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das buch besteht nur aus einem interview, was eine nicht näher vorgestellte frau einer literaturbeilage mit dem fiktiven autor führt. über ein buch, dessen inhalt, entstehungsgeschichte und erzählerische intentionen sich dem leser nach und nach erschließt. viel meta-ebene auf 200 seiten, das gefällt nicht jedem, polarisierende rezensionen zeigen es. über literatur zu lesen, ist etwas anderes als lesen, ich habe mich mehrmals dabei erwischt, das besprochene buch lesen zu wollen. da spielt einem der kopf einen streich. haupttragend ist natürlich die story, die von hinten aufgerollt wird, aber immer wieder überraschende wendungen nimmt an stellen, an denen man eigentlich glaubte, längst vorbei gegangen zu sein. aber das kenne wir ja schon von den brenner-romanen. interessant auch die sprachlichen überlegungen und und biographischen anmerkungen. das buch sollte man gelesen haben, weil es erzählerisch so toll ist.

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leider ist das nicht mal annähernd lustig, sondern tief traurig. die idee ist witzig, große konzerne und dienstleister mit anfragen aus einer anderen zeit zu betrollen. da sind schon ein paar nette ideen dabei. leider erhält er nur standard-anworten aus der presseabteilung und verzichtet auf eine weitere reaktion. das ist so langweilig und dröge, ich habe das hörbuch nicht zu ende geschafft, zumal die sprecher auch noch dialekte nachahmen.

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eine feuerorgie der gewalt. ein ehamliger bulle ist jetzt schadensregulierer bei einer versicherung. als er einen hausbrand untersucht stößt er auf viele ungereimtheiten und verstrickt sich immer mehr in ein komplott. schnelle, harte, lineare erzählweise, ein bisschen hintergündiges zu physik und chemie des feuers und eine menge dunkler typen. dieses hörbuch macht spaß, auch wenn es keinen hohen literarischen anspruch hat. manchmal braucht man das.

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da reist einer fast drei jahre lang um die jahrtausenwende durch die welt, besucht länder, kulturen und schreibt alles auf. das B.O.T Editorial Review Board meint dazu: „Würde man Warren Buffett und Bill Bryson zusammen in ein Auto setzen und 3 Jahre auf Weltreise schicken, würden Sie vielleicht auch so schreiben wie Jim Rogers.“
Das ist alles sehr spannend, zumal er sich die Länder aus Investorensicht anschaut und bewertet. Dazu natürlich viel Kulinarisches, Gesellschaftliches und Grenzkontrollen und so weiter. Teilweise ein bisschen langatmig und vorgelesen von einer Frau mit eigenartiger Betonung. Kann man anhören.

[xrr rating=4/7]

[youtube 2Aw9TsfFuDQ#!]

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„Ich lese komische Gedichte – und Christian Maintz erklärt den Leuten, warum sie gelacht haben.“ (Harry Rowohlt)

Das ist wirklich gut. Komiktheorie und ein unnachahmlicher Rezitator, die Lyrik stammt von Robert Gernhardt, Heinrich Heine, Wilhelm Busch, Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Wiglaf Droste, Ror Wolf, Simone Borowiak, Fritz Eckenga, Max Goldt und den Vortragenden selbst.

Manchmal lacht das Publikum an den falschen Stellen, aber so ist das halt manchmal.

[xrr rating=6/7]

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Ich erwachte auf meiner Schreibtischunterlage. Diesen Büroartikel mit dem Motiv
»Strand von Waikiki« hatte mir eine geschmacklose Nenntante zu Weihnachten
geschenkt. Abwaschbares Plastik.
Jetzt hat meine Backe Schweißabdrücke auf dem Sandstrand hinterlassen. Schon
wieder war ich eingepennt, mein Schädel noch immer im Jetlag.

Und so geht das immer weiter und weiter. Ein Adoleszenzroman, ein Groteske, zwischen Wahn und Fiktion mäandert die Geschichte um den frischen Abiturienten Thomas Blume, der in die See sticht, dabei zeitreist, träumt oder zumindest betrogen wird – so genau erfährt es der Leser nicht. Oder vielmehr der Zuhörer – ich weiß nicht, ob dieses Buch auch gedruckt funktioniert, als Hörbuch/-spiel ist sie jedenfalls grandios, da Grebe selbst spricht, singt und Geräusche macht.

Echt abgefahren, Bulgakow-esk, irre. Aber wenn man sich drauf einlässt, mitschwimmt auf des Autors Denken, dann erlebt man eine ungewöhnliche Reise, die so ganz und gar nicht pauschal ist.

[xrr rating=10/10]

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[5%]
während alle welt gebannt auf Unendlicher Spaß: Infinite Jest wartet*, lese ich ein älteres buch vom selben autor (David Foster Wallace). viel ist noch ncht passiert: die mädels sitzen nur rum und quatschen, gerade sind die beiden jungs vom anderen college ins zimmer gekommen.
*es gibt auch einen blog von autoren, die das buch gerade lesen. (via)

[11%]
jetzt ist auch noch die urgroßmutter verschwunden und lenore kommt zu spät zur arbeit. interessant und ungewöhnlich die beschreibung der stadt, deren grundriss wie eine schauspielerin aussieht und die piloten ablenkt.

