Farberot

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Dicht. Aufzeichnungen einer Tagediebin

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eine sehr persönliche geschichte des heranwachsens im wien der 00er jahre. es wird viel getrunken und gekifft, freunde kommen und gehen und nachher treffen sich alle in der kleinen wohnung. diese jugend, die wir alle gern gehabt hätten, aber zu spießig waren. dieses gefühl, ständig zu versagen und blöd angemacht zu werden (kann ich als mann allenfalls erahnen). dieses ständige schwanken zwischen den erwarteungen der anderen und den eigenen bedürfnissen. verloren zu sein bis euphorisch. ach, man muss nicht in wien aufwachsen, diese gefühle sind universell. aber in der großstadt viel intensiver. und mit dem derben humor und garstigen sprüchen, hat das alles noch mehr charme. ein großes buch, lest es und fühlt wieder die beklemmung und ungewissheit, die euphorie und leichtigkeit der jugend.

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über Nick Cave (Hörbuch)

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witzige idee, gibt eine ganze reihe über verschiedene musiker von diversen autoren. der autor reist mit seiner freundin zu einem konzert in mexiko und erzählt seine geschichte und nebenbei auch die von nick cave. keine klassische biographe also, aber viel näher am künstler und unterhaltsamer. subjektiv alles, aber macht Spaß.
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Utopien für Realisten: Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen

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in knalligem rot und provokantem titel schreit das büchlein kauf mich! kauf mich! was will der autor, etwa die kommunistische weltrevolution? oder wenigstens die herrschende klasse von ihrem thron stürzen? nein, nichts dergleichen. er kommt mit argumenten daher, mit studien und wissenschaft. der 1988 geborene autor hat argumente. verwundert reiben wir uns die augen. hier wird nicht losgepoltert und alles neue schlecht gemacht, hier hat einer ideen für morgen, statt das gestern in den himmel zu loben. ähnlich wie paul mason (postkapitalismus, 2015) vertritt bregmann die these, dass der kapitalismus sich heute neu erfindet, erfinden muss und wir die chance haben, das zu gestalten. drei große ziele werden definiert: massive reduzierung der arbeitszeit, einführung eines bedingungslosen grundeinkommens und abschaffung der grenzen. das geld ist da, es ist nur ungleich verteilt. für die thesen werden sowohl historische belege angeführt als auch aktuelle studien zur machbarkeit. trotzdem ist es sehr flüssig und eingängig lesbar. wir sollten uns nicht der lethargie hingeben, sondern handeln.

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Imperium. Sowjetische Streifzüge.

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Spannendes und zeitloses Buch über ein untergegangenes Land. Von einem der besten Reisereporter des letzten Jahrhunderts. Kapuściński (1932-2007) war unablässig in der Welt unterwegs, insbesondere in Südamerika, Asien und Afrika. Im vorliegenden Buch hat er seine Reisen in die Sowjetunion zusammengefasst.

Geboren in Pińsk, damals Polen, heute Weißrussland nahe der Grenze zur Ukraine, erlebt er als Kind die stalinistischen Säuberungen und den großen Hunger der dreißiger Jahre. Mitschüler verschwinden von Heute auf Morgen, das Essen wird knapp – alles aus Sicht eines Kindes. Ohne Vorwürfe und große Politik, nur verwundert. Die Familie zieht nach Warschau.

Mehrmals zieht es ihn in die Sowjetunion, in die Ukraine, nach Moskau, aber vor allem in die sibirischen Gebiete, in den asiatischen Teil des riesigen Reiches. Er verfolgt die Spuren der Deportierten, der Millionen Menschen, die in den Gulags verschwanden. Wir frieren mit ihm, fassungslos lesen wir die Beschreibungen der Bewohner, der Hinterbliebenen. Und erneut führt er uns vor Augen, was das kommunistische Regime in wenigen Jahren unbemerkt von der Weltöffentlichkeit vollbracht hat: Eine Tötungsindustrie von den Ausmaßen des deutschen Holocaust.

