zugegeben, ich kenne nicht viele künstler. und ja, ich verstehe nicht viel davon. aber ich kann zuhören und mir alles ganz genau erklären lassen. dann, und nur dann, werde ich die ganze tragweite des künstlerischen schaffens auch verstehen. letztens war ich mit !»☺►/streetart#───█ _- ©â–ˆâ–ˆ unterwegs und habe dabei viel gelernt.

worum gehts? nun ja, mit farbe oder sprayflasche irgendwas hinkritzeln ist ja nicht schwer. aber dabei einen antrieb zu haben, jeden tag aufzustehen und dabei neue ideen zu entwickeln, mit dem fahrrad immer und immer wieder dieselben stellen abzufahren und zu schauen, wie sich die werke entwickeln, ständig auf der suche nach freien flächen, das ist schon bemerkenswert. und das kontinuierlich seit 1995. ich bewundere jede form von hintergründigem schaffen und in der tat, hier steckt arbeit dahinter. richtige arbeit. und natürlich auch ausdauer, schweiß und viele, viele gedanken.

wer kennt sie nicht, die sechsen und netz-adressen in unserem stadtbild? sie tauchen auf, verschwinden manchmal oder bleiben stehen für jahre. das heißt kontinuität und niemand kämpft dafür verbissener als !»☺►/streetart#───█-_- ©â–ˆâ–ˆ.

dabei stehen die sechsen und netz-adressen für mehr als nur werbung, es ist kein guerilla-marketing in eigener sache, es ist kunst in sich. ich habe versucht es zu verstehen und weißgott, auf den kopf gefallen bin ich ja nicht. jedes zeichen, jeder tag und jede formulierung hat ihre eigene bedeutung. manchmal mehr als eine und ‚lesen‘ muss man es nicht unbedingt in seiner ursprungsbedeutung.

die frage ist doch, wie wir ‚unsere‘ stadt sehen, ob wir das bild den glaspalästen und schinkelbauten überlassen, oder ob wir mit offenen augen durch die straßen gehen und ein auge für die kleinen details haben. und egal, was da an den häusern steht, wir sollten versuchen, es zu lesen und zu interpretieren, jeder für sich und alle zusammen. auch auf die gefahr hin, dass das jetzt zu pathetisch klingt, aber es ist meine ganz persönliche meinung.

dabei muss es nicht mal illegal sein, es geht auch anders und ! »☺►/streetart#───█-_- ©â–ˆâ–ˆ schafft das auf ganz hervorragende weise, wie ich finde. auch wenn er sich manchmal dabei in einer grauzone befindet. aber darum geht es garnicht. es geht ums stadtbild und das lebt von kunst, nicht von architektonisch immer gleicher aussehenden bauten. basta.

eine auswahl der bilder gibts hier.

[prologue]

es gab mal eine zeit, da war fotografie analog. das hieß aber damals noch nicht so, erst seitdem es digital gibt. wir erinnern uns: man musste filme kaufen, sie umständlich in die kamera reinzwängen und wenn die interessanten motive auftauchten war garantiert der film alle. oder der falsche film in der kamera. alles schon vergessen? es soll ja auch noch leute geben, die haben noch eine solche analog-kamera und manche BENUTZEN die auch noch.

[chapter one]
nevertheless, angefangen hab ich ja auch mit gutem alten 35mm-material. und ausprobiert hab ich auch sehr viel, keine frage. es begab sich also zu dieser zeit (vor drei oder vier jahren), da erstand ich bei foto-quelle am alex ein gebrauchtes vergrößerungsobjektiv. das war eigentlich zum printen von schwarzweißbildern in der eigenen dunkelkammer gedacht. pfiffig wie ich nun mal bin, habe ich es an die tüchtige praktica geschraubt, schraubgewindeanschluss m-42 machts möglich.

[chapter two]

das ding hatte drei große regler für die drei grundfarben. drehte man an diesen reglern, vermischten sich die farben, man konnte also jeden beliebigen filter zaubern. der hammer, oder? in der ambitionierten schwarzweißfotografie geht nichts ohne farbfilter, das müßten digitalcracks eigentlich auch wissen, denn da tauchen sie auch auf.

[chapter three]

nun wäre ich aber nicht der roiberhauptmann, wenn ich nicht ein wenig um die ecke denken würde. also legte ich einen FARBfilm in die kamera. der mitdenkende zeitgenosse und geneigte leser wird es kaum erwarten können, was als ergebniss herauskam: farbig gefilterte farbbilder.

