Erscheinungsjahr: 2008

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Das Wetter vor 15 Jahren

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das buch besteht nur aus einem interview, was eine nicht näher vorgestellte frau einer literaturbeilage mit dem fiktiven autor führt. über ein buch, dessen inhalt, entstehungsgeschichte und erzählerische intentionen sich dem leser nach und nach erschließt. viel meta-ebene auf 200 seiten, das gefällt nicht jedem, polarisierende rezensionen zeigen es. über literatur zu lesen, ist etwas anderes als lesen, ich habe mich mehrmals dabei erwischt, das besprochene buch lesen zu wollen. da spielt einem der kopf einen streich. haupttragend ist natürlich die story, die von hinten aufgerollt wird, aber immer wieder überraschende wendungen nimmt an stellen, an denen man eigentlich glaubte, längst vorbei gegangen zu sein. aber das kenne wir ja schon von den brenner-romanen. interessant auch die sprachlichen überlegungen und und biographischen anmerkungen. das buch sollte man gelesen haben, weil es erzählerisch so toll ist.

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Die weiteren Aussichten (Hörbuch)

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eine geschichte voller naivität. der sohn der tankstellenpächterin brennt mit der putzfrau aus dem schwimmbad und dem goldfisch durch. tragikomisch nennt man es wohl. die erzählweise und auch der sprecher erinnern an wolf haas. doch wesentlich interessanter ist die isolation der geschichte auf den sohn, sämtliche interaktion mit der außenwelt findet nur gedämpft wie in watte gehüllt statt und auch nur in eine richtung. eventuell, ich bin mir nicht sicher, geht es um autistische symptome, also ein mangel an empathie, störung der persönlichkeit, o.ä. auf jeden fall hörenswert, wenn auch nicht so tiefgängig wie seethalers trafikant.

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Wenn alle Stricke reißen, kann man sich nicht mal mehr aufhängen (Hörbuch)

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den kannte ich noch gar nicht, oder ich hatten ihn bis jetzt nicht auf dem schirm. bin aber jetzt überzeugt, erinnert an die Großen der Berliner Lesebühnen-Szene, mit viel Witz trägt er allerlei reflektiertes vor und ist zudem noch politisch, hat man ja nicht oft in dieser mischung. mag ich. kann man auch mehrmals anhören.

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Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte

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1-2013-10-13 17.30.11

eigentlich eine geschichte der währung, der staatsschulden und allem drumherum, nicht ganz so geschichtslastig wie bei Graeber, aber viel tiefer und fundamentaler als das soeben besprochene. er fängt erst im mittelalter an, arbeitet sich an der kolonisationszeit ab und betrachtet dabei die geschichte und entwicklung von finanzprodukten, finanzinstrumenten, währunspolitik – sehr spannend, gut geschrieben und nicht langweilig.

nur hat er das buch schon 2008 veröffentlicht und die dimension der aktuellen krise fehlt komplett. schade eigentlich, da hatte ich mehr erwartet. warum die bundeszentrale das letztes jahr nochmal aufgelegt hat, ist mir schleierhaft.

es gab auch eine BBC-dokumentation zum buch, die teilweise auf youtube zu finden ist:

[xrr rating=6/7]

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Gott behüte! Warum wir die Religion aus der Politik raushalten müssen

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Das Buch endet mit dem Satz:

„Gott schütze uns vor der Renaissance der Religionen.“

In schönen Sätzen legt Misik dar, dass es mit der Säkularisierung vieler Länder, dem Trennungsgebot von Staat und Religion nicht allzu weit her ist. Da mischen sich Kirchenfürsten in aktuelle Debatten oder im Namen Gottes werden Terrorakte legitimiert. Seine Kritik richtet sich gegen alles Religiöse, was in seinen Augen im Politischen nichts zu suchen hat.

„Dennoch, jeder soll glauben, wozu er lustig ist.“

Und dann kommt die starke Analogie mit dem Aberglauben, dass es Unglück bringt, einen Hut aufs Bett zu legen: Diese „Gläubigen“ würden niemals versuchen, andere zu bekehren oder Nichtgläubige auszugrenzen. Nicht einmal Dialog wollen sie.

Und so sollten Religionen auch im 21. Jahrhundert funktionieren, als Privatsache, nicht als ausschließliche Identitätsstiftung. Mein Nachbar ist niemals nur Muslim, sondern auch Berlin, Deutscher, usw. Genauso wie ich mich zwar in der viel beschworenen christlich-jüdischen Tradition bewege, aber auch Berliner, Angestellter, Deutscher und Vater usw. bin. Und daran sollten wir bei der nächsten Debatte mal denken.

[xrr rating=6/7]

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Meine wichtigsten Körperfunktionen (Hörbuch)

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von der unendlichen komplexen kompliziertheit des alltags. schmidt beschreibt seinen tagesablauf, seine annäherung an das andere geschlecht, sein umgang mit alltäglichem auf absurd verzwickte art und weise wie kein anderer. ein urgestein der berliner vorleseszene, und das merkt man seinen texten auch an. meist kurze ausflüge, kleine biotope der gedanken und unerwartete wendungen am ende, ganz im stil von horst evers oder wladimir kaminer, und doch anders.

