MonatMärz 2010

Tatort: Der Duft des Geldes (1999) – Stoever & Brockmöller

Ein kleines Stückchen deutsche Geschichte ist das. Es war 1996, da gab es ein großes Bohei um die T-Aktien1 – als Volksaktien2 wurden sie bezeichnet und von vielen Erst- und Kleinanlegern gezeichnet. Manfred Krug3 war damals die Gallionsfigur der Kampagne. Drei Jahre später – die Aktie legte performierte in der Zwischenzeit steil nach unten – korrigierte Herr Krug seine Meinung und legte einen sehr Anlegerfreundlichen Tatort aufs Parkett, dass die Dielen nur so knarrten. Es ging um einen pösen Unternehmer, der zweifelhafte Finanzanlagen vertickte. Und um einen Toten, dem ebendiese Anlagen geklaut wurden. Um eine durchtriebene Sängerin und ihren nervösen Manager und um die ukrainische Putzfrau und ihren spurlos verschwunden Freund. Alles sehr spannend, zugegeben. Aber die moralischen Kommissare nerven ein wenig, dauernd wettern sie gegen den Spekulanten, haben aber nichts in der Hand gegen ihn. Hetzen die Sachbearbeiterin aus der Abteilung Wirtschaftskriminalität gegen ihn und können am Ende nur zusehen, wie er selbst ohne blauem Auge davon kommt. Das realistische Bubenstück appelliert an die Vernunft und kann doch nichts gegen Betrügereien unternehmen.

Übrigens hat Manfred Krug 2007 öffentlich bereut:

„Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind.“4

Link5) +++ Erstausstrahlung: 29.08.1999

[xrr rating=5/7]


  1. wikipedia.org: T-Aktie []
  2. wikipedia.org: Volksaktie []
  3. wikipedia.org: Manfred Krug []
  4. stern.de: Krug entschuldigt sich bei T-Aktionären []
  5. daserste.de: Der Duft des Geldes (©NDR []

Statistik für Polizeibeamte I

police hat

klar, fünf von elf ist fast 50%. aber ein paar autos hätte man schon noch kontrollieren können, um auf eine seriösere aussage zu kommen.

besonders hübsch in breitestem beamtendeutsch:

Alle Fünf wurden über die Abbauzeiten von berauschenden Mitteln belehrt und nach einer Blutentnahme entlassen. Die Polizisten untersagten ihnen außerdem die Weiterfahrt und fertigten entsprechende Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Das System Helge

Das Faszinosium Helge Schneider nährt sich vor allem von seinem unglaublichen Talent auf jeglichem Instrumentarium. Ein eigenes Schneiderversum entwickelt er da auf der Bühne mit allerlei Personal und Gerätschaft. König Helge hat sie alle unter Kontrolle, redet daher, lässt sich Tee bringen und dirigiert das Orchester.

Einen Helge Schneider-Auftritt zu beschreiben scheitert schon im Ansatz und ist ungefähr so aussichtslos, wie seine Witze nacherzählen zu wollen: Man lacht sich knapp drei Stunden kringelig, verlässt die Veranstaltung und kann sich an die vielen Details gar nicht mehr erinnern. Und es bleiben einige Fragen offen:

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Was beispielsweise hat der Yogi mit dem Bart auf der Bühne zu suchen? Warum wird der Tee-Diener so schlecht behandelt und ist Handcreme im Gesicht wirklich so ungesund? Und an welchen Stellen man eigentlich lachen sollte. Denn, so der Eindruck, war er von so manchem Lacher enttäuscht und verärgert. Aber vielleicht täusche ich mich auch. Wie heißt dieses pseudo-italienische/-spanische/-mexikanische Lied? Das war echt toll. Auch spannend, wie verschieden das Publikum. Da war alles dabei.

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Wie auch immer, toller Abend und danke für die Karten!