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vorweg: das habe ich nicht zuende gehört. zu langatmig, schwafelnd, ohne ziel und unterhaltung. es geht um einen reichen broker, der seine lebensgeschichte aufarbeitet, während er bus fahrend vor seiner frau flieht. der new york times-bestseller ist irgendwie politisch, aber auf einer sehr verkopften ebene und als europäer schwierig zu dechiffrieren. ähnlich erging es mir beim buch Kleiner Versager vom selben autor.

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das habe ich nicht zuende gehört und es lässt mich ratlos zurück. auch wenn Christian Ulmen das hörbuch liest. auch wenn die idee witzig ist – ein außerirdischer kommt nach deutschland und wundert sich über menschen im allgemeinen und die deutschen im besonderen – so ist es doch seltsam flach und vorhersehbar. zu platt die witzchen und zuwenig absurd. auch wenn das buch im ruhrgebiet (?) spielt und die dortigen verhältnisse charakterisiert werden. nein, das haben wir alles schon mal besser gelesen, bei Douglas Adams natürlich, selbst bei Horst Evers, der sich unfassbar übernommen hat, aber viel bessere ideen hatte.

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Nach Das Schlangenmaul mein zweites Buch von Fauser, diesmal gehts um einen abgeranzten Vertreter, der plötzlich eine Menge Kokain hat und es versucht zu verkaufen. Das führt ihn in üble Gegenden von München nach Frankfurt bis Holland. Natürlich fühlt er sich verfolgt und verraten, wird es auch, aber anders als gedacht. Auf niemanden kann er sich verlassen, lässt sich aber trotzdem mit den Falschen ein. Die Story ist linear und man kommt aus dem Kopfschütteln über den Protagonisten Blum nicht heraus. Interessanter sind aber die Dialoge und pessimistischen Weltanschauungen. Es gibt nicht viel Hoffnung in der BRD der achtziger Jahre. Alles ist Sumpf und kaputt, jeder will dich übers Ohr hauen. Die lakonische Erzählweise Fausers kann einen den Tag versauen. Dabei bewegt er sich erzählerisch zwischen Hunter S. Thompson und Don Winslow. Und auch spannend, wie sich die Sprache und auch die Gesellschaft nach mittlerweile fast vierzig Jahren geändert hat. Wie Fauser über Migranten und Ausländer schreibt, würde heutzutage sofort Shitstorms erzeugen, man muss es also als historisches Dokument lesen bzw. hören.

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Kann man Frankreich verstehen? Immer wenn man glaubt, die französische Seele erkundet zu haben, passiert wieder etwas unerwartetes. Dieser Tage sind es die Gelbwesten, die allwöchentlich Furore machen und mediale Aufmerksamkeit bekommen. Seit ein paar Jahren die Mouvance identitaire (dt.: IB). Und immer wieder soziale Proteste (siehe dazu). Mir dünkt, die französische Gesellschaft ist radikaler und fortschrittlicher und auch weiter in der Debatte um soziale Fragen als die verschnarchten Deutschen. Auch wenn die Antworten der Franzosen manchmal erschrecken.

Das passende Buch zur Debatte lieferte Virginie Despentes bereits 2015. Es ist ein verstörendes Buch und leider viel zu schnell zu Ende. Der ehemalige Plattenverkäufer verliert die Wohnung, zieht von Freund zu Freund, hat Höhen und Tiefen, rutscht dann in die Obdachlosigkeit. Die Wirklichkeit hat natürlich nichts zu tun mit der romantischen Vorstellung vom Pariser Clochard.
Neben diesem Hauptstrang gibt es einige Nebenstories, teilweise wird aus der Sicht der Freunde erzählt. Da sie sich bereits in ihren Vierzigern und Fünfzigern befinden, geht es oft um früher, also die Neunziger Jahre. Einer aus der Clique hatte Erfolg und Kohle, ist aber inzwischen tot.
Dazwischen immer wieder popkulturelle Referenzen und Namen, die dem deutschen Leser nicht unbedingt alle was sagen. Egal. Oberflächlich fühlt es sich an wie eine Mischung zwischen Philippe Djian und Bret Easton Ellis. Es gibt viele Drogen und Highs und Abstürze.
Dazwischen immer wieder die politischen Ansichten der Protagonisten, ihre Biographien, ihre Ansichten. Kurz: Alle Leben sind verkorkst, es gibt weder Hoffnung noch Liebe, nur Sucht oder Resignation. Nur Radikalität und Verbitterung. Die Flüchtlingsdebatte wird ähnlich geführt, man fürchtet Überfremdung.
Auch wenn es ätzend ist und anstrengend zu lesen, bin ich doch auf Teil 2 und 3 gespannt.

