unabhängig jetzt mal, wie ärgerlich die ganze geschichte ist, der folgende satz beschreibt eine ungeheuerlichkeit:

„…eine Sekretärin aus Oberhessen, die halbtags als Sekretärin bei einem Finanzdienstleister arbeitet. Weil ihr Einkommen von 1066 Euro brutto im Monat nicht für die Alleinerziehende und ihren Sohn reicht, bezog sie als „Aufstockerin“ ergänzend Hartz IV.“

leider gibt es keine aktuellen zahlen, aber wikipedia spricht von 1,4 mio aufstockern in 2010, tendenz steigend. wenn ich keinen denkfehler eingebaut habe, bedeutet das, dass über eine millionen arbeitsverhältnisse staatlich subventioniert werden. neben den persönlichen demütigungen der arbeitnehmer, die zusätzlich zu ihrem job noch stempeln gehen müssen ist dies auch eine sauerei gegenüber der allgemeinheit. und wahrscheinlich gibt es nicht wenige arbeitgeber, die genau darauf setzen und somit genauso sozialschmarotzer sind wie ein florida-rolf.

grebe hatten wir schon oft. aber dieses lied noch nicht. kontroverseste zeile bisher:

„Es gab eine Zeit, da war eine Putzfrau das Allerletzte.
„Es ist dein Dreck, den machst du gefälligst selber weg!“ (stimmt ja auch)
Jetzt kniet irgendeine Olga über meinem Klo, kratzt meine Kacke weg,
Es hat ein bisschen gedauert aber mittlerweile, mittlerweile,
Schaue ich ihr gern‘ dabei zu.

Unten.
Die ist unten,
Zurecht.
Und das hat mit Zufall nix zu tun,
Oder Pech.“

da kann man sicher drüber streiten. aber recht hat er. bitter.

promo-shooting with nonsequence im mai 2006
promo-shooting with nonsequence im mai 2006

als es noch kassetten gab und walkmans und den ganzen dreck, da habe ich auch viele tapes von meiner schwester geerbt genommen geklaut. und da waren auch zwei plan b-kasetten dabei. die habe ich dann rauf und runter gehört bis sie ausgeleiert waren. irgendwann wurde ich dann zum sprechfunk-junkie. jeden dienstag ab 22 uhr hing ich vor dem radio und huldigte käptn kirk kuttner. der hat sich am anfang der sendung auch immer ausgiebig mit johnny haeusler unterhalten, dem frontmann von plan b – wie sich das anhört, kann man hier nachvollziehen. jahre später wurde ich zum regelmäßigen spreeblick-leser, was bekanntermaßen ein weiteres baby von johnny ist. und nun also reunion und neues video und tour:

[youtube V9C7j4MbLVQ]

super gemacht, klasse sound und wie früher. ich mag das. hier gibts videos von der tour. die mittschnitte sämtlicher sprechfunk-sendungen gibts hier.

dieser artikel ist müll, die kommentare dazu sind aber höchst spannend. da streiten menschen mit zuviel zeit über gerechte löhne und den wert von arbeit am beispiel microjobs. vergleichen den mit der smartphone-app generierten euro mit dem pfandflaschensammler-cent. und jammern über den verfall der löhne und alles.

just another schlecht bezahlter minijob (April 2009)

alles nicht so einfach. und ein heißes thema, da jeder der meinung ist, zuwenig zu verdienen. und dann gibt es noch die meta-ebene: erzieher verdienen weniger als müllmänner, hauptschullehrer weniger als uni-profs. obwohl erstere jeweils mehr für die gesellschaft leisten. das ist alles unendlich ungerecht, aber immer auch ein spiegel unserer gesellschaft. denn solange wir uns nicht wehren, wird dieser zustand so bleiben.

U-Bhf Rosenthaler Platz (Dezember 2008)

sonntag nachmittag in der u8 ab hermannplatz richtung wittenau, nach zagen versuchen, sich den 48h neukölln anzunähern: zwei jungmänner rappen ambitioniert wie teenietussis irgend ein lied vor sich her. der langhaarige hipster gegenüber fragt sie, warum sie kein reggae machen. unverständliches. in der anderen ecke der sternburgpunk mit den krampfadern: wippt zu musik aus seinem klobigen walkman und legt ein neues tape aus seiner sammlung ein, die er im jute-beutel mit sich führt. sie alle steigen rosenthaler aus, auch klar. dann an der tür der dürre drogist mit den roten augen, der seinen hund dressiert. an der bernauer dann die tussis in 20er-jahre fummeln. ab gesundbrunnen sind dann alle wieder halbwegs normal. das badstraßenfest hat sich ganz dem kommerz verschrieben, nix kunst, nirgends.