Es gibt eine Art Lieder zu covern, die mir persönlich echt gut gefällt.
Man nimmt ein bekanntes Musikvideo und schreibt den Text so um, dass er beschreibt, was im Video zu sehen ist.

Das Ganze klingt dann fast wie das Original, nur in lustig.
Im folgenden Video wurde „Meatloaf“ mit „Anything For Love“ gecovert. Ein Traum.

Ich musste laut lachen, als ich das gesehen habe.
Unbedingt empfehlenswert!

Gemessen an der Erwartungshaltung, an der medialen Präsenz dieses Tatorts im Vorfeld war es ein Flop, ein Reinfall. Dafür mit Fritzi Haberlandt und komischer Frisur. Mit Tumor und Stimmen im Kopf und alter RAF-Vergangenheit. Mit ganz viel BKA-Verschwörung und Verschleierung. Hier ist mal die Story besser als das Schauspiel. Ansonsten nur ganz viel Nebel und lange Autofahrten. Stimmung jedenfalls will nicht so richtig aufkommen.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 28.11.2010

[xrr rating=4/7]

ich habe eine email-adresse bei google. und schlimmer noch: sämtliche anderen adressen leiten dahin weiter, sodass ich nur ein konto abrufen muss, um auf dem aktuellen stand zu sein. suchen im internet erledige ich sämtlich mit der google-suche. adressen schaue ich bei google-maps nach (und neudings bei street view). und das internet lasse ich mir bequem nach hause kommen und lese es im google reader. von dort aus markiere ich leseempfehlungen und posaune es in die welt hinaus. als studenten haben wir eifrig google docs benutzt. ich nutze youtube, chrome und picasa und den kalender. die meisten besucher auf dieser seite hier kommen vom suchriesen.

kurz: google weiß wahrscheinlich mehr über mich und mein verhalten als meine freunde oder ich selbst.

und ich habe kein problem damit, manchmal, in schwachen minuten mache ich mir sorgen um meine privatspähre. dieses hässliche gefühl, nicht mehr herr der eigenen daten und geheimnisse zu sein. jedes noch so dunkle geheimnis schlummert auf den servern und wartet nur darauf, entdeckt und veröffentlicht zu werden. ich denke, dieses gefühl dürfte dem geneigten leser nicht unbekannt sein.

und dann wieder dieses „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“1, ich meine: hat jemand mal wirklich die datenschutzerklärung von google gelesen? und alle, die gegen google sind: kennt ihr wirklich die datenschutzerklärungen von gmx, web.de & co.?

warum ist es legitim, gegen die vorratsdatenspeicherung des staates zu sein, googles dienste werden von der nutzergemeinde jedoch wohlwollend genutzt? das ist doch doppeldenk. warum vertrauen wir unternehmen mehr als staaten? ist das schon die religion kapitalismus?

man weiß es nicht, man steckt nicht drin. aber man sollte drüber nachdenken.


  1. dazu bitte unbedingt auch den TP-Artikel von Michael Lohmann von 27.09.2006 lesen []

Das heutige Video spaltet mich in 2 Hälften, weshalb diesmal keine Kategorisierung in gut oder schlecht möglich ist.

Viele werden es vielleicht schon kennen, aber ich will mir trotzdem nochmal das Maul darüber zerreißen.
Dürfen Leute wie Cindy & Bert einen echten Rock-Klassiker einer Band, die maßgeblich den Hard Rock der 70er Jahre geprägt hat, einfach covern, sogar ins Lächerliche ziehen?
Ich sage NEIN!
Bert scheint das ähnlich zu sehen, zumindest lässt sein extatisch wirkender Einsatz dies vermuten.

Andererseits bin ich nicht sicher, ob man das Cindy & Bert wirklich vorwerfen kann, denn wenn man sich mal den Gesichtsaudruck der Beiden anguckt, kann man erahnen, dass da ziemlich fiese Drogen im Spiel gewesen sein müssen.

Unter Außerachtlassung der Verwerflichkeit dieser Schändung ist ein schönes und witziges Video entstanden, dass die Mode und den Tanzstil der Jugend Anfang der 70er Jahre dokumentiert, was mich immer wieder aufs Neue zum Lachen bringt.
Als „Hund von Baskerville“ hätte man auch keine schrecklichere, furcheinflößendere Bestie aussuchen können, als den Hund im Video.

So verbindet mich eine gewisse Hassliebe mit diesem Lied und speziell mit dem Video, auf dass ich in einem Videoschnipselvortrag von Jürgen Kuttner gestoßen bin.
Aber macht euch ein eigenes Bild.

