MonatDezember 2009

johnny cash at folsom prison

am donnerstag kam auf arte „johnny cash at folsom prison“, ein gut gemachte doku über JRs leben und gefängnis-konzerte. über die leute, die dabei waren, die er inspiriert hat und so weiter. kann man gar nicht alles erzählen, muss man gesehen haben. müsst ihr mal auf der artewebsite wühlen, obs da noch verfügbar ist. da hab ich jetzt keine nerven für. hängengeblieben jedenfalls ist dieses video. großartige story, beeindruckend gespielt und gesungen vom meister und animiert von den filmemachern:

[youtube jxvR7ZUjaJk]

das war 2009 (3)

dieses jahr wurde abgewrackt, und zwar im ganz großen stil. allein der name schon: UMWELTprämie! 1.746.267 noch funktionierende autos wurden eingedampft (ein paar haben es dann doch noch woanders hin geschafft) und dafür wurden neue produziert. das war mit umwelt nicht mehr viel. sogar die wikipedianer sind sich diesmal einig, dass das quark war. und die fette deutsche autoindustrie bekommt ihre krise eben 2010. ich könnt mir uffregen, die ganze zeit. aber lassen wir das, ich muss ja an meinen persönlichen co2-verbrauch denken.
und überhaupt das klima! da wars im dezember noch mal richtig schön und die miesmacher aus aller herren länder treffen sich in kopenhagen und wollen das klima abschaffen. zum glück gibts nur gezänk und keine einigung. die zweigradgrenze (2°, nicht zweig-rad) war das ziel, das verfehlen wir zum glück um etliche grads nach oben. wäre auch noch schöner: die politiker beschließen den permafrost, damit keiner mehr in den park geht, sondern ins einkaufszenter und konsumiert. aber nicht mit uns! da drehen wir die heizung auf bei offenem fenster und lassen das warmwasser beim zähneputzen mal so richtig fließen. wäre doch gelacht, wenn wir konsumenten da nicht auch ein wörtchen mitzureden hätten. und überhaupt: was treffen die sich denn da in dänemark, warum nicht dubai oder afrika. ist doch viel wärmer. versteh‘ einer politiker.

ach, das war ein jahr (und jahrzehnt). vorbei.

bücher kaufen im internet macht keinen spaß

büchertrödel 1
also echt jetzt mal. keine noch so geniales und ausgefuchstes empfehlungssystem kann eine buchhandlung oder ein antiquariat ersetzen. nicht mal an den verlockenden charme einer bücherkiste auf dem trödelmarkt kommt das internet ran. da ich erwiesenermaßen kein literaturprofi bin, wähle ich bücher spontan aus, nach klappentext, empfehlungen oder geruch. manchmal nach farbe, einband oder gebrauchsspuren. das buch muss eine geschichte haben. es muss mich ansprechen, zu meiner stimmung passen und dick genug sein. nichts verachte ich mehr als bücher mit weniger als zweihundert seiten. da kann es noch so gut sein: die enttäuschung, nach wenigen hundert seiten wieder aufzuhören, nein, den schmerz tu‘ ich mir nicht an.

wie anders ist es doch im internet: da vergleicht man, wägt ab, gewichtet die kundenrezensionen und entscheidet sich dann doch dagegen. weil es irgendwem mal nicht gefallen hatte oder weil der preis zu hoch ist. nein, dann doch lieber gut sortierte buchhandlung.

und überhaupt bücher, ich habe mehrere regale voll und will doch immer wieder neue. manche habe ich noch nicht mal gelesen, andere habe ich wieder verkauft. und in ganz krassen fällen habe ich sie wieder gekauft. jedes buch in meinem besitz hat eine geschichte. die kann ich erzählen, auch wenn ich mir sonst nichts merken kann.

aber vielleicht ist das alles gar nicht so wichtig.

das war 2009 (2)

dies nun war das zweite jahr in der krise. mittlerweile haben wir uns dran gewöhnt und es geht wahrscheinlich auch in den nächsten jahren noch kriselnd weiter. zwar ist das system noch nicht zusammengebrochen, aber man arbeitet dran. immerhin hat sich deutschland nun eine schwarzgelbe regierung gegönnt, damit das volk wenigstens wieder ordentlich eindreschen kann auf konservative und liberale. war ja immer schwierig mit rot und grün und rotschwarz. am schönsten zu beobachten war die opelrettung. ein krimi, wie ihn dan brown nicht besser schreiben hätte können. inklusive russen und arabern und einer überforderten regierung. und am ende kommt doch alles anders. herrlich. hoffen wir gemeinsam auf noch ein paar monate krise. denn konjunktur kann jeder.

[youtube _NXBzyxKF0U]

durch berlin mit franz bieberkopf

der tagesspiegel hat bilder von Jens Passoth, der durch berlin gezogen ist und die handlungsplätze von döblins berlin alexanderplatz fotografiert hat: tegeler gefängniss, sophienstraße, schlachthof an der landsberger und immer wieder rosenthaler.

das buch hab‘ ich schon mehrmals durch und vor allem der anfang ist ganz große literatur. nicht nur der stil, auch das geschilderte berlin: schmutzig, schnell, laut, alles wird umgebaut und an jeder ecke lauert gefahr. und das beste: wenn ich durch berlin laufe, dann fühle ich mich manchmal auch ein bisschen wie franz bieberkopf.

deswegen: mal wieder döblin lesen!