Erscheinungsjahr: 1976

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Lauras Schweigen

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eher zufällig im antiquariat entdeckt und mitgenommen, weil schon mal ein buch von ihr gelesen. hier geht es um eine new yorker familie aus drei geschwistern und anhang, deren mutter als jugendliche von spanien nach kuba und dann usa migriert ist (wurde, es gab eine arrangierte hochzeit). diese mutter ist nun im hohen alter gestorben, nur ihre tochter laura weiß das, behält es aber den ganzen abend für sich. die familie trifft sich, trinkt, geht essen. und am nächsten tag ist beerdigung. soweit die story.

der eigentliche kniff sind jedoch die perspektivwechsel. es gibt innenansichten aller beteiligten, geschichten aus der vergangenheit, meinungen. die stimmung in der runde droht mehrmals zu kippen, zu unterschiedlich sind die charaktere, zu vieles ist passiert früher, zu vieles wurde nicht gesagt. es liegt viel enttäuschung, wut und dominanz in de luft. der tod der mutter jedoch schwebt über allem, ähnlich wie sie ursache der verhaltensweisen ihrer kinder ist. liest sich flott und interessant.

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Vorstadtkrokodile

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das buch habe ich selbst mehrmals als kind gelesen, war zwar kein schulstoff, aber irgendwie habe ich es trotzdem in die hände bekommen. und nun haben wir es zusammen mit der roibertochter gelesen. die vierzig jahre merkt man dem buch an, es tauchen wörter auf wie „Peterwagen“, „Itaker“ und „Invaliden. abgesehen davon ist das buch überraschend aktuell. es geht um freundschaft, inklusion, um verrat, moral, arbeitslosigkeit und ausländer (hier: gastarbeiter). alles ist ein wenig düster gezeichnet, in der papageiensiedlung, einer reihenhaussiedlung im ruhrpott, wissen die kids nichts mit sich anzufangen und spielen auf einem alten fabrikgelände. sie integrieren nach einigen vorurteilen den rollstuhlfahrer. eine einbrecherbande treibt ihr unwesen und die ausländer sind schuld. dabei ist alles ganz anders.

alles wirkt ein wenig linksgrünversifft, das buch ist hochpolitisch und moralisch aufgeladen, es kommt mit einem erziehungsauftrag daher und bleibt ein kinderbuch. die story ist banal und vorhersehbar. erschreckend viele sprachliche und logische fehler geben sich die hand. aber aktuelle kinderbücher sind nicht besser. das vorliegende eignet sich tatsächlich zum diskutieren und nachdenken, das macht den reiz aus.