In einem Zustand rebellischen Anarchiewahns präsentiere ich euch heute ein Video von Bodo Wartke.
Wenn der Besitzer dieses Blogs den Namen nur hört, kriegt er schon chronischen Brechdurchfall und Eiterbeulen am ganzen Körper, aber ich mach’s einfach trotzdem.

Bodo Wartke, einer der bedeutensten, noch lebenden, berliner Liedermacher und ein begnadeter Pianist berichtet in diesem Lied über die Koexistenz von Hunden und dem klassischen Berliner.
Das Ganze in seiner ureigenen Art zu reimen, mit viel Potenzial die Mundwinkel mal wieder nach oben zu ziehen.

Herrlich. Auch seine anderen Werke kann ich nur empfehlen.

Terror in Deutschland, SAP auf 1,3 Mrd. Dollar verklagt, drohender Krieg in Korea…überall geht es Bergab.
Selbst die Noten können sich diesem Trend nicht entziehen. Die Rede ist von der Shepard Tonleiter.

1964 hat der Psychologe Roger Shepard diese akustische Illusion einer unendlich an-bzw. absteigenden Tonleiter entdeckt.
Dabei werden Töne auf einer Sinuskurve so angeordnet, dass der Eindruck entsteht, jeder Ton wäre tiefer als der vorherige.
In Wirklichkeit ist aber der letzte Ton in der Folge, der gleiche selbe wie der Erste.
(Für die physikalische Richtigkeit übernehme ich jetzt mal keine Haftung, aber so ungefähr stimmt es)

Eine spannende Sache, wie ich finde.

In diesem Zusammenhang weise ich auch auf den McGurk Effekt hin, der demonstriert wie unsere Augen die akustische Wahrnehmung verändern.

vertrackter nachbarschaftsstreit mit todesfolge und entführung. man ermittelt aus einer CSI-mäßigen Kommandozentrale heraus. spannung heißt hier nerven aufreibend. niemand schläft, alle sind abgenervt (aber immer tadellos rasiert). und dann wird das opfer zum täter. etwas unkonventionell, aber zu viel technik, zu wenig psychologie, schade drum.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 03.12.2006

[xrr rating=4/7]

Müssen etwa erst die Simpsons kommen, um die gute Musik im privaten Fernsehen zu retten?

In der Folge „Die wilden 90er“ sind 3 Auftritte von Homers damaliger Band „Sadgasm“ zu sehen.
Alles im Nirvana Grunge Style mit depressiven Fans, die wie Zombies unter dem Druck ihrer Depression hin und her wanken und jederzeit zu fallen drohen.

Im Video ist das leider nicht zu sehen, aber hier geht es auch um das Lied „Margerine“ in dem Homer sich an Marge wendet, die ihn für einen Uni-Professor verlassen will/hat.
Ich finde es unglaublich, dass für eine einzige Folge einer Fernsehserie so gute Musik geschrieben wird.
Im Video ist das Lied leider hörbar zusammengeschnitten, was die erstaunlich gute musikalische Leistung allerdings kaum mindert.

Sehr zu empfehlen ist übrigens auch „Politically Incorrect“ von Sadgasm.

Weiter so Matt Groening!

Unser Lehrer Doktor Specht Robert Atzorn spielt ein gealtertes männliches Model, der von seiner jüngeren Frau verlassen und betrogen wird. Dumm nur, dass sie wenige Stunden später tot im Schokobad aufgefunden wird. Alles sehr rätselhaft, es hängen mal wieder alle zusammen, Neid und Hass und Liebe und Eifersucht – alles dabei, alles drin. Inklusive Botox-Partys und Anti-Aging-Pralinen. Selbst den Kommissaren wird es irgendwann zuviel. Und dem Zuschauer auch, soviel Künstlichkeit zerstört irgendwann die Dialoge, alles wirkt nur noch gestellt und man weiß nicht, ob es zur Rolle gehört oder einfach nur schlechte Schauspielerei ist. Deswegen Punktabzug, ansonsten aber nette Unterhaltung mit Humor.

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 21.11.2010

[xrr rating=4/7]

Einfach mal wieder die alte Klampfe auspacken, und ein bisschen drauf rumklimpern.

Reinhard Mey bringt es ganz gut auf den Punkt. Nichts gegen guten Rock mit verzerrten Gitarren und allem was dazu gehört, solange er authentisch ist.
„Ein Stück Musik von Hand gemacht“ ist ein Plädoyer für echte Musik, die noch ohne Nachbearbeitung, Remastering, Zusammenschneiderei und sonstigen Kram auskommt.
Ein wenig Kritik am Automatisierungswahn und der Überwachungshysterie darf naürlich nicht fehlen.
Mag sein dass das Beispiel „Selbstentwerter im Omnibus“ als komplizierte technische Errungenschaft nicht so glücklich gewählt ist, aber hier zählt auch eher die Richtung in die es geht und nicht das konkrete Beispiel.