Er besucht die südlichen Sowjetrepubliken, größtenteils muslimisch, reich an Rohstoffen, dennoch arm. Augebeutet von Moskau und besetzt. Die Konflikte der Neunziger Jahre ahnt er bereits, es ist vorhersehbar.

In den letzten Kapiteln beschreibt er seine Reisen 1989/90 kurz vor dem Zusammenbruch der SU. Warum gab es keine Revolution, kein Blutvergießen?

Eindrucksvoll und absolut empfehlenswert.

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NSA – Nationales Sicherheits-Amt (Hörbuch)

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Eigentlich hat Simon Sahner bei 54books bereits alles zu diesem Buch geschrieben („Internetbashing-Nazikitsch-Mashup“). Und wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, greift bitte nicht zu diesem Ziegelstein.

Über 22 Stunden bzw. 800 Seiten zieht sich eine lahme Geschichte um ein eigentlich spannendes Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die Nazis schon Computer gehabt hätten? Kurzum: schlimm. Ob man dazu soviel Seiten benötigt hätte für diese Idee, sei dahin gestellt, jedenfalls zieht es sich endlos.

Im Mittelpunkt ein zurückgewiesener Analyst, eine schüchterne Programmstrickerin, die keine richtige Nazis sind, dafür glühende Mitläufer, und nach und nach die Dimensionen der Naziherrschaft begreifen. Und immer wieder offensichtliche Kritik an Überwachung, Automatisierung und KI. Man ahnt es, der Autor will uns warnen, dass jene Systeme, die wir längst haben, in den Händen von Diktatoren Schreckliches anrichten. Platt und dumpf fühlt sich das an und die Sprachverdrehung (Parole statt Passwort, Datensilo statt Cloud) wirkt anfangs spaßig, später eher peinlich.

Dazwischen unreflektierte Vergewaltigungsszenen und sexuelle Dominanzphantasien, die nicht hätten sein müssen. Ansonst wirkt alles sexuelle merkwürdig antiquiert. Und die Differenzierung zwischen pösen Nazis und Mitläufern folgt einem Geschichtsbild, das stark an die 50er Jahre erinnert. Das muss man dem Autor vorwerfen, Platz und Zeit hatte er genug.

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Wir Strebermigranten

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Seit den 1950er Jahren kamen in die Bundesrepublik insgesamt ca. 2,5 Millionen Menschen aus Polen, vor allem Aussiedler, aber auch politische Emigranten der Solidarnosc-Zeit. (wikipedia)

Emilia Smechowski ist eine von ihnen, irgendwann in den achtzigern kam sie als kind. in der bundesrepublik ist sie aufgewachsen und erzählt davon. wie es war, fremd zu sein und lange nicht dazuzugehören. wie ihre eltern und die ganze generation dazugehören wollte und deutscher wurden als die einheimischen. das ist auch der grund, warum viele polnische migranten so unsichtbar sind, weil sie teilweise ihre identität verleugnet haben. aber – und das kann man in Smechowskis buch nachvollziehen – es ändert sich gerade und das ist auch gut so.

das buch ist voll persönlicher andekdoten, teils schmerzhaft, teils absurd. und allgemeinem über migration. denn wenn wir eines lernen, ist das, dass migration und integration ein langer weg ist, selbst aus dem nachbarland. und dass wir zuhören müssen, jenen, die zu uns kommen.

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Die unendliche Geschichte

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auch ein gutes buch zum vorlesen und darüber sprechen. die story ist verworren und bekannt, am ende sehr düster und wenig farbenfroh. ein klassiker, reich an ideen und figuren. man muss es mal gelesen haben, aber es ist schwierig darüber zu sprechen oder zu schreiben, eine eigene welt tut sich auf und es ist schade, dass Ende nicht mehr bücher in dem universum veröffentlicht hat, wie bspw. jk rowling.