was die fdp alles getan hat, erklärt uns benutzer koala2 in der kommentarspalte von spiegel online:

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die fdp ist der chuck norris unter den parteien. schade, dass sie jetzt auch noch die letzte regierungsbeteiligung verloren hat. dazu heißt es offiziell:

„Mit einem soliden Haushalt und einem ausgezeichneten Bildungssystem habe die FDP im Freistaat erfolgreich regiert. „Sachsen war nicht Berlin, allerdings könnte es jetzt wie Berlin werden“, warnt Lindner mit Blick auf die ersten Wahlprognosen.“

da freu ick mir!

labin (aka albona) besteht aus zwei teilen: einer historischen altstadt auf dem berg und einer neustadt am fuße des berges. klar, dass die touristen alle nach oben wollen und die stadt mit ihren autos verstopfen. aber es lohnt sich, verwinkelte gässchen, hinter jeder ecke etwas anderes zu entdecken. dazu viele restaurants und ein schöner blick ins tal. da waren wir öfters, weil nicht weit vom ferienhaus entfernt.

dabei ist die altstadt vor ein paar jahren fast eingestürzt, wurde doch der ganze berg vom bergbau zerlöchert und musste aufgefüllt werden, damit die einstürzenden stollen nicht die bausubstanz fressen. merkwürdigerweise gibt es in dieser besten lage auch viel leerstand, das schreit nach hausbesetzungen. nur kenne ich mich im kroatischen recht zuwenig aus, anderseits sind hausbesetzer auch nicht gerade dafür bekannt, die gesetzeslage vorher zu checken. wie auch immer, wer noch wohnraum in exklusiver lage sucht, der wird hier sicher fündig, über immobilienpreise habe ich mich allerdings nicht informiert.

die neustadt besticht durch sozialistischen realismus und sieht aus wie jede andere neustadt in europa. viele große supermärkte können nicht verhindern, dass es immernoch jeden tag einen lokalen markt mit frischem gemüse, obst und fisch gibt. unbedingt hingehen, so authentisch, da tauschste gerne zwanzig firlefanzsouvenirläden gegen ein.

ansonsten gibt es nicht viel mehr aus labin zu berichten. was da und auch in anderen istrischen städtchen auffiel: die kaffeebars, kleine cafés, in denen nur kaffee angeboten wird, in denen die einheimischen tagsüber stundenlang sitzen und miteinander reden. toll.

eine story wie in Der Informant (2009) – eine verzwickte geschichte um korruption, betrug, mafia. drahtzieher sind Irving Rosenfeld und seine schöne freundin, die menschen überzeugen und manipulieren können. als dann ein engagierter FBI-agent auftaucht, wird das spiel immer komplexer, plötzlich sollen sentatoren und mafia-bosse fallen. klar, dass das nicht gut geht. tolle klamotten und styles und auch ein bisschen philosophie („wir betrügen alle und am meisten uns selbst“).

die musike von grebe begleitet dieses blog von anfang an, umso mehr habe ich mich über das neue album gefreut. war es doch lange ruhig um ihn. mehr noch, eine gewisse müdigkeit und traurigkeit war ihm anzusehen in den den videos der letzten jahre, als er durch die medienmaschine getrieben wurde. ich stelle mir das unglaublich frustrierend vor, wenn das publikum an den genau falschen stellen lacht oder gar mitklatscht. also toll, dass er die energie fand für dieses album und die zahlreichen auftritte. und es lohnt sich, er ist immernoch anarchist und beobachtet sehr genau gesellschaft und mitmenschen, gießt es in tolle stücke und trägt sie auf unnachahmliche weise vor, wird sogar politisch. toll.

nach der beschwerlichen hinfahrt die ankunft in Labin. wir hatten ein ferienhaus auf dem berg, die straße dahin war eng und kurvig, die aussicht dagegen super.

wir hatten viel ruhe und natur um uns und jeden abend sonnenuntergang. an einigen tagen auch regen und gewitter, da konnte man zumindest klasse fotos machen. der briefträger kam mit dem moped, ansonsten war ruhe. von hier aus starteten wir unsere ausflüge, mehr dazu in den nächsten tagen.

