So, endlich wieder in Berlin. Was habe ich diesen Krach, diesen Dreck und den Gestank vermisst. Am Donnerstag nach der Arbeit habe ich bei Sixt einen Golf abgeholt und mich auf den Weg gemacht. Auf nach Bayern, zu meinen Eltern.
2 Uhr nachts war ich da. In einem kleinen Dorf, wo alles ruhig und spießbürgerlich ist. Bei dieser Ruhe kann man nichtmal richtig schlafen, weil einfach der Krach im Hintergrund fehlt1. Am Freitag dann essen gehen. Da merkt man erstmal wieder wie toll Berlin doch ist, wenn man kilometerweit laufen muss um zur nächsten Kneipe zu kommen und auf dem Weg sieht man Mittags um eins nur 2 andere Leute. Aber dafür schmeckt das Essen. Es gab ganz klassisch Gans. Eine Riesenportion, die sogar mich satt gemacht hat. Der Weg zurück, bergauf und mit vollgefressenem Magen hat echt keinen Spaß gemacht. Um die Zeit bis zum großen Geschenkeverteilen zu überbrücken wurden ein paar Gesellschaftsspiele gespielt. Alle waren mit Ihren Geschenken zufrieden, alle haben sich gefreut. So soll es sein.

An den nächsten beiden Tagen haben wir dann noch die Großeltern besucht, noch mehr Spiele gespielt, uns die Bäuche mit leckerem Essen vollgeschlagen, rumgegammelt – was man halt so macht.
Gestern dann wieder zurück, über die zugeschneite Autobahn. Irgendwie stressig, aber trotzdem mal wieder schön.

Ich hoffe ihr hattet auch alle angenehme Weihnachten.


  1. meine schnarchende Schwester zählt nicht []

subtext: folgender text ist zehn jahre alt und ich hab‘ ihn gerade auf der festplatte gefunden. etwas verquastet geschrieben und ein bisschen kafkaesk, der deutsch-leistungskurs war zu dieser zeit doch sehr präsent. aber lest selbst:

Easy Going.
oder:
Der Weg des geringsten Übels.
Eine demagogische Fallstudie.

Wir sind. Dieser Feststellung bedarf es nicht dem einemillionjährigen Jubiläum des Menschen. Wir sind der Macht der Moral gnadenlos ausgeliefert, scheuen uns im Gegensatz aber nicht, dagegen zu agitieren. Genaugenommen lieben wir es und uns. Diese kontraproduktive Feststellung beschäftigt mich nicht erst seit meiner Geburt. Es scheint, als ob ich schon immer lebe. Will ich das? Es geht. Es geht an. Wahrscheinlich uns alle. Die Demagogie der Moral ist geboren aus unserer Unfähigkeit, selbständig zu handeln. Oder nicht zu handeln.
Eine grauer Wintertag ist nicht zu verneinen. Wo kämen wir dann schließlich hin. Kalt ist es. Warm angezogen dagegen ich. ich stehe rum, meine Gedanken auch. Kälte macht unproduktiv. Ja, ich rauche. Wie ein heimliches Lippenbekenntnis eines verurteilten Politikers wirkt dieser Satz auf mich, heimlich, weil gesellschaftlich verächtet, Lippenbekenntnis, weil die Kippe zwischen meinen Mundwinkeln geklemmt ist, genaugenommen habe ich sie selber dort positioniert. Jedenfalls stehe ich rum. Wartend. Vergeblich wartend und rauchend. Letzteres allerdings nicht. Ich schweife ab.
Doch auf wen warte ich? Jetzt könnte meine lasche Geschichte eine entscheidente Wende nehmen. Entweder den Leser fesseln oder ihn abschrecken. Nur die Rezensenten großer Zeitungen wären gezwungen bei letzterem weiter zu lesen. Spannungsbögen sind auch eine Form von Demagogie. Jedenfalls warte ich, ohne mich vorher verabredet zu haben. Philosophisch betrachtet warte ich auf die entscheidente Wende in meinem Leben. Oder zumindest auf Andeutungen anderer, mir Unbekannter. Der Mantel sitzt schief, will ich bemerken, doch es ist niemand ist da, der ihn mir zurechtrücken könnte, vielleicht liegt es daran. Zur Kälte kommt ein eisiger Wind hinzu. Oder war der vorher schon da? Ich überlege nicht lange, da kommt auch schon mein erstes Opfer.
Eine Frau. Genaugenommen eine Hündin. Mit Herrschen. Herrscherin. Das klingt aber lächerlich und passt nicht zur Situation, viel eher der Hund. Der ist an der Leine. Der kommt auf mich zu und grüßt bürgerlich. Die Hunde-Besitzerin schleckt mich ab und heschelt mir treu und ergeben von unten zu. Ich ignoriere sie, hasse Hunde-Besitzer. Das scheint sie zu spüren und fängt an zu kläffen. „Die tut nix“, höre ich von der Hündin, verlegen lächelnd. Ich oder sie? Gehn‘ ma ein trinken? höre ich mich wiederum antworten. Lächeln, diesmal auf beiden Seiten. Warum eigentlich nicht.