Störend ist nur, dass er den Eindruck entstehen lässt, man könne Musik in „gute Musik ohne elektronische Hilfe“ und „schlechte Musik mit elektronischer Hilfe“ unterteilen.

Alles in allem ein schönes und zu empfehlendes Lied.

Kofferträger auf dem Myfest am 1. Mai 2007, Berlin-Kreuzberg

terror, terror, überall terror – und am ende ist es nur ein testkoffer. eine ganze nation verfällt in panik, die straßen werden vom grünen mob mit schwerem gerät heim gesucht und mütter sperren ihre kinder weg. wir brauchen endlich eine totale überwachung, damit terroristen keine chance haben. wir sollen jeden verdächtigen nachbarn melden, vor allem die araber. wir sollten koffer verbieten, oder flüge in und vom ausland. und paketdienste. und das internet sowieso.

Hallo liebe Freunde des gepflegten Liedguts, das noch echte Inhalte vermittelt,

mir ist die große Ehre zugeteilt worden, mich in diesem kleinen Stück Internetkultur über tolle Lieder auszulassen, von denen ich glaube, dass Sie jeder einmal gehört haben sollte.

Das ganze wird dann noch mit Meinungen, Interpretationen und ggf. mit Hintergrundinformationen versehen.

Den Anfang soll „Freddy Quinn“ mit dem Lied „Wir“ machen.
Lasst euch nicht davon abschrecken dass es ein Lied von Freddy Quinn ist, es ist trotzdem toll.
Ein zeitloses Lied über den Generationenkonflikt und gegen gewisse Gruppen im öffentlichen Leben die man leider nicht immer als Randgruppen bezeichnen kann.

ganz lustiger film über einen, der sich an seinem vater rächen will, indem er ihn als bösewicht überführen will, mit allerlei basteleien, wanzen und mehr. aleks fährt in seinem maluch umher, kennt keine furcht und ist verliebt in sonia. erinnert ein bisschen an ocean eleven und konsorten, dazu viele details. und ein wunderbarer polizist. kann man sich ansehen. auch auf youtube, da aber ohne untertitel.

[xrr rating=5/7]

imdb | wikipedia (pl)

gerade noch trailer bei death proof / planet terror, jetzt schon ein eigener film: fiktion frisst fake sozusagen. die story ist totaler schrott, die schauspielerischen leistungen orientieren sich grob an gar nichts, offenbar hatte man aber viel spaß am set. desperado trifft politische realität an der mexikanisch-us-amerikanischen-grenze. wem from dusk till dawn gefällt, der hat auch hier seinen spaß. wer obsessive gewalt als filmisches mittel akzeptiert, der wird sich freuen. alle anderen: finger weg. sonst sind sie ab. denn machete kriegt sie alle, und alle auf einmal. mit seiner – nunja – machete.

[xrr rating=6/7]

| imdb | wikipedia | fünffilmfreunde |

Frau Herz‘ letzter Fall, eine Polizeischülerin wird vermisst, alles deutet auf Mord hin – nur fehlt die Leiche. Motive und Verdächtige gibt es genug. Der Lehrer verstrickt sich in Lügen und weil er vor Jahren mal mit Frau Herz zusammen war, wird es auch nicht einfacher. Am Ende ist dann alles ein bisschen anders und die Hauptkommissarin schmeißt hin – vielleicht auch besser so, war sie doch immer ein wenig weinerlich, seitdem die Tochter in Spanien ist. Krause ist entsprechend traurig. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht…

[xrr rating=5/7]

+++ LINK +++ Erstausstrahlung: 07.11.2010 +++

Trockenblumenstrauß im Wedding (Juni 2006)

der stern hat einen interessanten artikel über kids aus dem soldiner kiez, die geld dafür bekommen, dass sie scheiße fürs fernsehen bauen, damit sarrazin am ende doch recht behält (via).

Und hier die Preisliste:

  • Zeigen einer Stichwaffe: 20-50 €
  • Gruppenfoto mit Messer: bis 400 €
  • Zeigen eines Gewaltvideos im Handy: 10-30 €
  • Erzählen einer Skandalgeschichte war 250-400 €
  • gestellte Prügelszene: 400 €
  • Posen mit Kapuze vor der Kamera: 30-100€
  • Andeuten eines Steinwurfs in Richtung der Reporter: 250 €
  • Wurf eines Mülleimers aus dem Fenster: 120 €

(recherchiert von Waldemar Olesch / kingzofkiez.de)