stell dir vor, es ist sonntag morgen und du willst mit deiner freundin gemütli frühstücken gehen. und dann fällt dir ein, dass du – erstens – arbeiten musst und – zweitens – gar keine freundin hast.

szenenwechsel:
die zeitumstellung heute morgen passierte weitesgehend ohne mich. dafür war ich eine stunde zu früh auf arbeit und habe mich zum bäcker geschleppt. schon mal alleine gebruncht? sehr entspannend. niemand, der dir vorwirft, wieder viel zu viel zu essen (oder zu wenig – immerhin haben wir ja das ganze viele geld bezahlt…). und noch eine entdeckung durfte ich erleben: wenn man frühstückt, hat man den restlichen tag über weniger hunger. das ist interessant, sollte ich im auge behalten…
acht stunden sonntags arbeiten ist digital bohemian minus schnauzer minus ulkige frisur. wollte ich nur mal gesagt haben. jedenfalls hatte ich ausreichend zeit, über dieses posting nachzudenken. daneben hatte ich immerwieder eigenartige gedanken (nachwirkungen einer grippe von letzter woche):

1. der druckertreiber KANN einfach nicht die lösung meiner windows-probleme sein
2. wieviel kaffee verträgt eigentlich der menschliche körper?
3. warum erzählen mir alle frauen, mit denen ich rede, von ihrem freund?
4. warum sind eigentlich die nazis an allem schuld?
5. da fällt mir ein: gestern war ich zum ersten mal in marzahn, war gar nicht so schlimm…
6. merksatz: frauen beim weggehen kennen zu lernen ist nur eine geniale marketingidee der gastroindustrie.

in diesem sinne:

esst mehr frühstück und lest die besseren bücher!

(oder anders herum)

update: nachdenken über postings hebt nicht unbedingt deren qualitität.

the truth between book boards? (October 2006)

beeinflussen bücher unser denken? wollen wir es hoffen. seit einiger zeit schreibe ich mit dem zonenschwäbele an einer story, ob wir je zu zum punkt kommen, steht noch in den sternen. jedenfalls habe ich das ganze mal in html für die ewigkeit konserviert. da können die google-roboter kommen und merkwürdige wörter indizieren!mit folgenden begriffen landeten tatsächlich besucher auf meiner seite:
„brauseboys“ / „jahre pornografie“ / „white trash fast food geschichte“ / „coca-cola OR coke OR cokefridge“

wir sind also tatsächlich noch ein ganzes stück vom intelligenten netz entfernt…

>hier gehts zur roiberstory<

zwei filme, zwei geschichten. zwei völlig unterschiedliche ansätze, gewalt darzustellen. und doch merkt der geneigte zuschauer schnell, dass die filme garnicht so unterschiedlich sind. in fernando meirelles‘ meisterwerk city of god gehts um jugendbanden in brasilianischen slums und deren entwicklung. gezeigt wird die gewalt, das leben und die verhältnisse in armen trabantenstädten. in teilweise drastischen bildern erzählt Meirelles die geschichte eines jungen, der so garnicht dazugehören will, sich dem ganzen aber nicht entziehen kann.
altmeister tony scotts domino ist die halbwegs wahre geschichte eines rebellischen oberschichten-girlies, die kopfgeldjägerin wird und an der seite des großartigen mickey rourke eine verworrene roiber-story erlebt. der film glänzt mit starbesetzung und einem üppigen budget. und doch wurde er von der kritik zerfetzt und scheiterte grandios an der kinokasse. zu recht.

beide filme benutzen dieselbe wilde schnitttechnik, die farbfilter, rückblenden und verschachteln den plot, wie wir es leider schon viel zu oft gesehen haben. filme wie natural born killers, pulp fiction, trainspotting, lola rennt oder auch snatch etablierten oder perfektionierten diesen stil, doch irgendwann wird auch das langweilig. der zuschauer lässt sich eben nicht ewig reizen.

doch warum war nun city of god der kommerziell erfolgreichere und auch bessere film? weil er authentischer erzählt? weil er das ganze ausmaß der gewaltspirale aufdröselt und gewalt im allgemeinen kritischer darstellt? ohne groß psychologisch zu werden, ist das greifen zur waffe immer auch eine letzte alternative, wenn sonst keine lösungsvorschläge mehr greifen. die probleme eines kopfgeldjägers dagegen wirken ein wenig weltfremd und hölzern und sind eher weniger nachvollziehbar.[…]