kauf dich glücklich, oderberger, september 2007

Das Café ist fast leer, niemand steht rum. Auch sitzend nicht. Die Hündin bekommt sofort eine Schale mit frischem Wasser. Ich einen Schnaps. Es ist zwar noch früh am Tag und ganz entgegen meinen Gewohnheiten. Doch irgendeiner muss das Klischee vom heimlichen Trinker manifestieren, heimlich hier im Sinne von gesellschaftliche Verächtetung fürchtend und manifestieren hier im Sinne von abgeschwächter Demagogie. Hunde-Herrscherin sitzt mir gegenüber und knurrt mich an. Verlegenes Lächeln der Hündin, fast entschuldigend. Bedienung kommt, scheint neben sich zu stehen, sieht jedenfalls so aus. Sie lächelt auch, was bitte ist heute los? Wir reden, Hündinnen haben aber meist verquere Ansichten, kann nicht gerade behaupten, ihren Ausführungen bezüglich der maschinellen Herstellung von Hundefutter zu folgen. Gar folgen zu können. Will ich, ehrlich gesagt, so hart, wie das klingt, auch garnicht. Gar nicht. Die Zeiten ändern sich und früher war alles schon mal gewesen und natürlich viel. Mehr nicht, keine Liebesbeweise, sie hat nicht mal bezahlt. Sie lief einfach raus. Auf einmal, urplötzlich, ohne sich verabschiedet zu haben. Angeleint wie sie war. Und genauso urplötzlich wie sie in mein zuckersüßes Leben trat, war sie wieder weg. Die Herrscherin auch, das war mir allerdings ganz lieb. Wieauchimmer, ich bezahlte, trank meinen Schnaps und einen kräftigen Schluck aus dem Napf. Ihr Lippenstif klebt daran wie Hundescheiße am Schuh.
Ich stehe wieder. Und zwar rum. Die Demagogie der geistigen und vergesellschaftlichen Moral hat mich wieder. Ich bin ein Aussenseiter. Sehe nicht nur so aus. In meinem Inneren bin ich es auch nicht. Die Wiedersprüchlichkeit im menschlichen Leben sollte mit aller gesetzlichen Härte bestraft werden. Hundescheiße in Kosmetikläden auch.

Worüber werde ich als alter Freund von Verschwörungstheorien heute wohl schreiben?
Natürlich über den Mythos 23.

