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da gabs ja letztens diskussionen darüber, den exportüberschuss nicht gut zu finden. ich bin da ganz bei jens berger. denn die wirtschaftskrise hat auch ihren ursprung in den deutschen dumping-löhnen. es ist interessant zu sehen, wie sie alle angst haben vor dem mindestlohn und dem gespenst der lohnerhöhungen. dabei wäre das ein guter anfang. denn nur steigene löhne steigern die binnennachfrage und dämpfen die importdefizite. sprechen wir es laut aus. und verlangen mehr. mal ehrlich: was ist das für ein masochismus, sich über exportüberschüsse zu freuen, während die löhne seit jahren stagnieren?

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letztens auffer‘ baustelle ne‘ kiste gesehen und mir gewundert. besserwisserpedia weiß es wieder besser:

Die Vlies-Schleifscheibe hat schwammartiges Schleifgewebe, das mit dunklem Kunstharz getränkt wurde. Die Oberfläche ist zwar hart, aber nachgebend. Das Aussehen erinnert an ein dunkles Gebäckteilchen, die Schleifscheibe wird deshalb auch „Negerkeks“ genannt. Mit der Scheibe erfolgt ein effektiver, aber schonender Materialabtrag und eine gleichzeitige Untergrundpolitur. Sie ist auch für Holz bedingt geeignet.

ich prangere das an.

boah. was für ein scheiß. schon wieder ein meeting und dann noch eines. komm‘ zu gar nichts mehr. wie soll man da noch jagen und sammeln, wenn man ständig nur drüber redet und prozesse optimieren will? nervt.

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langsam senkt sich die sonne in der savanne und verschwindet hinter dem fernen gebirgszug. es wird kühler, ein lauer wind kommt auf. die barfüße knarschen im wüstensand, das gemurmel erhebt sich, ein feuer prasselt in der mitte der runde. es ist zeit, wichtige dinge zu besprechen.

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freunde und familie, wir haben uns heute hier versammelt, weil es zeit ist, über wichtige dinge zu sprechen. die zukunft liegt in unseren händen und wir dürfen sie nicht auf dem altar des fortschritts opfern, denkt doch mal an die kinder.

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gemurmel. zustimmung, ablehnung, alles dabei. fleischfetzen an stöcken werden an das feuer gehalten, es brutzelt. rauchschwaden wabern um die gruppe. die gesichter glühen, man guckt sich an, signalisiert abwarten. keiner will als erster seine meinung sagen.

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ihr solltet aufhören, alles zu jagen, was sich vor euren höhlen bewegt. schon lange sehe ich diese entwicklung kritisch: wir fangen mehr als wir brauchen. das ist nicht gut, ihr seht es doch selbst: immer weniger tiere um uns, die ersten familien ziehen schon weiter. das kann so nicht weiter gehen.

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das gemurmel wird nun aggressiver, einzelne zwischenrufe. eisige blicke, die ersten in den hinteren reihen stehen auf und gehen. der wortführer verstummt, hatte er doch mit breiter zustimmung gerechnet und nun das, lautstarke ablehnung.

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ein paar stunden später, die versammlung ist längst aufgelöst, das feuer erlischt langsam, es wird kalt. nur der wortführer sitzt noch und wartet. worauf, weiß er selbst nicht so genau. morgen früh wird er von hier weggehen, er weiß, er hat keine chance mehr, wird sich einen neuen fortschrittlicheren stamm suchen…

ein wohl authentischer fall von rap in uniform:

traurig. und nächstes mal reden wir über macht, machtdemonstration und gegengewalt. es stimmt schon, hier leben einige kaputte menschen, und die polizisten, die hier ihren dienst tun (müssen), sind nicht zu beneiden. das video verstehe ich als antwort auf gängige (pseudo-) gangster rap videos aus dem kiez. kann man machen, aber gelöst bekommt man damit auch nichts.

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Eine Regierung, die sich erst finden muss. Die für nichts steht außer dem Ausharren, zusammen mit einem Koalitionspartner, der auch keine Ideen hat. Gewählt von einem Volk, das sich angewidert abwendet und schimpft. Wirtschaftlich prosperierend, aber auf Kosten anderer Länder, denen es nun schlechter geht, eben weil wir sie jahrelang ausgenommen haben. Ursachen, Wirkungen, Reaktionen. Es gibt keine Kausalketten mehr, es gibt nur noch Phänomene. Ein Klimagipfel, dem die Folge der Erderwärmung in Asien die beste Sendezeit nimmt. In diesem Jahr wurden viele Verschwörungstheorien Wirklichkeit, Orwell traf Tom Clancy. Kalte Krieg-Reflexe blitzten auf, wir haben uns kein Stück weiter entwickelt. Aber vielleicht steckt in all‘ diesen Nachrichten auch ein Körnchen Hoffnung: Dass nicht alles schlecht und für immer und ewig ist. Dass Denkmuster und Machstrukturen sich schneller auflösen, als sie selbst glauben. Dass ein Snowden genügt, um eine Institution, eine Regierung, ein Land monatelang zu diskreditieren. Vielleicht sollten wir das auch als physikalische Größe definieren: Ein Snowden steht für eine verdrängte Wahrheit pro Land. Und je größer der Verschleierungsdruck, desto größer der spätere Skandal. Dampfkessel quasi.

Ich wünsche Euch noch ein paar schöne Wochen, das Jahr röchelt nur noch, bald ist Weihnachten, zieht Euch was warmes an. ist kalt draußen.

Ein Film, der auf einer Romanserie basiert, deren Handlung unzählige Meter Wikipedia füllt. Ein Film irgendwo zwischen Starship Troopers (ohne den Humor), Harry Potter (mit Schulmannschaften, aber ohne Schnatz) und Armageddon. Mit unglaublich plumpen USA-Wir-retten-Die-Welt-Pathos, nur ohne die üblichen Fahnen. Alle sind multikulturell, nur die pösen Nazis Außerirdischen müssen vernichtet werden. Klar, dass Ender, der junge Retter der Menschheit am Ende mit den Aliens kommuniziert und die auch noch rettet. Zwei Gedanken haben mir gefallen: Da werden junge Gamer eingesetzt, um die Raumschiffe zu steuern, einfach weil die bessere Reaktions- und Intuitionsfähigkeiten haben. Und es wird der Einsatz eben dieser Jungs und Mädels hinterfragt und was der Kriegseinsatz für Folgen auf ihre Entwicklung hat. Aber das sind nur Überlegungen am Rand, im Wesentlichen geht es um die Führungsfähigkeiten, den Umgang mit Feinden und das Verhalten in Stresssituationen. Und natürlich hübsche Animationen. Netter Film fürs Kino oder den großen Plasma, aber keiner zum groß denken.

[xrr rating=4/7]