MonatJuni 2007

wie ich einmal zur opferwurst wurde

wir erinnern uns:

"[..] eine einzelne Wurst, die im Topf zerkocht wird, um zu verhindern, dass später hinein gelegte Würste durch den Kontakt mit dem Wasser ihr Aroma verlieren."

ist schon länger her. damals hab ich noch für eine verbrecherbande gearbeitet, die ganz legal den leuten das geld aus den taschen zogen. von der beute haben sie mir nur einen bruchteil gegeben. aber das ist eine andere geschichte. geld abheben wollte ich. nur leider mochte mir der zuständige bank-o-mat meines vertrauens die angepeilte summe nicht auszahlen, sondern behielt einfach die karte. die sau. solche situationen entstehen meist, wenn man absolut kein geld in den taschen hat. unbedingt zigaretten braucht. und hunger hat. bin ja mehr so der unterwegsesser… ich also zur filiale und (wutschnaubend!) gefragt, was hier eigentlich los ist… die antwort ließ mich erschauern: tags zuvor hatte ich fast 2000 euro in rotterdam und bukarest abgehoben. gleichzeitig. wow. wildes leben, dachte ich noch. machen könnten sie nichts, restgeld abgehoben. zeit für einen beruhigungsschnaps blieb nicht, musste zur polizei und anzeige erstatten. die polizeidienststelle in der eberswalder lohnt übrigens einen ausflug. sozialistische schlichtheit, sozialämtige tristesse und reiner kubismus ergänzen sich zu einer melange aus tausendundeiner bereitschaftsnacht. die kollgen waren reserviert aber freundlich. ich machte meine angaben, hatte eine großfahndung mit hubschraubern, zumindest aber der hundestaffel erwartet. nichts passierte. wochenlang. monatelang. ich gewöhnte mich an einen dispo in millionenhöhe im vierstelligen bereich. ich rief ein paarmal an. mit verweis auf laufende ermittlungen, bla, bla… ein dreiviertel jahr später war das geld wieder da samt überziehungszinsen. aber auch kein cent mehr. warum auch. irgendwo hab ich mal gelesen, dass banken und sparkassen versichert sind für solche fälle. oder den schaden aus der portokasse bezahlen, um image und vertrauen nicht zu gefährden. hab jetzt auf die schnelle nichts dazu gefunden. aber macht schon sinn. die böse verbrecherbande hatte wohl meine kartendaten ausgelesen und meine pin gefilmt. die karte mehrmals nachgemacht und damit dann im ausland abgehoben. sie wurden wohl auch nie gefangen. eine bauanleitung gibts übrigens hier. und ich bleibe die opferwurst. bis heute. 

ich geh‘ kaputt

[prequel] für heute war der große rundumschlag geplant: mal richtig loszubloggen und garnicht mehr aufzuhören: verschiedene themen schwirren seit tagen in meinem kopf herum. finden sich zu großartigen sätzen zusammen, zirkulieren in der nebennierenhöhle, ergießen sich dann bruchstückenhaft im notizbuch und werden vom kopf wieder verworfen. ich werde gegeißelt von ohrenschmerzen. links. ganz recht. das linke ohr nervt mich seit tagen. bin so quasi halbtaub. jeder gedanke wird unterbrochen durch ständiges rauschen. zwischenmenschliche kommunikation wird massiv gestört. erstens versteht mich keiner mehr, weil ich angst habe zu brüllen. das führt zu frustrierenden situationen. außerdem muss ich immer dreimal fragen, was der andere gesagt hat und schaue dabei bescheuert. schön ist das nicht. dienstag gehts zum arzt. versprochen. dann auch wieder mehr an dieser stelle. wenn ich wieder ganz bin.

[midquel]
themen, die ich zur zeit nicht vernünftig zu ende denken kann. die sich aber lohnen. vermutlich. oder auch nicht. hier in ungeordneter reihenfolge:

1. studidingen, fliltr und co: warum wir verdammt nochmal anfangen sollten, uns gedanken über die *richtige* netznutzung zu machen. statt immer alle bedenken wegzuklicken.

2. ubuntu-linux und mein wlan-teil. warum ist eigentlich das leben so vertrackt?

3. ich und der alkohol – eine story zum nachdenken. muss mal langsam runterkommen vom level. klappt ganz gut diese woche. habe wasser als alternative entdeckt. schmeckt tatsächlich.

4. übers älterwerden – warum ich froh bin, nicht mehr 20 sein zu müssen.

5. schlafentzug. ein selbstversuch.

6. mit dem strom – warum es manchmal angenehm ist, mainstream zu sein.

[sequel]
mitmachdings – hier jetzt auch. es kann gevotet werden, über was ich als nächstes schreiben sollte. hier in den kommentaren. pixelroiber2.0 sozusagen. da bin ich garnicht so.

[sidequel]
wie man ganz gut zeit vernichtet, erfährt man hinter diesem link.

bloxorz-snapshot

so gehts auch

[youtube O2isV6L-sAM]

Kiez Avantgarde Kunstschule, part II: THE PUNISHMENT (2005)

Kiez Avantgarde Kunstschule is a contemporary art project involving pre-teen children from Soldiner Kiez in Berlin, Germany. During a summer workshop, the artists Ondrej Brody (CZ), Ivars Gravleis (LAT), Kristofer Paetau (FIN) and Avdey Ter-Oganian (RUS) planned to introduce a group of children into the practice of contemporary art…

backinfos