Kaum eine Verschwörung ist bekannter, weitreichender und tragischer als die Theorie zur 23.
Ihre Bedeutung hat die 23 durch Robert Anton Wilson gewonnen. Er hat die Pflichtlektüre eines jeden Verschwörungsfreundes, die Trilogie „Illuminatus!“ geschrieben und darin die 23 mit den Mächten, von denen die Welt in Wirklichkeit regiert wird, fest verknüpft.
Die Verschwörung um die 23 ist so umfangreich und hängt mit so vielen anderen Verschwörungstheorien zusammen, dass man eigentlich ein Buch darüber schreiben müsste. Skull & Bones, die Familie Rothschild, der 1-Dollar-Schein1, die Bilderberger (die u.a. Angela Merkel zu ihrer politischen Macht verholfen haben).
Alles lässt sich mit der 23 und den Illuminaten in Verbindung bringen. Jede Verschwörung für sich ist einen Artikel wert, und ich glaube auch nicht dass das alles nur irgendwelche Fantasien sind.
Sicherlich werden die Illuminaten, die Rothschilds und die Bilderberger nicht die Weltregierung sein. Von den Rothschilds und den Bilderbergern kann ich aber nur sagen, dass Sie durchaus einen großen Einfluss und viel Macht haben. Vielleicht mehr als wir alle denken. Allerdings finde ich das gut, denn ich überlassen die wirklich wichtigen Entscheidungen lieber einer im verborgenen handelnden Macht, in der die klügsten und fähigsten Köpfe aus den wichtigsten Bereichen sitzen und die es bis heute schafft sich von den Medien abzuschirmen (vielleicht haben die Medien auch nur Angst darüber zu berichten), als unseren unglaublich unfähigen Politikern.

Interessierten empfehle ich den Film „23 – Nichts ist so wie es scheint“. Er basiert auf einer wahren Geschichte.

Und jetzt noch einige „Zufälle“ im Zusammenhang mit der 23:

Gründung der Bundesrepublik Deutschland: 23.5.1949 (1+9+4+9=23)
William Shakespeare wurde an einem 23 .April geboren und starb an einem 23.April
Die Bombe auf Hiroschima wurde um 8:15 Uhr abgeworfen – 8+15= 23
2/3=0.666
Charles Darwins „Ursprung der Arten“ wurde 1859 – 1+8+5+9 = 23 – veröffentlicht
Caesar wurde mit genau 23 Stichen ermordet
Die Tempelritter hatten bis zu Ihem Verbot 23 Ordensmeister
Auf dem Microsoft Campus in Redmond, Washington stehengenau 23 Gebäude
In Japan bedeutet ‚Ni‘ 2 und ‚San‘ 3. Man beachte die japanische Automobilfirma.
Das W ist der 23. Buchstabe..World Wide Web…
Das W hat 2 untere Punkte und 3 obere Punkte

Kann das alles Zufall sein? Vielleicht sind das auch alles die Außerirdischen, die auf der Erde ein Jahrtausende langes Experiment durchführen.
Vielleicht bin ich einer von ihnen…..


  1. unter anderem das alles sehende Auge auf der Pyramide – eine Pyramide hat 5 Ecken, 5 ist die Quersumme aus 23 []

22…22……keine Ahnung wie ich jetzt die Kurve zur 22 kriegen soll, aber ich will euch heute mal Wolfgang Trepper präsentieren.
WolfgangTrepperYoutube – 22 Buchstaben. Yeah!

Wolfgang Trepper: Ein Comedian Komödiant Spaßmacher der anderen Sorte. Er führt den Leuten ihre Dämlichkeit, ihren Hang zum Mainstream und ihren schlechten Musikgeschmack vor Augen und die Zuschauer begreifen es nicht. Im Gegenteil – die finden es ganz toll, dass sie zu irgendwelchen ollen Schlagerkamellen stupide mitklatschen können. Vielleicht wurde das Publikum vor der Show besoffen gemacht, dann könnte ich das verstehen. Die sehen auch irgendwie alle wie der typische Bild-Leser aus. Die gucken bestimmt den ganzen Tag RTL und RTL2.
Naja, ich schweife ab.
Eigentlich ist das was Trepper macht in seiner Lustigkeit ziemlich traurig. Gut, ich musste auch lachen…einfach weil Trepper so herrlich agressiv ist. Zumindest tut er so.
Ich weiß nicht genau ob er wirklich nur lustig sein will, oder ob er vielleicht seinem Hass auf verschiedene populärkulturelle Medien und deren Wirkung aufs Volk Luft macht. Ob nun gewollt oder unfreiwillig – witzig sind seine Auftritte schon. Nur nachdem das Video zuende ist und man hoffentlich ein wenig gelacht hat, sollte könnte man sich mal über einen eventuell vorhandenen, tieferen Sinn gedanken machen.

