Kategorie: Photographie

von der amalgamierung der medien

Rudolf Stumberger hat auf heise telepolis seit dezember eine artikelserie über das ende der fotografie veröffentlicht. darin nicht nur trübsinn und technologie- und gesellschaftskritik. sondern auch auswege aus der misere in form der gedanken von Allan Sekula.

  1. Die Fotografie – ein verlorenes Medium

    „… war Fotografie Entdeckung, war Fotografie die Spur des Lebens. Diese Spur ist im Digitalen verlorengegangen und kann [nicht] durch ein Retro-Design […] wiederbelebt werden […] Was bleibt, ist das Zitat.“

  2. Der Luxus der Nichtfotografie

    „Die sozialdokumentarische Fotografie ist noch mehr als wie je zuvor zu einem medialen Spektakel ohne Konsequenzen geworden.“

  3. Das Super-Selfie und die Schnäppchenjagd

    „Was vorher ein abgrenzbarer und klar definierter Abbildungsakt war, wird nun zu einem Zustand. Das Bild in digitaler Verbreitung wird zur Allgegenwärtigkeit und wir werden in diese Allgegenwärtigkeit der Bilder vollständig eingehüllt.“

  4. Das letzte Aufbäumen der Fotografie als Kunst

    „Noch einmal stellt sich die Fotografie als grotesk überzeichnetes Einzelwerk dar, bevor es sie endgültig granularisiert und zum Zustand wird.“

  5. Die tausend Augen der Dr. Merkel

    „Damit wird freilich die Beziehung zwischen Bild und Situation gekappt…“

  6. Neue Beschriftungen für die Welt-Bilder

    „Es gibt die Welt außerhalb und unabhängig von uns – aber das Bild, das wir uns von dieser Welt machen, kann mehr oder weniger wahr sein und bedarf der kritischen Überprüfung.“

#frankreich #franke #frankow

witzig, wie sich da oben im titel gleich ganz neue inhalte ergeben, wenn man das „p“ konsequent durch „fr“ ersetzt.

aber eigentlich wollte ich ja was ganz anderes. bilder von schrottigen fahrzeugen sind ja hier in der höhle immer wieder gern gesehen, deshalb mach ich das auch mal.
man sagt ja immer, die franzosen rosten so schnell – ich glaube das stimmt:

aber dafür sind die designkonzepte rischtisch cool:

klick, klick, klick

Symbolfoto: Stockphotographie

Yuri Arcurs ist der wohl bekannteste Mikrostocker. Aua.

kein mikrostocker: c., im mauerpark (juni 2008)

Ein Mikrostocker ist nicht so richtig ein Prophiphotograph, manchmal aber schon, aber eigentlich habe ich keine Ahnung. Jedenfalls lädt er seine Bilder auf Microstock-Plattformen wie Fotolia und Konsorten und verdient dann schweinemäßig Schmott. Diese Bilder hier zum Beispiel von Herrn Arcurs begegnen einem inzwischen überall im Netz, auf Plakaten und in Zeitungen. Da kommt man nicht dran vorbei und wenn man Pech hat, zwingt einem der eigene Chef, die Bilder zu kaufen. Aber besser wird unsere Welt dadurch nicht.

Der Spiegel schrieb schon vor zwei Jahren:

„Gestandene Fotografen wiederum blickten noch vor kurzem verächtlich auf die Schnäppchenknipser; Microstock-Pionier Arcurs erinnert sich an E-Mails, in denen er als Hure beschimpft wurde. Heute bequemen sich auch die Profis zu den Billigportalen – lieber verkaufen sie ein Bild 500-mal für einen Euro, als auf den Traumprinzen zu warten, der 500 Euro dafür bezahlt.“

Erfahrungen anyone?