it’s chitime. heute im briefkasten: das langersehnte wichtelgeschenk. auf dem schnöden braunen umschlag warnte noch der hinweis, dass da ganz viel arbeit drinsteckt. und tatsächlich: die ganze konstruktion erinnerte mich an eins meiner lieblingsbücher, die details sind noch bemerkenswerter: eine interessante fotografie von ihr, eine simple zeichnung von 3 rooosen, der schon 2001 im zusammenhang mit weihnachten auffiel, dazu aufklärungshinweise und gedichte. sehr schön das alles. schmückt jetzt mein zimmer und erinnert mich, dass im netz auch noch menschen unterwegs sind. habt einen schönen rest-nikolaus und danke an die unbekannte wichtlerin und danke auch an chikatze, die das ganze organisiert hat!

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mein wichtelgeschenk ging nach finnland und traf auf nickende dankbarkeit.

[btw: die einladung steht natürlich immernoch…]

Dieser Ort war ohnehin
Im streng geographischen Sinn
Nicht existent
Ständig schwebte über ihm
Ein dünner Film der mich umfing

{tocotronic}

manchmal muss man dinge machen, die man sich selber garnicht mehr zugetraut hätte. warum also nicht nach spandau? unser westlichster bezirk glänzt vor allem durch eines: so ganz und garnicht berlin zu sein. dabei ist doch alles wie immer: verlässt man die sbahn, landet man in einem dieser shoppingcenter, die wir alle hassen, aber regelmäßig zu weihnachten brauchen. doch welch grauen wartet da mit der altstadt spandau: ein themenpark wurde da errichtet um dem besucher ein mashup aus architektonischen irrlehren, westdeutscher kleinstadt, modischer verwirrung und mittelalter-spirit zu präsentieren. eintritt wird noch nicht verlangt, würde mich aber garnicht wundern.

explore spandau #5

doch viele wissen nicht einmal:
wie kommen sie denn zu dir?
ist garnicht schwer:
stadtring, abfahrt spandauer damm,
ruhlebener straße runter,
gleich hinter ikea liegt spandau
– guck mal, der juliusturm –
spandau, mal durch die altstadt schlurren
spandau, viele waren da ja noch nie

in kladow, gatow, hottengrund
und auch in Hakenfelde,
da ist die umwelt noch gesund
in staken ist dasselbe.
das ist viel wert.
weltstadt und dorf –
kein dramaturg kriegt den übergang
zu brandenburg fließender
hin als du, spandau.

hast du die großstadt einmal satt
und keine lust auf potsdam:
spandau
{horst evers}

bioläden machen rekordumsätze, kiffer drehen nur noch mit american spirit und bei starbucks darf man nicht rauchen. was ist das eigentlich für eine welt, in der wir inzwischen leben? warum wird man schief angeschaut, wenn man mehr als eine kanne kaffee auf arbeit trinkt? warum sind alle plötzlich so gesundheitsbewußt? wo ist er hin, der draufgängerische chauvi, der sich frühmorgens erstmal eine kippe anmacht, bevor er richtig wach ist?

klar ist eins, die tabakindustrie ist diesmal nicht schuld. vielleicht die musikindustrie, die ist ja sowieso immer schuld. vielleicht liegt es auch an den vielen arbeitslosen, an der gewalt in den schulen?