"Wolfgang Trepper über das F..." Das mit diesem Video verbundene YouTube-Konto wurde aufgrund mehrerer Meldungen Dritter über Urheberrechtsverletzungen gekündigt.

Aufruf

Ich bin doof.

Weder ich noch tausende andere freiwillige Autoren werden für die Arbeit auf pixelroiber.de bezahlt. Als ich pixelroiber.de 2006 gründete, hätte ich es zu einem gewinnorientierten Unternehmen mit Werbung machen können, aber ich habe mich anders entschieden.

Kommerz ist in Ordnung, Werbung ist nicht böse – aber sie gehört nicht hierher, nicht auf pixelroiber.de.

pixelroiber.de ist etwas Besonderes. Es ist wie eine Kneipe oder ein öffentlicher Park. Es ist wie ein Kater nach dem Saufen. Es ist ein Ort, den wir alle aufsuchen können, um mal nicht zu denken, nichts zu lernen, und unser Wissen für uns zu behalten. pixelroiber.de ist ein einzigartiges Projekt, das erste seiner Art in der Geschichte der Menschheit. Es ist ein gemeinnütziges Projekt, um einer Handvoll Menschen auf diesem Planeten eine Kommentarfunktion zur Verfügung zu stellen.

Einer Handvoll Menschen.

Wenn jeder der 4 pixelroiber.de-Nutzer keinen Euro spenden würde, hätten wir mehr als zwanzigmal so wenig Geld, wie wir benötigen. Wir sind eine kleine Organisation, und ich hatte die letzten Jahre besseres zu tun, um mich schlank und effizient zu halten. Wir erfüllen unsere Aufgabe, Verschwendung überlassen wir anderen.

Um dies ohne Werbung zu schaffen, brauchen wir Sie.

Helfen Sie, dieses Projekt weiterzuführen! Sie haben pixelroiber.de erschaffen! Was ist Ihnen dieser Ort des Nachdenkens und des Lernens wert?

Spenden Sie dieses Jahr 15 €, 25 € oder auch 100 € an wen Sie wollen.

Herzlichen Dank.

Euer
Carsten
Gründer von pixelroiber.de

PS: Jimmy Wales hats dringender nötig…

Strandbar an der Spree mitten in Mitte (März 2009)

was viele nicht wissen: der lange und anhaltende und gräuliche und völlig unerwartete winter sorgt für massives strandbarsterben in berlins hauptiger stadt. es ist zum heulen, dabei lagen wir noch bis vor ein paar wochen sämig an der spree und ließen es uns gut gehen, mit einem überteuerten bierchen in der hand und leichtem smalltalk auf den lippen.

mal ehrlich: überflüssig! warum nicht einfach so an der spree oder im park sitzen und da quatschen und trinken? warum muss es unbedingt gepresst auf strand werden? mit aufgeschüttetem sand und klappstühlen? das ist doch unsinn. meine meinung.

keine Strandbar, trotzdem gemütlich (April 2009)

Ein Prozess zu einer Vergewaltigung führt zu einem Freispruch und niemand ist glücklich darüber. Im Folgenden werden die Folgen für die Opferfamilien und den Vater des Angeklagten analysiert. Ganz nüchtern. Selbst die Kommissare sind geteilter Meinung. Ein weites Feld, ätzend für alle, gewinnen wird niemand. Düsteres, aber grandioses Schauspiel.