[epilogue]

ich zeige euch heute die legendäre türserie, bestehend aus sechs einzelbildern in sechs verschiedenen farben. der warholsche geist ist nun einmal allgegenwärtig. der schwarze strich auf dem bild links in der mitte ist eine FLIEGE. durch die lange belichtungszeit ist ihr ganzer flug dokumentiert.

gestern kurz vor arbeit hatte ich es endlich geschafft, meine ganz persönliche besichtigstour des neuen superbahnhofs. vor ein paar wochen war ich schon mal dort, da gabs aber noch ganz viel zu tun: schon von weitem kann man ihn sehen, dieses risengroße monster aus metall und glas. kaum war ich drinnen, hab ich auch schon wieder rausgeschaut, hier der blick nach norden.

 

drinnen gabs noch mehr zu glotzen und so stand ich zwischen hunderten reisenden, die ein wenig verzweifelt ihre züge gesucht haben. stimmt schon, verwirrend ist er, unser klotz im märkischen sand. aber das müssen bahnhöfe sein. reisen bedeutet abenteuer. und wenn die züge immer zuverlässiger werden, müssen die bahnhöfe eben mehr bieten. ein geflecht aus unzähligen aufzügen und rolltreppen bringt die reisenden genau auf jene bahnsteige, auf die sie garantiert nicht wollten.

der blick nach oben entschädigt aber für vieles. blöd nur, wenn man ihn dann auch noch sieht, den zug, mit dem man eigentlich reisen wollte.

aber ich war ja auch nur zu besuch und ließ mich treiben. auf einmal war ich ganz unten und das licht war ein wenig schummrig. gemütlich fast. so stell ich mir die roiberhöhle vor… wie gut, dass man den telekom(m)unikationsdienstleister seines vertrauens und die futtermöglichkeit nummer eins immer in seiner nähe weiß.

 

am haupteingang gabs noch mehr zu stauen. da hatte sich pacman als fußball verkleidet. aber ich hab ihn trotzdem erkannt. als er es gemerkt hat, fraß er schnell die tussi in seinem innern und ward nie wieder gesehen…

 

 

auf einer anderen ebene gings wieder raus und – siehe da – es wird noch gebaut. doch noch nicht fertig mit dem superbahnhof. zum glück war ich mit der kamera dabei und habe es für die welt herausgefunden… [note: zeitgleich zu dieser entdeckung gähnt in china ein reisbauer und hält den sack voll reis fest]

 

mit gigantischem aufwand, unter hochdruck und mit dem einsatz der neuesten technischen gerätschaften arbeitet die deutsche bahn tag und nacht an dem perfekten bahnhof. jeder handgriff sitzt und alles sieht so dermaßen professionell aus, dass einem fast schlecht wird.

 

was kann da eigentlich noch schief gehen? achso, die liebe technik zickt ein wenig. aber wen wunderts? schuld ist sicher wieder ein doofer benutzer…

 

fast hätte ich die lämpchen vergessen. die können ganz dolle sachen: fahren aus der decke und leuchten, wenn die sonne nicht mehr reicht und simulieren so das tageslicht. erinnert ein wenig an ein gebäude in der nähe, das gerade abgerissen wird…

 

und was bleibt? ein bahnhof, an den wir uns ganz allmählich gewöhnen müssen. alternativen gibt es keine. grinsebacke helmut mehdorn hat es geschaff, das ding vor der WM fertig zu stellen und wir sollten eigentlich ein wenig stolz und dankbar sein. aber keine angst, kommt noch.

 

 

mehr bilder gibts hier

 

 

bioläden machen rekordumsätze, kiffer drehen nur noch mit american spirit und bei starbucks darf man nicht rauchen. was ist das eigentlich für eine welt, in der wir inzwischen leben? warum wird man schief angeschaut, wenn man mehr als eine kanne kaffee auf arbeit trinkt? warum sind alle plötzlich so gesundheitsbewußt? wo ist er hin, der draufgängerische chauvi, der sich frühmorgens erstmal eine kippe anmacht, bevor er richtig wach ist?

klar ist eins, die tabakindustrie ist diesmal nicht schuld. vielleicht die musikindustrie, die ist ja sowieso immer schuld. vielleicht liegt es auch an den vielen arbeitslosen, an der gewalt in den schulen?

die alte tante zitty hat es schon vor wochen propagiert und letzte woche hat opa spiegel ähnliches geschrieben: berlin wird derzeit von neokonservativen überflutet. nicht mehr lange, und diese wundersame spezies dringt auch in wichtige lebensbereiche der restrepublik ein. gekleidet in feinstem stoff, ausgerüstet mit ipod und blackberry organisieren, planen und designen sie was das zeug hält. sind dabei bodenständig wie unsere großeltern und reden vernünftig über politik, wollen großes erreichen, ohne aberwitzigen visionen nachzuhängen. arghhh.

