endlich befreit. als ich mein handy neu bespielte, flog auch ganz viel unnötiger ballast weg. nennen wir das kind beim namen: instagram. gelöscht ist sie, die blöde app. viel zu viele berechtigungen für eine simple foto hochladen-funktion. eine toxische community, influencer und celebrities buhlen um die teenager und likes, es ist so traurig. unklare geschäftsbedingungen (wem gehört das bild nach dem upload?) und überhaupt facebook als betreiber. da stelle ich mein bild doch lieber in das eigene blog. was uns zur frage führt: wenn keiner das blog liest, existiert das bild vom wald überhaupt? jedenfalls im wald gewesen, da war es neblig und kalt und pilze gabe es nur ein paar. aber unschlagbar: die stille. die schweren wanderstiefel erzeugen ein knacken, das wars, ab und zu vogelt ein vogel im geäst, die bäume machen auch geräusche im wind, sonst ist stille. du bist mit dir und deinen gedanken alleine. in der stadt ist ja immer was, und wenn es deine kopfhörer sind, die deine ohren zumüllen. jaja, wald ist toll.

in der koloniestraße, ecke kühnemannstraße in berlin gesundbrunnen gibt es ein hotel. das war früher mal ein wohnhaus und jetzt kommen schulklassen und touristen. darüber müssen wir uns aufregen, denn in wohnhäusern, die nun hotels sind, kann keiner mehr wohnen.
schaut man sich die bewertungen an, so hat man viel amüsemang. denn oft sind die gäste vom fluglärm genervt – was ziemlich witzig ist, es kommen vermutlich viele mit dem flugzeug angereist.

Screenshot von google.de

das chinesische telefon läuft schon länger mit lineageos (vorher: CyanogenMod). nun habe ich es geschafft, beim upgrade auf android 9 pie auf die google dienste zu verzichten – dank dem microg-projekt und viel gefummel läuft nun alles rund und ohne dass google meine daten bekommt. microg ist leider erforderlich, um zugang zum play store zu haben (via aurora droid), da der sonst sehr empfehlenswerte f-droid store nicht alle apps hat. eine menge alternative apps verrichten nun ihre stummen dienste und ich kann besser schlafen. einen einstieg bietet mike kuketz, in wahrheit ist es viel ausprobieren, versuch und irrtum. und natürlich viel weniger komfort. denn schon allein die schnöde deutsche bahn-app verweigert den login ohne play services-zugang – da fragt man sich, warum und greift auf die website zurück. oder die taxi-app freenow (früher mytaxi) – warum nur mit google? insgesamt läuft alles schneller und mit magisk und adaway sehr viel abgeschotteter. danke, community.

19.09.2016 bei maskworld.com in der Oranienburger Str., Berlin

throwback in september 2016: wir sind in mitte verabredet weil wir da was vorhaben. den maskenladen gibts schon ewig, über die oranienburger gibts ein schönes buch. die gegend nervt wegen touristen und schickimicki. das altersheim gegenüber den hackeschen höfen wurde weggentrifiziert, nachdem es in den 90ern selbst gentrifiziert hat. und die freimaurerloge wurde abgerissen. die synagoge glänzt in der abendsonne, grillgeruch aus dem monbijoupark und im aufsturz gibts viel bier. im zosch in der tucholskystraße sitzen die spanier und der burger wird kalt. gegenüber hat sarah wiener eine bäckerei. der späti ist noch auf, die straßenbahn rattert und ab und zu sieht man noch frauen. das tacheles ist abgerissen, eine gruppe angetrunkener aus der provinz torkelt vorbei. es nieselt leicht und in dem indischen restaurant werden die letzten tische geräumt.

unterm gleisdreieck, da haben sie aus containern eine kneipe gebaut und nennen es Design-Gebäude. da wird auch bier gebraut, sie nennen es Craft Bier. alles sehr schick, die menschen, das gebäude, das bier. es ist halt nur auch schweineteuer. ich habe bis heute nicht verstanden, warum man für craft mehr als das doppelte des normalen bierpreises abrufen kann bei den gästen. das eschenbräu ist auch eine lokale brauerei, aber da nimmt man sich nicht so wichtig und hip. jedenfalls wird im Brwhouse nicht nur eigenes bier verkauft, auch flaschen andererer, verrücktes zeug.