Die taz jubelt:

In seinem Fernsehkrimi geht [Regisseur Christian Zübert, Anm. d. Verf.] nun weit über die Grenzen des üblichen Primetime-Problemplauschs: Wie er hier die Grundlagen des Rechtsstaates schmerzhaft auslotet, ohne dabei in dumpfen Populismus zu verfallen, ist furios. Eine juristische Tragödie.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 19.12.2010

[xrr rating=7/7]

Übrigens: der Film danach („Hardcover“) war auch von Regisseur Christian Zübert, ganz witzig.

Heute vor 20 Jahren ist der erste gesamtdeutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung in Berlin zusammengetreten.

Grund genug mal die DDR zu beleuchten.
Da ich nur einige wenige Jahre in der DDR verbringen konnte, durfte und musste überlasse ich die ganze Rumphilosophiererei heute mal Kuttner, der ja einige Jahre mehr in der DDR verbracht hat und mir deshalb für diese Aufgabe prädestinierter zu sein scheint als ich. Immerhin würde ich den Versuch einen kuttnerschen Schachtelsatz zu formulieren als gelungen bezeichnen und übergebe mich jetzt an Jürgen Kuttner, der, wie ich finde, einer der besten (und dadurch vielleicht auch anstrengensten) Querdenker, Hinterfrager, Philosphen, Anprangerer und Zusammenhangsentdecker der heutigen Zeit ist.

Viel Spaß und lasst euch nicht zu sehr verwirren.

Am 19.12. ist schon eine ganze Menge passiert. Hier nur mal ein paar Beispiele:

1967: Der Spielfilm Bonnie und Clyde von Arthur Penn, mit Warren Beatty und Faye Dunaway, wird in Deutschland erstmals aufgeführt.
1969: Der Spielfilm Easy Rider, von und mit Dennis Hopper und Peter Fonda, hat seine Erstaufführung in den Kinos der Bundesrepublik Deutschland
1972: Mit Apollo 17 kehren die vorläufig letzten Menschen, die ihren Fuß auf den Mond gesetzt haben, auf die Erde zurück.
1984: Mit River Raid wird in Deutschland das erste Videospiel als „gewaltverherrlichendes Spiel“ indiziert.

1984 wurde also das erste Spiel als gewaltverherrlichend indiziert.
Jetzt will man natürlich wissen was in diesem Spiel alles passierte. Ich hab’s mir mal angeguckt. Es ist ein Spiel für den guten alten Atari. Ich hatte auch einen Atari. Hat echt Spaß gemacht. Damit konnte man sich stundenlang beschäftigen, und dass mit einer Grafik die heutzutage höchstens noch zur Belustigung dient.
Aber zurück zu „River Raid“. Also ich finde es wurde völlig zu Recht indiziert. Ich habe selten ein solches Gewaltpotenzial in einem Videospiel gesehen.
Jemand mit schwachen Nerven sollte sich das folgende Video nicht ansehen. Es ist absolut abstoßend und ekelhaft.

Zum Glück gibt es den Staat, der uns vor solch verdorbenem Material schützt.

Endlich 18…Wer dachte sich das nicht als es soweit war?
Endlich kann darf man den „richtigen“ Alkohol kaufen, den Führerschein machen, in die Pornoabteilung in der Videothek gehen, usw.
Und dann war man 18½ und das Leben ging genau so weiter wie es war. Man dachte, dass alles besser wird aber in Wirklichkeit musste man sich weiterhin um die Zukunft kümmern – einen Job finden, Geld verdienen um die Hälfte davon dem Staat zu schenken, die Miete zu bezahlen und einen gewissen Lebensstandard zu fininzieren. Dafür steht man endlich auf eigenen Beinen, keiner sagt einem mehr was man zu tun und zu lassen hat (zumindest außerhalb der Arbeit). Das musst nicht unbedingt gut sein – man verliert schnell den Blick für’s Wesentliche. Man muss sich halt zusammenreißen und klar kommen.
Im Prinzip hat sich nicht viel verändert. Es gibt gute Dinge und schlechte, nur die Art der Probleme hat sich geändert.
Ich bin jedenfalls froh nicht mehr 18 oder 20 sein zu müssen.
Irgendwann kommt sicher das Alter in dem man wieder 18 sein möchte, aber das wird wohl noch eine Weile dauern.