zeit für pixelroiber, einen neuen typus ausfindig zu machen – den neoproll. er hat den glauben an die große politik verloren, kennt sich aus und ist ähnlich ausgerüstet wie kollege neokonservativ, nur ranziger angezogen. da er einen ähnlich exzessiven lebensstil verfolgt wie der allgemein bekannte vollproll, muss er sich durch bissigen sarkasmus und wissenden zynismus abgrenzen. politische korrektheit kümmert ihn dabei wenig, hauptsache, es klingt witzig und gut.

pixelroiber findet: typisierung, so oberflächlich sie auch daherkommt, ist wichtig und hilft, sich in einer immer schneller drehenden welt zurecht zu finden.

dies ist die geschichte vom blogtswärg, er wollte so gerne auch mal bloggen. doch leider ist das garnicht so einfach. vielleicht weil er garnicht wußte, was bloggen überhaupt ist. er fragte zuerst wiki, seinen alten nordischen freund. der erzählte zwar viel, wußte aber eigentlich auch nichts. also schaute sich blogtswärg um und – siehe da – er verstand auf einmal, wozu das alles gut ist. ein blog kann regierungen stürzen, lebenshilfe bieten, stars entdecken, skandale aufdecken oder einfach nur informieren. das ist die theorie, das hatte blogtswärg verstanden. was ihm auch auffiel, und was sich langsam in ihm zu einer grauenhaften gewissheit verdichtete: blogs reden viel und gerne über sich selber. und so kocht sie weiter vor sich hin und köchelt ab und zu auf, die blog-suppe. doch blogtswärg wird das ganze beobachten. vielleicht, wer weiß?, wird ja eines tages das ganz große ding draus!

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Der Autor zieht über die grossen Bücher meiner Kindheit her, dafür bekommt er eine negative Bewertung, ganz klar.
Da wird Karl May als Schwul verspottet, der Schatzinsel der Zauber genommen und zu den Inhalten sagt er kaum etwas. Die Idee eines solchen Buches war gut, aber der Autor sicherlich der falsche. Vermutlich hatt er die Kindheit ohne Lesen verbracht und versteht den Zauber nicht.
(aus einer amazon-kritik)

das lässt viel erwarten. ganz so lustig und böse ist es dann aber doch nicht. dafür hat herr schäfer viel zu viel respekt. und manchmal sind seine rezensionen auch eher langweilig. zumindest aber ist seine auswahl sehr interessant. ein paar habe ich auch schon gelesen und die will ich hier nach und nach hinschreiben:

Ken Kesey: Einer flog über das Kuckucksnest

Rainald Goetz: Irre (1986)

Philippe Djian: Betty Blue: 37,2 Grad am Morgen. (1988)

Douglas Coupland: Generation X

Harry Rowohlt: Pooh’s Coorner

[xrr rating=6/10]

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2013-03-30 15.50.46-1

ein wunderbares buch voll von geschichten, die fein miteinander verwoben sind, wie kreise ziehen sich fehler und erfahrungen von einer generation in die nächste. mit polititischen und gesellschaftlichen problemen und in einer schönen sprache geschrieben (zumindest was die deutsche übersetzung angeht. punktabzug weil an manchen stellen etwas zu langatmig. aber unbedingter lesebefehl.

[xrr rating=9/10]

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wiki vergleicht das buch mit werken von Dante, Homer, Joyce, Heidegger, Platon und Kafka. würde ich zustimmen. aber vor allem macht es spaß zu lesen. es geht um rußland nach dem zusammenbruch der sowjetunion (wie bei pelewin), um einen obdachlosen, der leerstehende wohnungen hütet und allerlei geschichten erlebt mit seinen neuen nachbarn. um die abgründe der menschlichen seele im allgemeinen und der russischen im speziellen. dostojewski schwebt über jeder seite. sollte man gelesen haben.

[xrr rating=7/10]

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o-matic

dieses buch hatte ich schon fast vergessen. vor jahren mal gelesen und dann verschenkt. entsprechend sind die erinnerungen ein wenig verblasst. aber! trotzdem unbedingt lesenswert. es geht um eine utopie, wie das mittelalter ausgesehen hätte, wäre alles anders verlaufen. die leute raffen sich auf und negieren die alten machtstrukturen. wunderbar zu lesen und mit viel witz geschrieben.

mehr über den autor bei wiki.

[xrr rating=8/10]

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dieses buch hab ich gelesen, als ich eigentlich fürs abi lernen sollte. ich habs geschafft, sowohl abi als auch buch. ziemlich abgefahrene story um eine videokamera, zeitreisen und ausgrabungen. nicht unbedingt tiefgründig, dafür hochspannend und in einem tempo – nix für schwache nerven. gab wohl auch einen film, den hab‘ ich nicht gesehen.

[xrr rating=7/10]