Harry Potter (Snowden) kommt zur Zauberschule (CSI, NSA) und lernt da nicht nur Verteidigung gegen die dunklen Künste bei Nicolas Cage, er trifft auch den bösen und mächtigen Zauberer Glenn Greenwald und spricht einen Enhüllungszauber. hex hex

Oliver Stone hat übertrieben, zuviel Schmalz, dafür zuwenig Hack. Zuviel hawaiianischer Sonnenuntergang, dafür zuwenig russische Realität. Denn wenn wir uns schon mit dem Menschen Snowden auseinandersetzen, seine Beweggründe filetieren, dann können wir uns doch auch mit seiner jetzigen Situation beschäftigen. Ist er ein Gefangener der russischen Regierung, darf er sich frei bewegen? Warum wird er nicht von sämtlichen Agenten sämtlicher Geheimdienste gemeuchelt, verschleppt, usw.? Was ist da los in Moskau?

Achso, und das Thema Überwachung, Verschlüsselung und Drohnenmord gab sauch, so nebenbei. War da was?

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Kennt Ihr das: Überteuertes Fleisch/Veganes/Lactosefreies in alten Wohnwagen – und Hipsters stehen Schlange davor? Kann man machen! Ist sogar Ausdruck und Zeichen unserer modernen Zeiten, wie schon eine Studie vor zwei Jahren herausfand:

First, growing interest in smartphones and social media lead to growing interest in food trucks at the city level, even when controlling for national trends and city heterogeneity. This confirms the broad prediction in our model that mobile technology facilitates the growth of food trucks. Second, food trucks face a significant amount of locational uncertainty and they communicate the realization of this uncertainty in real-time through smartphones and social media. This confirms that locational uncertainty is a significant friction faced by food trucks and that mobile technology helps to relax it. Third, food trucks tend to avoid recently visited locations, even though the distribution of consumers at each location is roughly the same each day. This confirms that food trucks use their mobility to capitalize on consumer taste-for-variety, and that one consequence of the growth in food trucks is an increased access to food variety.

Elliot Anenberg; Edward Kung: What’s Behind the Food Truck Phenomenon? Information Frictions and Taste-for-Variety (April 10, 2014); PDF

Sie wohnen ganz oben, vierter Stock. Sie bringen den Müll nach unten. Das Licht im Treppenhaus erlicht. Sie fluchen. Der Müllsack in Ihrer Hand wird leichter, der Müll verteilt sich auf den Treppenstufen. Im Laufschritt können Sie nicht bremsen, rutschen auf dem Schmodder aus, fallen unglücklich, rutschen eine Etage nach unten und bleiben unbeweglich liegen. Tage später wachen Sie mit mehreren komplizierten Brüchen im Krankenhaus auf, wissen wenig und grinsen die Krankenschwester grenzdebil an, das Essen ist schrecklich und Sie hassen sich dafür, dass Sie es hungrig verschlingen. Wochen später finden Sie einen Zettel an Ihrer Tür, dass doch bitte der Müll im Hausflur selbst entfernen zu sei, halbironisch auf englisch geschrieben, als wären Sie so ein ignoranter Tourist. Sie beginnen Ihre Nachbarn zu hassen, den Kiez, in den Sie vor kurzem mit viel Enthusiasmus gezogen sind, in eine Eigentumswohnung zwar, aber gentrifiziert haben schon ganz andere vor Ihnen, das lassen Sie sich nicht vorwerfen. Ihre Freunde haben Sie bemittleidet für diese Gegend, Ihr Partner hat Sie deswegen verlassen. Sie haben das durchgezogen, weil Sie an das Gute geglaubt haben und jetzt stehen Sie vor dem Scherbenhaufen Ihrer Existenz, ernähren sich von Fertigem ohne Bio weil Sie mit Ihrer Gehhilfe nur noch bis zum Discounter kommen. Werden zugetextet von den Rentnern, weil Sie nicht so schnell entwischen können und versinken in Selbstmitleid, Selbsthass. Alte Weggefährten, Freunde, Migranten und solche, die so aussehen, verachten Sie, ungeachtet Ihrer hehren Ansätze, als Sie hier einzogen. Ein böses Wort gibt das andere und sie verbittern, Mitte dreißig sind Sie ein Wrack, abgeschottet, verschuldet, unbrauchbar. Und Sie beginnen zu begreifen, dass diese Gesellschaft, deren Teil Sie sich vor kurzem zu sein wähnten, sie abgehängt hat. Kennen Sie das?

Schmakel, der: Antonym zum Schmankerl, auch: Schmankerl mit Makel. Ein unerwarteter Zusatz-Abfuck, auf den man gern verzichtet hätte, weil man sowieso schon genervt, angepisst und/oder bedient ist. Der Schmakel passiert nachgelagert zum eigentlichen negativen Ereignis und ist in seinen Dimension kleiner, setzt dem ganzen Scheiß aber das (verdobene) Sahnehäubchen auf den ungewaschenen Kopf. Der Schmakel ist nicht zu verwecheseln mit Schmackel (eklig!). Vgl. dazu auch „Razupaltuff“

Idee und Konzept: Michael