Es gibt ein ziemlich tolles Lied zu dem Thema von Marius Müller-Westernhagen. Für mich ist er einer der besten deutschen Künstler.

hund am völkerschlachtdenkmal in leipzig (april 2008)

ein drama in drei akten.

es spielen:

– kasper
– der unangeleinte American Staffordshire Terrier
– sein 60-jährger Besitzer
– Beamte des Abschnitts 54
– Diensthundführer der Direktion 2
– die alarmierte Feuerwehr

1. Akt.

Ort der Handlung: Kinderspielplatz im Sinsheimer Weg, Neukölln

friedlich wirkender spielplatz im hintergrund, weich gezeichnet, kasper tritt ins bild, singt, fragt die kinder nach ihrer anwesenheit, kasper ab,

bedrohliche musik, hundeknurren wird lauter, bellen aus dem off, schaukelqietschen, ein mann schreit auf, flucht

2. Akt.

kamera zoomt näher, totale auf die szene auf dem spielplatz, hund hat sich in schaukel verbissen, besitzer steht blutend daneben, musik wird hektischer, polizeisirenen im hintergrund, schreie, heran nahende polizisten, ihre hüte haltend, schreie, durcheinander, die szene wirkt leicht unübersichtlich, immer wieder wackelt die kamera, hektische schnitte, immer wieder auf den sich an der schaukel windenden hund, das schmerzverzerrte gesicht des besitzers, seine blutende hand.

3. Akt.

Totale auf den lauf einer pistole, ein schuss fällt. dann stille. totenstille. totale auf die gesichter der anwesenden. eine träne im auge einer polizisten, in zeitlupe knicken die beine des besitzers ein, er stürzt. ein klavierstück von yann tiersen klimpert im hintergrund, herannahende feuerwehrleute, kamera fährt langsam aus der szene, aus der ferne wirkt der spielplatz wie am anfang, nur der blutende hund in der mitte stört die idylle.

abspann.

die besten drehbücher schreibt nur die realität, ich sags ja immer wieder…

01.01.: Neue 100- und 1000-Franc-Scheine werden in Frankreich eingeführt
10.01.: Passagierschiff Loodiana verschwindet spurlos auf dem Indischen Ozean
31.01.: Walentina Stepanowna Grisodubowa geboren
28.06.: Zeppelin LZ 7 „Deutschland“ stürzt ab
13.07.: Luftschiff „Erbslöh“ explodiert in der Luft
22.08.: japan frisst korea
01.09.: papst führt Antimodernisteneid ein
13.09.: Deutscher Juristentag plädiert gegen die Abschaffung der Todesstrafe
07.10.: in der schweiz wird absinth verboten
27.10.: Alufolie wird zum Patent angemeldet
20.11.: Lew Tolstoi stirbt
23.11.: aufstand brasilianischer seeleute gegen auspeitschung
16.12.: Henri Marie Coandă entdeckt den Coandă-Effekt
20.12.: Ernest Rutherford beweist Atomkerne

Ingvar Kamprad ist noch nicht geboren, IKEA noch nicht gegründet, Mensch ärgere Dich nicht ist der Spiele-Hit des Jahres

Heute vor 44 Jahren ist Walt Disney gestorben.
Es gibt wohl niemanden, der mehr Berühmtheiten erschaffen hat als Walt Disney.
Im ersten Weltkrieg war er Ambulanzfahrer in Frankfreich und lernte dort Ubbe „Ub“ Iwerks kennen, der die meisten Disney-Figuren zeichnete.
Mit seinen Filmen und Themenparks ist Disney eine der wichtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Walt Disney war der Wegbereiter des vertonten Zeichentrickfilms. Er wurde von den Gebrüdern Warner1 dazu inspiriert.
Mit „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, „Pinocchio“, „Dumbo“ und „Bambi“ gelangen ihm die ersten abendfüllenden Zeichentrickfilme. Ein gigantischer Welterfolg.

