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Ich habe das Hörbuch (15h) angefangen, jedoch nicht zuende gehört. Das Hörspiel (5h) ist kompakter und auch lebendiger durch diverse Schauspieler. Das Buch selbst ist schon ein kleiner Schatz: Juli Zeh hat einen eigenen Kosmos in der brandenburgischen Provinz geschaffen. Sämtliche Protagonisten erzählen ihre Sicht der Dinge und treiben so die Geschichte voran, in der geht es um große Weltpolitik, aber auch um den Mikrokosmos eines Dorfes. Ein bisschen wie Dogville von Lars von Trier (2003).

Zugezogene und Investoren bringen die jahrelang unter den Teppich gekehrten Konflikte zutage, krasse Geschichten der Nachbarn, von denen jeder ahnte, niemand aber jemals sprach. Dazu immer wieder der große Bruch 1989/90, bei dem es Gewinner aber auch Verlierer gab. Eigentlich passiert gar nicht viel, es sind die Figuren und ihre Gedanken, die das Buch über lange Strecken tragen. Wie menschlich sie von ihren Ansichten selbst überzeugt sind, wie absurd so manche Entscheidung gerechtfertigt wird. Wie nachvollziehbar das ist. Aber auch: Wie empfindlich und komplex das Soziale ist, gerade in einem kleinen Dorf.

Subtext: Ein Artikel von Juli Zeh in der Zeit sorgte letzte Woche für Trubel in sozialen Medien, nicht das erste Mal werden ihre Positionen kritisch diskutiert. Darum solls hier jedoch nicht gehen.