesenswert):

„Ein Ghost Job ist eine Stelle, meistens in einer großen Firma, die längst überflüssig geworden ist, aber bei irgendeiner Umstrukturierungsmaßnahme hat irgendein 23-jähriger Unternehmensberater vergessen, diese Stelle abzuschaffen. Nun ist dem Ghost Jobber niemand mehr vorgesetzt, er muss niemandem Zahlen präsentieren, er kommt zur Arbeit, nur für den Fall, dass es mal einen arbeitsrechtlichen Prozess gibt, er will sich dann nichts vorwerfen lassen müssen, aber es ist alles so schrecklich egal. So egal.“

Polizeiruf 110: … und raus bist du! (2011) – König & Bukow

da bin ich nicht ganz mitgekommen. endlos verwobene story. dafür aber unvergleichliche charaktere: der schrotthändler und die hausverkäufer! und ein großartiger kommissar mit düsterer vorgeschichte. frau könig dagegen spielt immer die spaßbremse. pluspunkt für den showdown ohne SEK. punktabzug für die mutter mit den problemen: nicht überzeugend und grau.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 22.05.2011 +++

[xrr rating=5.5/7]

Preisliste für investigativen Journalismus

Trockenblumenstrauß im Wedding (Juni 2006)

der stern hat einen interessanten artikel über kids aus dem soldiner kiez, die geld dafür bekommen, dass sie scheiße fürs fernsehen bauen, damit sarrazin am ende doch recht behält (via).

Und hier die Preisliste:

  • Zeigen einer Stichwaffe: 20-50 €
  • Gruppenfoto mit Messer: bis 400 €
  • Zeigen eines Gewaltvideos im Handy: 10-30 €
  • Erzählen einer Skandalgeschichte war 250-400 €
  • gestellte Prügelszene: 400 €
  • Posen mit Kapuze vor der Kamera: 30-100€
  • Andeuten eines Steinwurfs in Richtung der Reporter: 250 €
  • Wurf eines Mülleimers aus dem Fenster: 120 €

(recherchiert von Waldemar Olesch / kingzofkiez.de)

fernsehen ist spannend

Ab heute läuft die Serie Im Angesicht des Verbrechens jeden Freitag in der ARD um 21.45 Uhr. Gab’s im Frühjahr schon mal bei ARTE und ist richtig, richtig gut. Erzählt wird die Geschichte einer Berliner Familie, der Sohn ist Polizist und sucht den Mörder seines Bruders, kämpft gegen das organisierte Verbrechen. Die Tochter ist die Frau eines erfolgreichen Mafiosis. Nebenbei gibt es noch ein paar andere Handlungsstränge, etwa die zwei Ukrainerinnen, die das große Geld in Deutschland erwarten und sich doch nur prostituieren müssen. Teilweise ein bisschen pathetisch, aber nie schmalzig wird die Geschichte erzählt. Es gibt Spannung, auch Action, aber vor allem ist die Story gut, die Schauspieler sind großartig und selbst die Entstehungsgeschichte liest sich wie ein Krimi.

Wer also an den nächsten Freitag Abenden noch nichts vorhat: mal wieder Glotze einschalten.

[xrr rating=6/7]