Seine Figuren wie Micky & Minni Maus, Donald & Daisy Duck, Kater Karlo, Goofy, Pluto, Mary Poppins usw. sind legendär und haben schon Generationen in ihrer Kindheit begleitet.
Bis heute ist Walt Disney mit 26 Oscars der am häufigsten mit diesem Preis geehrte Filmschaffende.

Nach seinem Tod kam das Gerücht auf, Walt Disney habe sich kryonisch einfrieren lassen. Wann und von wem genau dieses Gerücht in Umlauf gebracht wurde, ist unbekannt. Dass sich dieses Gerücht jedoch überhaupt verbreiten konnte und nicht direkt als Unsinn abgetan wurde, wird zum einen dem Mangel an Informationen über Disneys Beisetzung und zum anderen dessen Ruf als technischer Innovator zugeschrieben.

Was aber auf jeden Fall stimmt: Er hat ein Meisterwerk hinterlassen, das bis heute seinesgleichen sucht.


  1. Ihr Film „Der Jazzsänger“ war der erste kommerziell aufgeführte Tonfilm der Filmgeschichte []

internetverkaufsagentur (koloniestraße, berlin-wedding, februar 2007)

nach der einführung der online-steuer in frankreich haben die malediven schutzzölle für internet-flatrates erhoben, infolgedessen fingen die briten an, rundfunkgebühren von youtubern zu verlangen, deutschland wollte in nichts nachstehen und versendete rechnungen an google-benutzer, spanien beteiligte sich plötzlich massiv an jedem mausklick seiner bürger, italien besserte seinen staatshaushalt mit schmuddelseiten auf,…

in der zweiten jahreshälfte klickte keiner mehr ins internet, tagelang war niemand mehr online, google verkauft inzwischen zeitungsanzeigen, apple kooperiert mit der deutschen bahn und baut intelligente ticketautomaten1.

und dann wurde es abgeschalten, das internet, weil viel zu umständlich, zu groß, zu bunt, zu unberechenbar. kam ja keine drauf klar. noch so eine totgeburt halt…


  1. die fans übernachten tagelang vor den stores, um die wenigen endkundengeräte zu ergatten… []

Mehrere Giftmorde passieren, es scheint einen Zusammenhang zu geben, sogar ein Hund hat es getroffen. Thiel hat Geldprobleme und Boerne läuft zu Hochform auf. Das muss man ja mögen. Die Story ist gut, die Witze Premium und die Schauspielerei für einen Tatort überdurchschnittlich. Hach, warum kann es nicht immer so sein?

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 05.02.2006

[xrr rating=7/7]

Für viele ist ja die 13 eine Pechzahl. Es gibt sogar Leute, die richtig Angst vor der 13 haben. Sie leiden unter Triskaidekaphobie.
In vielen Gebäuden gibt es keinen 13. Stock, viele Hotels haben kein Zimmer mit der Nr. 13, in Flugzeugen gibt es keinen 13. Sitz, usw…

Aber warum ist das so? Eigentlich gibt es viel mehr Gründe die 13 als Glückszahl, statt als Unglückszahl zu sehen.
Die erste im Lotto gezogene Zahl war eine 13 (seitdem wurde sie mit Abstand am seltensten von allen 49 Zahlen gezogen -Verschwörung?).
Dann gibt es das Fleischerdutzend. Das heißt, dass einem die nette Frau hinter der Theke 13 statt 12 Scheiben Wurst in den Beutel gelegt hat.
Die 13. Fee, die nicht eingeladen wurde, hat Dornröschen mit einem Fluch belegt und dadurch eine Frau 100 Jahre zum schweigen gebracht – himmlisch.

