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sehr kurze novelle über zwei verliebte, die fernab von elterlichen und gesellschaftlichen zwängen kurzurlaub im brandenburgischen machen. es geht auf den see, in die kleinstadt und ins kino und theater. es passiert nicht viel, oder der leser muss es erahnen. es gibt nur dialoge, abstrakt und impressionistisch. es fällt schwer, dem über hundert jahre alten bändchen irgend etwas zu entlocken. damals wars ein bestseller, so kurz vor dem ersten weltkrieg, es gab einen kaiser und die gesellschaft hatte ihre festen rollenmodelle, die das buch dezent kritisiert. heutzutage schwer dechiffrierbar. die bilder von Kurt Szafranski sind eigentlich auch ziemlich scheiße. mit bilderbuch im titel ist möglicherweise auch was anderes gemeint.

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Wie schon das Buch über die Kulturgeschichte der Schulden ist dieses über Bürokratie sehr erfrischend, liest sich wie ein Roman und nicht so trocken wie ein Fachbuch, trotzdem es ein ernstes Thema behandelt.

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Allerdings ist es nicht aus einem Guss, sondern eine Sammlung von Essays, Redundanz inbegriffen.

Kernthese ist, dass unser Leben zunehmend dürch einen Verwaltungsapparat bestimmt wird, nicht nur auf Staatsseite, sondern auch in den Unternehmen. Niemand will/kann/darf mehr Entscheidungen treffen, also wird der Wasserkopf immer größer.

Spannend auch die Geschichte der Bürokratie, die in der deutschen Post (Sic!) ihre erste Höchstform fand, aber natürlich wesentlich älter ist. Überhaupt ist der anthropologische, kulturgeschichtliche Teil wesentlich fundierter und umfangreicher als die Überlegungen zu Gegenwart und Zukunft.

„Für diesen Prozess – das allmähliche Verschmelzen von öffentlicher und privater Macht zu einer Einheit, die überfrachtet ist mit Regeln und Vorschriften, deren letztlicher Zweck darin besteht, Wohlstand in Form von Gewinnen abzuschöpfen –, gibt es noch keinen Namen. Schon allein das ist bezeichnend. Diese Entwicklungen können sich vor allem deshalb vollziehen, weil wir noch über keine begrifflichen Mittel verfügen, um über sie zu sprechen. Ihre Auswirkungen lassen sich jedoch in allen Lebensbereichen beobachten und füllen unsere Tage mit Papierkram aus. Die Formulare werden immer länger und komplizierter. Einfache Dokumente wie Rechnungen oder Fahrkarten oder Mitgliedsausweise für Sportvereine oder Buchclubs sind mit seitenlangen kleingedruckten rechtlichen Erläuterungen versehen.

Ich möchte eine Bezeichnung vorschlagen. Ich halte es für sinnvoll, diesen Prozess die »totale Bürokratisierung« zu nennen. Zunächst wollte ich vom Zeitalter der »räuberischen Bürokratisierung« sprechen, aber das ist ohnehin die grundlegende Natur jenes Ungetüms, das ich hier darstellen möchte. Dieses Ungetüm regte sich erstmals, so könnte man sagen, als die öffentliche Diskussion über Bürokratie Ende der Siebzigerjahre abzuklingen begann, und es wuchs in den Achtzigerjahren. Doch erst in den Neunzigerjahren gewann es richtig an Kraft und Stärke.“

Lesen Sie es, wenn sie querdenken wollen.

Hier ein Inerview im Schweizer Fernsehen.

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Krimi aus der Sicht eines Jungen mit Asperger-Syndrom, gelesen von Rufus Beck. Ist wohl nicht alles so stimmig, das Krankheitsbild wird nur unzureichend dargestellt, wie nicht wenige Kritiker anmerken.
Trotzdem ist es ein spannendes und aufschlussreiches Buch, weil der Protagonist ganz anders denkt und handelt als erwartet. Erinnert ein wenig an Raum von Emma Donoghue.

[xrr rating=6/7]

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ein essay, diese unerhörte form der meinungsäußerung. engler befasst sich mit dem grundeinkommen, denkt weiter, nicht auf ausgelatschten trampelpfaden, sondern geht eigene wege. durchaus nachvollziehbar, aber als leser hat man immer das gefühl hinterher zu stolpern, zurück gelassen zu werden. teilweise nicht nachvollziehbare und um sich drehende aussagen. im mittelpunkt immer der mensch, der das grundeinkommen bezieht: was passiert mit ihm, wie verändert er sich dadurch? und ist das beeinflussbar? wie muss sich die gesellschaft darauf vorbereiten? spannend, aber teilweise doch sehr knöchern zu lesen.

[xrr rating=5/10]

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ein gutes buch, ein wichtiges buch. erzählt werden die tage der novemberrevolution 1918/1919 aus sicht einer weddinger familie. die letzten kriegstage, die kämpfe auf den straßen, die demos, die hoffnungen und das leid der einwohner. die ermordung von luxemburg und liebknecht. der hunger, die krankheiten, die sehnsüchte der menschen nach frieden, essen und gerechtigkeit. erklärt werden auch die argumente der linken. warum sie revolution machen. in einfachen worten.
sicherlich könnte man kordon einseitigkeit vorwerfen – friedrich ebert wird nicht gerade positiv dargestellt und die sozialistischen matrosen werden vielleicht zu stark glorifiziert. und eine vollständige darstellung der ereignisse ist das buch nicht. dennoch bleibt es eine eindrucksvolle geschichte.

ein buch nicht nur für kinder und heranwachsende, auch erwachsene sollten es lesen.

[xrr rating=7/10]

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schon zweimal gelesen, mehrmals verschenkt und immer noch nicht genug. dieses buch gehört in die klassenzimmer dieser welt. einfach geschrieben erklärt es komplexe zusammenhänge. der titel verspricht nicht zuviel. viel ahnung hat der autor vor dem schreiben nicht gehabt, aber er kniet sich rein, fragt nach und der leser steht mit ihm vor den wundern dieser welt. faszinierend, macht lust auf mehr wissenschaft.

[xrr rating=10/10]