[22%]
eine wüste in ohio ist geplant und mattel baut auch richtige autos, beim psychiater gibt es fahrbare stühle für die patienten – es wird teilweise echt absurd. dazu die geschichte um lenore und ihrer verschwundene großmutter. sie ist mit ihrem chef rick zusammen, der auch eine psychomacke hat. gerade hat der fette mann seine eigene weltsicht erklärt und seinen plan dargelegt, immer fetter zu werden.
dieses buch ist großartig. nicht nur die geschichte und kleinen geschichten. auch die wechselnden erzählformen, der absolut flüssige stil und sprachwitz, der auch in der übersetzung von Marcus Ingendaay wenig eingebüßt hat.

[61%]
viel zeit ist noch nicht vergangen im buch. die urgroßmutter bleibt verschwunden. ein paar hinweise gibt es, aber das ist eigentlich gar nicht wichtig. wir taumeln mit lenore und rick durch die geschichte und erfahren dabei allerlei kurioses: über ihre familie, über ihren bruder la-vache, den antichristen und wang-dang. nacherzählen kann man das eigentlich alles gar nicht. streckenweise wird es echt absurd und dann wieder philosophisch, etwa wenn der kiffende bruder wittgenstein erläutert oder vlad der pfähler, ein vogel, plötzlich plappert.
selten habe ich so schnell ein buch verschlungen, selten habe ich so viel gelacht beim lesen. und öfters blättert man zurück, um auch ja kein detail und die nächste unwahrscheinliche querverbindung zu verpassen.

[75%]
aus der SPON-kritik von 2004:

„Darin erinnert Foster Wallaces Schilderung an das modernistische Meisterwerk „Ulysses“ […] Wallaces „Besen“ ist ein Produkt der TV- und Kabel-Fernseh-Ära: diffus, bunt, intensiv, eine Orgie des Zappings.“

und da muss man jetzt ein bisschen aufpassen, immerhin wurde das buch 1987 geschrieben, die deutsche übersetzung ist fast 20 jahre später erst erschienen. trotzdem finde ich es zeitlos und ungefähr auf der ebene von couplands generation x. ein modebuch also für die MTV-generation, wie der spiegel das will? ich weiß nicht, dafür ist es zu intelligent und witzig und passt auch heute noch. die technischen details der telefonanlage sind irrelevant, aber da ist man schnell drüber weg. und es wird auch nur telefoniert, von internet ist keine rede. aber darum geht es gar nicht.

ich glaube, der psychologe ist an allem schuld. er macht die beziehung der beiden kaputt, mischt sich ein und hilft kein bisschen weiter. seine methoden sind fast schon genial. ob das wirklich so ist? ich war noch nie beim psycholgen und ach der lektüre verspüre ich auch keinen großen bedarf.

jedenfalls geht es nun auf die letzten seiten zu, es bleibt spannend…

[100%]
tja und irgendwann ist dann auch mal schluß mit diesem buch. sehr abrupt und unerwartet und der leser bleibt verstört zurück. klar, es gibt einen großen showdown und auch die story klärt sich ein bisschen oder wird zumindest angedeutet. eine auflösung, eine erklärung muss man sich schon selber zusammen reimen. das ist hart und nicht unbedingt im sinne des lesers. ein romanfragment eher, so ähnlich wie bei franziska linkerhand von brigitte reimann, das ich irgendwann auch mal besprechen muss… aber zurück zum wallace: sollte man es nun gelesen haben? ich gebe zu, meine ersten einträge waren da optimistischer und euphorischer. nun, ein paar tage, nachdem ich es ausgelesen habe, bin ich da schon skeptischer. denn an vielen stellen fühlt man sich als leser unpassend. und man blättert umher und sucht den roten faden. aber vielleicht ist das auch absicht. einige sachen sind auch irgendwie unnötig und verwirren zusätzlich. vielleicht liegt es auch am für bücher biblischen alter von 25 Jahren, eventuell hat es sich schon überlebt.
aber empfehlen würde ich es trotzdem. beim nächsten mal dann aber im englischen original.

[xrr rating=8/10]

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Zwei Berliner auf den Spuren von Heinrich Heine im Harz. In Gedichten, Kurzgeschichten und Notizen beschreiben sie ihre Eindrücke auf einer Reise durch die Provinz. Manchmal liebevoll, meist ironisch, oft zynisch erzählen sie von der Provinz, touristischen Punkten und Gaststätten. Sie hatten Spaß und das merkt man. Unbedingt lesenswert, wenn man schon mal dort war oder es vorhat. Es steckt soviel Wahrheit zwischen zwei Buchdeckeln.

[xrr rating=7/10]