Ok, „der Dreizehnte“ ist eine Bezeichnung für den Teufel.
Es gibt 12 Apostel, 12 Monate, 12 Sternzeichen, 12 Tagstunden, 12 Nachtstunden und dann kommt die böse 13 und macht diese Ordnung einfach kaputt. Das kann ja nur schlecht sein.
Aber genau deshalb ist die 13 eine gute, positive Zahl.
Protest gegen die bestehende Ordnung ist immer die Voraussetzung um etwas zu verändern. Wenn jeder ein bisschen mehr wie die 13 wäre, wäre die Welt ein Stück besser.

Das war übrigens mein 13. Beitrag in diesem Blog.

großes gesellschaftsthema alkoholismus. dazu die lebensgeschichte kepplers und das liebesleben von frau keppler. der personaler der verkehrsbetriebe liegt tot im kofferraum und keiner wills gewesen sein. dabei hat er vorher noch mit mandy (sic!) rum gemacht. auf der betriebsfeier, wo alle besoffen waren. sie erwartet ein kind von ihm und er wollte seine frau verlassen. die glaubt es nicht. dazu die alkoholkranke straßenbahnerin und ihr liebender mann – alles ein wenig herbei geschrieben und ohne zusammenhang.

übrigens: kai schumann (rechtsmediziner reichau) war letzte woche gast bei frau rust

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 12.12.2010

[xrr rating=5/7]

Den Ig-Nobelpreis hatten wir schonmal, sehr lustige Sache das.

Diesmal haben ihn drei italienische Wissenschaftler gewonnen. Sie beschäftigten sich mit der Frage, wer unter welchen Voraussetzungen wie befördert wird innerhalb von Organisationen:

„Sie erhielten den „Ignoble“-Nobelpreis für ihren mathematischen Nachweis, dass Organisationen effizienter wären, wenn sie Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip beförderten. […] In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der maximalen Inkompetenz aufzusteigen.“ (manager-magazin)

leerer stuhl: wer wird befördert? (juli 2008)

Da kann man sich mal selber an die Nase fassen und sich fragen, ob man auch wirklich auf den stuhl gehört, auf dem man seinen arsch breit sitzt. Beziehungsweise sollte man seinen Chef mal mit den Studienergebnissen konfrontieren. Vielleicht ist da noch Beförderungspotential. Schwierig auch, die eigene maximale Imkompetenzstufe heraus zu finden. Aber vielleicht können das die anderen besser bewerten. Wie dem auch sei: Eine fröhliche Bürowoche wünsch‘ ich, last Euch nicht ärgern.

editorische notiz: dieser premium-artikel aus der zukunft wurde zurück datiert. also bitte nicht wundern. zeitreisen funktionieren nicht immer ohne komplikationen…

die zukunft berlins im wedding (juni 2006)

für viele nicht überraschend war die wahl von julian assange zum amerikanischen präsidenten (nachdem obama den radikalen der tea party-bewegung zum opfer fiel und hacker sich in die wahlcomputer eingehacktert hatten). bundespräsident sarrazin (mlpd) gratulierte seinem amerikanischen amtskollegen, bemängelte aber gleichzeitig dessen fehlenden integrationswillen.

die rückkehr der reichsmark in der ersten jahreshälfte stieß nicht überall auf freunde. vor allem kinder und jugendliche, die nur mit dem euro aufgewachsen sind, gewöhnen sich nur langsam an die neue währung. das lästige umtauschen bei auslandsreisen nervt, so die einhellige meinung. man kann es nicht allen recht machen, finanzminister peter zwegat bleibt hart.

kanzler im stimmungstief: günther jauch verliert weiter an beliebtheit – für seine partei RTL gibt es widersprüchliche Werte – viele bürger sind genervt von seinen frage-und-antwort-reden und den häufigen werbepausen.

ganz stuttgart wurde zum endlager für alles mögliche erklärt, heiner geißler gilt vielen nun als junger dynamischer hoffnungsträger und reist in die kitas der republik, um konflikte zu schlichten. erst letztens hat er dem peter erklät, dass der dem max nicht bausteine an den kopf werfen darf.

insgesamt also ein ruhiges jahr, wären da nicht die ständigen terrorwarnungen von innenminister wolfgang schäuble…