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eigentlich wollte ich nichts schreiben zu anti-amerikanismus, antisemitismus, rassismus und russenhass. aber es ist wohl nötig: hört auf, eure persönliche unzufriedenheit in geopolitischen und religiösen konflikten zu katalysieren. klar ist alles scheiße, was in der welt passiert. aber es hilft niemandem, wenn ihr die platten erklärungsversuche der medien noch weiter abstrahiert und längst überwunden geglaubte feindbilder beschwört.

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denkt nach und ignoriert propaganda, zeigt mit dem finger auf die hetzer, egal wo sie sitzen. die welt ist komplexer als dass man sie in gut und böse klassifizieren kann. schafft geheimdienste und rüstungskonzerne ab.

in diesem sinne: https://www.youtube.com/watch?v=rwj6SoWMfXQ

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stell dir vor, du bist berufspendler zwischen russland und ukraine und musst einen russischen konvoi aus hunderten lkws überholen. auch keine schöne vorstellung. allerdings könnte es sein, dass die berufspendler nicht mehr über die grenzen pendeln. überhaupt, wenn ich mir die bilder anschaue von den straßen und städten in der ost-ukraine (außer den kaputten) – soviel anders als bei uns siehts da auch nicht aus, wenn ich die mir jedenfalls anschaue, dann denke ich, mann ey, warum machen die das? ich meine, mal abgesehen von internationalem geplärre, wie muss es den einwohnern da gehen? abgeschottet, isoliert, der alltag geprägt von unsicherheit und angst. ich will hier gar nicht groß westliches und russisches eierschaukeln thematiseren. nur, dass es immer verlierer gibt, egal wer gewinnt.

man sagt, man vermisse das am wenigsten, was man am meisten hat. europa zum beispiel. es ist möglich, kreuz und quer über den kontinent zu reisen ohne eine einzige grenzkontrolle. ohne visa, ruppigen beamten und durchsuchungen. die einheitliche währung und ein gemeinsamer wirtschaftsraum sind heute nicht mehr wegzudenken. vor gut 25 jahren sah das noch ganz anders aus. die bürokratie in brüssel, die heterogene außenpolitik der europäischen regierungen, die faschistische einwanderungspolitik, die innereuropäischen wirtschaftsprobleme sollen, so elementar und wichtig sie auch sind, ein andernmal thema sein. konzentrieren wir uns heute und in den folgenden tagen auf kultur, länder und leute.

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bayern fühlte sich an wie bayern sich anfühlen will. weil die reise nach kroation in einem tag zu beschwerlich gewesen wäre, haben wir am chiemsee übernachtet. zu sehen gabs nicht viel, außer dem drohenden alpenmassiv. am nächsten tag gings ganz früh weiter richtung villach in österreich. die vignetten hatten wir uns vorher besorgt.

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es folgte eine tour de force über die alpen mit dickem stau, ewigen tunneln und nervigem regen. die tauernautobahn und der karawankentunnel waren hoffnungslos verstopft, ganz nordeuropa zog es in den süden. wir haben viel zeit in den alpen verbracht ohne auszusteigen oder die schönheit des massivs zu bewundern. wahrscheinlich ist man vor hundert jahren schneller über dieses gebirge gekommen.

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durch slowenien sind wir durchgefahren, da hat es auch nur geregnet. an der grenze zu kroation dann die überraschung: obwohl seit 2013 EU-mitglied, gibt es noch grenzkontrollen. ungewohnt zwar, aber die beamten hatten nur einen müden blick für die ausweise.

nach 11 stunden fahrt für rund 500 km waren wir zu kaputt, um noch irgendwas anzuschauen.