[auszug eines vortrags in der soldinWG im rahmen der veranstaltungsreihe ‚zwei filme – meine meinung. kritische auseinandersetzung mit soziokulturellen hintergründen am beispiel des mediums film‘]

muss für ein paar tage einen hasen hüten. grund genug, mich ein bischen mit der hoppelnden thematik auseinanderzusetzen. nun bin ich kein ausgewiesener tierfreund. aber jetzt ist er einmal da, und was soll ich da schon groß machen?

mr. rabbit strikes back (oktober 2006)

1. anschaffung

tierhandlungen haben die dunklen machenschaften von vodafone und konsorten übernommen: kost' fast nix, zahlst dich aber doof bei unterhalt und zubehör. wird langsam zeit, dass sich regulierungsbehörde und eu diesem netzwerk aus krimineller energie und dummheit annehmen!

2. was machen?

neben möhren und gras frisst das tier auch kabel. heute war ich den ganzen nachmittag beschäftigt, alle kabel hasensicher zu verbergen. (führende hasenexperten geben entwarnung bei haushalten mit wlan-netzen. entsprechende fälle sind äußerst selten und völlig unbedenklich für das getier.) ansonsten füttern und stall ausmisten. spielen kann man mit diesen tieren nicht. immer, wenn ich das wollte, ist es weggerannt. kann aber auch an mir liegen.

3. hase oder kaninchen?

blöde frage, woher soll ich das wissen?

4. kulturgeschichte?
ja: fruchtbarkeitssymbol, romantitel, porno-branding, weihnachtsmannkonkurenz, berufsbezeichnung, usw.

sehr schön zu lesen ist richard adams mit seinem großen epischen werk!

5. anekdoten?

sicher! hier.

6. besonderheiten?

das vieh ist scheinbar rund um die uhr wach. gerade jetzt schaut er mir beim tippen zu und mumpelt eine möhre. frühmorgens ist er vor mir auf den pfoten und macht radau. schlafen diese tiere nie?

7. wie weiter?

natürlich hab ich mordgelüste. aber dann schaut er wieder so unschuldig… da warte ich doch lieber bis er noch ein bischen mehr auf den knochen hat…

ps: noch was zum thema tier: fliegen auf dem monitor kann man nicht mit dem mauszeiger vertreiben. schade eigentlich.

gestern im kino gewesen und es hat viel überwindung und redekunst bedurft, nicht in diesen fußballfilm zu gehen (an der kinoschlange standen schon menschen in tschland-trikots!). stattdessen the black dahlia. ein großartiges meisterwerk, wenn auch ein wenig vermurkst durch regie, drehbuch und schauspieler. nevertheless gab es comichafte bilder, rauchende cops und psychogangster. anrüchige vierziger-jahre pornografie und seitenhiebe gegen hollywood. so lieben wir das und auch wenn der film wohl den noir-liebhaber enttäuscht, so ist er doch unbedingt sehenswert.

fußballfilme sollte man dagegen zuhause auf dvd und mit dosenbier sehen. meine meinung

gerade gab es zum ersten mal in meinem leben himmel und erde, so eine art warmer apfelmus mit kartoffeln. die brauseboys nebenan entdecken im oktober ihre westfälischen wurzeln und der geneigte zuhörer schmunzelt über die geschichten aus der provinz. vor kurzem erschien das neue buch von florian illies. auch bei ihm geht es um scheinbar altmodische begriffe wie „heimat“. und hier wird aktuell der ganze prozess noch etwas tiefer beleuchtet.

im grunde geht es nicht um eine gegenbewegung zur globalisierung, sondern um die folgen: wenn nämlich die welt immer näher zusammenrückt, wächst gleichzeitig die bedeutung der region und die staaten lösen sich auf. egal, was dir deine regierung erzählt, unser ganzes denken, unser handeln wird in nicht allzu ferner zukunft da ankommen, wo die wirtschaft längst ist: global aufgestellt, aber regional verwurzelt. dafür spricht die aktuelle coke-kampagne. dafür sprechen die communities im netz, in denen zwar englisch gesprochen wird, aber es letztlich doch zu lokalen häufungen kommt. der mensch ist eben ständig auf der suche nach seiner identitiät, egal wie global citizen er ist.
so schnell wird kein staat verschwinden, aber das denken verändert sich langsam. die beflaggung zur wm wirkte da eher wie ein hilfloser anachronismus oder aber es war wirklich nur ein hipper trend…