in sichtweite des ehemaligen Kaufhaus Jonaß, in dem jetzt der dekadente privatclub soho mit fitnesscenter und glamour und pipapopo ist, befindet sich die ladengalerie der linken tageszeitung junge welt. das ist ziemlich witzig, gestern waren wir da als werner seppmann sein neues buch kritik des computers vorstellte, untertitel: Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen.

seppmann hält nicht viel von computern und dem internet. seine kritik richtet sich weniger gegen technik, vielmehr gegen die auswirkungen. seine these, dass die zunehmende automatisierung und comuputeriesierung unseres berufslebens und alltags uns stärker in die kapitalistische gesellschaftsordnung zwängt, ist nachvollziehbar und durchaus interessant.

wenn man jedoch die Standardsituationen der Technologiekritik (2009) von Kathrin Passig anlegt, so bleibt seppmann an der oberfläche und kritisiert computer und technolgie, so wie seit jahrhunderten technologie kritisiert wird: ängstlich, wütend und leider uninformiert. Joseph Weizenbaum, Manfred Spitzer und Nicholas Carr liefern die stichwörter. es ist zwar amüsant, wenn niemand mehr karten lesen kann, weil alle nur navis benutzen. oder keiner sich mehr im cafè anschaut, nur noch auf diplays glotzt. wenn amazon heerscharen von billiglöhnern beschäftigt, weil alle nur online shoppen und keiner mehr lokal kauft. das wissen wir alles und es wird uns seit mindestens zehn jahren erzählt. natürlich wird auch das argument des arbeitsplatzwegfalls durch roboterisierung ins feld geführt. und der aufstieg von rechtspopulisten durch soziale medien erwähnt. und natürlich der verlust von privatsphäre und zunehmende überwachung.

bei all‘ dem gegrantel bleiben die chancen des netzes unberücksichtigt: dezentrale kommunikation, zugriff auf informationen, austausch und organisation ohne nationale oder räumliche beschränkungen. dass diese chancen nicht genutzt werden und die user sich lieber auf facebook tümmeln, das liegt vielmehr am menschsein als an der technologie. bequemlichkeit siegt meist. und hier verpasst der autor den bogen zum marxismus zu spannen, den er vertritt. er steckt in seiner abneigung und ablehnung fest, verneint das neue generell.

die frage ist letztendlich, wie können wir computer und netze für uns nutzen, um ein besseres leben für alle zu organisieren. wie können wir es schaffen, menschen nahe zu bringen, dass sie mehr im netz machen können als katzenbilder und online casinos?

das wort disruptiv liest man in letzter zeit häufiger, vor allem in zusammenhang mit politik. dabei kommt es ursprünglich aus der biologie, wird eher im zusammenhang mit technologie und innovation benutzt, oft als synonym für die schöpferische zerstörung, was aber falsch ist. interessant auch, dass es schon mal fast von der bildfläche verschwunden war:


(Quelle: Google Trends)

2015 war das substantiv Disruption bereits Wirtschaftswort des Jahres. da war es eher management-sprech.

i’ve just deleted my feedly account because it was never that piece of software what google reader was. feedly is too lazy, too fat and i missed features over years. especially the search – there is no searching of feed entries.

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now i run my own service on my own site based on the wunderful selfoss. there is also an app for android and ios!

hopefully in future i’m more focused on content instead of waiting for web services…

was ist nur los auf dem bürgeramt? seit monaten immer wieder neue schreckensmeldungen, es gäbe keine termine, erst in den nächsten monaten. meist sieht es dann so aus:


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in der zwischenzeit haben sich programmierer eine software gebastelt, die die raren termine blockiert und an zahlungswillige verkauft. kapitalismus, angebot und nachfrage, die frei hand des marktes, ihr kennt das. angeblich sei damit nun aber schluss, weil man jetzt mit seinem namen bucht, ein verkauf wird somit schwierig.

letztens brauchten wir was dringendes, ohne termin sind wir dann kurz vor 18 uhr noch dran gekommen und konnten unser anliegen klären. ist manchmal nur eine definitionssache:

Sollte der Besuch in ein Bürgeramt dennoch dringend und ohne Terminvereinbarung erforderlich sein, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Berliner Bürgerämtern bei persönlicher Vorsprache in jedem Fall einen Vorschlag zur Klärung der jeweiligen Anliegen unterbreiten.