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Geisterfahrer

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Der Wedding und Neukölln nehmen sich nicht viel. Wobei – Wedding. Inzwischen heißt die Gegend »Berlin-Mitte«, und genau genommen war das hier auch früher nicht der Wedding, sondern der Norden des Bezirks Tiergarten. Aber Wedding ist eher ein Gefühl, nicht so sehr ein Ort.

die geschichte eines mannes, der mit sechs seine eltern verlor, bei einer anteilslosen pflegefamilie aufwuchs, nach berlin umzog, von seiner großen liebe enttäuscht wurde, seitdem nur noch in puffs verkehrte, DJ wurde, durch deutschland tingelte, auf dem dorf die tochter des örtlichen patriarchen heiratete, 16 jahre unglücklich war, sich trennte, nach berlin zurück ging und seine alten freunde suchte.

sehr lebending und lebhaft erzählt, schnorpst sich einfach so weg. dem plot könnte man vorwerfen, unrealistisch zu sein. zu sehr häufen sich die zufälle. aber egal. viel achtziger, viel berlin, so mag ich das.

[xrr rating=6/7]

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Nichts als Punk und Pils und Staatsverdruß (Hörbuch)

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naja. so richtig komm ich da nicht zurecht. herr goldt hat schöne sätze, die man sich gestickt an die wand hängen kann, klar. und es sind auch gute beobachtungen, die er beschreibt, mit der liebe zum detail, mit dem hang zum absurdem und verzerrendem. doch irgendwie wirkt das alles antiquiert und angestaubt, wie aus anderer epoche, zu brav, zu lieb. warum man noch 2008 eine CD mit texten aus den neunzigern veröffentlichen musste? das werden wir wohl nie erfahren.

die vorlesung hält nicht, was der titel da so reißerisch verspricht. schade eigentlich.

[xrr rating=5/10]

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Gesellschaft begreifen: Einladung zur Soziologie

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nettes kleines bändchen mit beiträgen verschiedener soziologen, die erklären, was soziologie eigentlich macht, womit sie sich beschäftigt und womit nicht. erstaunlich viele verweise auf Niklas Luhmann und Max Weber, die ich beide auf dem Schirm habe und bald angehen werde.

nettes buch, ja. aber eher für jene, die noch nicht so richtig, was sie machen wollen im leben.

mehr infos hier…

[xrr rating=3/7]

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Der Titel ist die halbe Miete (Hörbuch)

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martenstein liest 19 seiner kolumnen aus der ZEIT vor. gesellschaftliches, politisches und vor allem alltägliches vom klugen, unaufgeregten beobachter. von 2008, ist also ein bisschen wie eine zeitreise. was damals aktuell war, wirkt jetzt, drei jahre später albern oder belanglos, manches ist erschreckend aktuell. ganz nett für zwischendurch.

[xrr rating=6/10]

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Direktübertragung. Die schönsten Live-Mitschnitte und ein Feueralarm (Hörbuch)

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unfassbar durchschnittliches geplapper. dazu ein publikum, was an den völlig unlustigen stellen lacht. nee, da habe ich mehr erwartet vom autor von Maria, ihm schmeckt™s nicht!. ein bisschen erinnern seine texte an die von uschmann, nur ohne witz. dabei hat er gar nicht mal schlechte ideen, formuliert und dekliniert sie nur nicht bis zum ende. das ist schade. einzig die geschichte mit dem fortschrittsbalken in uns allen ist gut.

….Hörproben auf der Autoren-Homepage…

[xrr rating=3/10]

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Free – Kostenlos: Geschäftsmodelle für die Herausforderungen des Internets

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der autor und erfinder vom long tail hat sich gedanken über free gemacht, jener (internet-) kultur, in der die inhalte kostenlos sind und trotzdem verdient werden kann. seine kernaussage: da die grenzkosten gegen null sinken (speicherplatz, bandbreite, kostenm für reproduktion) können wir digitale inhalte auch gleich verschenken. anhand vieler beispiele zeigt er, dass das funktionieren kann und niemand hungern muss, weil seine inhalte kopiert werden: musiker verschenken ihre musik und verdienen an konzerten und merchandising. das freemium-modell so mancher website heißt: du bekommst standard-features kostenlos, wenn du mehr willst, musst du bezahlen. google macht das mit googlemail und seinen google apps. und so geht es munter weiter. außerdem grenzt er das neue free von der garitiskultur der materiellen welt ab, wo du zwar den rasierapparat fast kostenlos bekommst, die klingen aber sehr teuer sind.

alles sehr anschaulich und lebendig beschrieben und niemals langweilig. er hat einen trend erkannt und ihn beschrieben, pflichtlektüre für menschen, die mal was mit internet machen. wirklich neues hat er sich aber nicht ausgedacht. ist aber kein vorwurf.

blöd nur: sein buch gab es nur für kurze zeit kostenlos, jetzt kostet es geld. eine lesung auf englisch gibt es dagegen zeitlich unbeschränkt hier (mp3-Link, 285 MB, 6 Stunden)

[xrr rating=8/10]

als bonus noch ein video mit dem autor:

[youtube rPJuoziJaE4]

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Kalkofe liest Asmussen – Lachen ist gesund Vol.1 (Hörbuch)

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über fips asmussen habe ich zuletzt als achtjähriger gelacht – da hatte ich eine kassette von ihm und meine liebsten mit nacherzählten witzen genervt. gefühlte hundert jahre später ist er unerträglich, auch gelesen von kalkofe. wobei auffällt. dass sämtliche witze sexualisiert, frauenverachtend und völlig unpolitisch sind. da quält man sich durch und irgendwann ist es (hoffentlich) vorbei. fremdschämen. nur die kalkofe-kommentare zwischendurch rettenn einen, damit man nicht völlig den glauben verliert…

[xrr rating=2/10]