Kategorie: Kultur

kulturherbst

kurz notiert, sonst vergesse ich es wieder:

  • SVEN REGENER: Wiener Straße, erscheint am 07.09.2017 / Verlag
  • Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt: ab 31.08.17 / Trailer
  • Marc-Uwe Kling: QualityLand, erscheint am 22.09.2017 / dunkel / hell

#boehmermann

Er hat jemanden gespielt, der ein rassistisches Schmähgedicht vorträgt. Das ist Kunst und damit sollte die Diskussion auch zu Ende sein. […] Wer hier nach dem Staatsanwalt ruft, will einen miefigen Humor im Fernsehen, der hinter Otto Waalkes und Harald Schmidt zurückfällt. Geschmacksfragen auszutragen ist keine Aufgabe der Justiz.

(klagefall, 15.04.16, via)

‚dinger, die in speichen klappern‘ hat eine ähnlich hohe sprachliche dichte, wie ’schnee, der auf zedern fällt‘ und erinnert stark an die wohlbehütete mittelstandskindheit. lackklackklack…

Sommerloch, ick hör‘ dir trapsen…

„Die Welt“, ein Nachrichtenmedium zwischen Bild und Stern, hat mit folgendem Beitrag für mich das Sommerloch eingeläutet:

Dylan und Hendrix singen den Taliban aus der Seele

Lieber Autor, lieber Alan Posener – viel reißerischer ging es wohl nicht mehr.
Der Artikelinhalt ist aber die Krönung:

Von der „winselnden Hündin“ bis zum Ehrenmord reichen die Rachefantasien der Popklassiker.

Jimi Hendrix, Bob Dylan, The Rolling Stones – das ist Rock!
Aber der Autor geht noch weiter:

Viele Kritiker halten Dylans „Like A Rolling Stone“ sogar für den besten Pop-Song aller Zeiten. […] Aber abgesehen davon, dass „Like A Rolling Stone“ entschieden zu viele Akkorde und Wörter hat, ist es auch deshalb problematisch, weil es […] ein misogynes Hasslied ist.

Fremdwörter können die Qualität dieses Artikels auch nicht mehr steigern. Misogyn heißt übrigens Frauenfeindlich. Um Himmels Willen! Dylan hat frauenfeindliche Texte gesungen. In Hendrixs „Hey Joe“ geht es um einen Ehrenmord, sogar die Beatles singen in „Norwegian Wood“ davon, dass sie nach einem One-Night-Stand die Wohnung der Frau anzünden. Oh nein, wie schlimm!
Was ist nur aus Sex, Drugs and Rock’n’Roll geworden? Verblödet geht die Welt zugrunde…

mal wieder öfters ins musem gehen

im internet, da gibts alles. da darf jeder reinschreiben und reintun, was er will. egal, ob es interessant ist oder jemals gelesen oder angeschaut wird, da kümmert sich keiner drum. und so muss man zwischen all‘ dem scheiß die perlen suchen. die es zweifelsohne gibt. zum beispiel das Museum of Anti-Alcohol Posters von Yuri Matrosovich.

nach dem museumsbesuch hat man einen ganz anderen blick auf das thema, ist sensibilisiert und hört sofort auf mit trinken. um nichts anderes geht es doch in der kunst!

(via)