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ein wahnsinniges buch und nun endlich habe ich es auch mal gelesen. sollte man ja eher machen, wenn man unter zwanzig ist aber naja. im grunde gibt es mehrere sich überlappende handlungen und protagonisten und alles passiert gleichzeitig und doch woanders und der leser steht vor einem scherbenhaufen. aber das ist nicht schlimm, im nächsten halbsatz geht ein anderer handlungsstrang weiter. es gibt so viele kulturelle und popkulturelle referenzen und – nach inzwischen mehr als 40 Jahren – kann man die wirkung des buches kaum übertreiben. ohne es gelesen zu haben, jeder kennt die seltsamen vertrickungen der illuminaten, die bedeutung der 23, die pyramiden und goldenen äpfel. aber es stimmt ja alles, hat sich ja niemand ausgedeacht.

HEIL DISKORDIA!

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Spirou und Fantasio, das habe ich als Kind oft gelesen. Für den aktuellen Band durfte Flix zeichnen und texten und es ist toll geworden. Die beiden Helden verschlägt es nach Ost-Berlin und sie bekommen Ärger mit Stasi & Co. Tolle Details sind zu entdecken, es macht Spaß. Kauft es, verschenkt es – ihr macht dabei nichts falsch.

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dicker comic über kindheit und jugend im ostberlin der untergehenden ddr. der protagonist mirco watzke aus der 5a hat ärger mit älteren, seinen eltern, lehrern und sich selbst. zum üblichen erwachsenwerden kommen zwang und absurditäten des ddr-alltags. schön gezeichnet und spannend zu lesen. am ende des buches wird die mauer geöffnet und es gibt begrüßungsgeld. aber für mirko ist die politik nicht wichtig, er will nur tischtennisspielen. und so wird das private politisch und das politische privat, wie in allen büchern und filmen über dieses kleine absurde land, was es seit mittlerweile fast 30 jahren nicht mehr gibt.

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März 1848 – Barrikaden, Schüsse und Revolution. Die Arbeiter erheben sich gegen Armut, Frühkapitalismus und König. Man will mitbestimmen und sich nicht gnadenlos ausbeuten lassen. König und Militär reagieren nervös und schießen zurück. Der Aufstand endet unglücklich, am Ende haben alle verloren. Es gibt ein bisschen Demokratie, Adel und König revidieren ihre Zugeständnisse.
Die spannenden Ereignisse dieser Tage werden anschaulisch erzählt, eingebettet in die Geschichte einer unglücklichen Romanze und einer (imho) mißglückten Spionage-Nebenhandlung. Der Roman ist sehr gut recherchiert, es entsteht ein plastisches Berlin-Bild.
Trotzdem ist es in unserer Zeit entstanden, wir lesen und rezipieren es vor dem Hintergrund unserer eigenen gesellschaftlichen Grundordnung, sich in damalige Gedanken und Entscheidungen hineinzuversetzen fällt schwer. Aber daran krankt wohl jedes Buch mit historischem Inhalt.

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Computer games are not only pop culture they are parts of our identity. This book is for all who have spend hours of hours in their youth in front of displays. It’s full of citations and allusions from famous and obscure games and movies of the 80ies and early 90ies. The story is set somewhere in near future when virtual reality and real life become one big game. When big companies control your identity and life. When earth is fucked up. And when there is only one chance to change the future to somthing better.

It’s real fun to read. Steven Spielberg is directing the movie adaption currently which will be published next year wikipedia says.

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never read such a detailed nerdy story before. astronaut mark watney is lost on mars and now he has to survive. almost the entire book is written in log entries in offensive language but also with a bunch of technical and nerdy stuff. imagine the process of creating water from a scratch or planting potatoes in a tiny hab on a planet without any track of life or just to set up some communication. once the NASA gets scent of someone is left on mars they concentrate all ressources and energy to save him – this kind of humanity is the real fiction in my guess, some kind of hollywood-esque story telling which is not realistic. but who knows? perhaps in near future we will be more emphatically than today.

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Wunderbares Kinderbuch von dem polnischen Autor Jan Brzechwa (1898-1966). Es handelt von einem abgedrehten Professor, der ein Internat für Jungs leitet. Dabei geht es um einiges skuriler als in Hogwarts zu: Träume werden aufgefangen und als Pillen verabreicht, Essen wird mit Glasscherben und Farbstoffen produziert, Märchenfiguren tauchen auf, ein Auge wird per Ballon zum Mond geschickt. Als dann jedoch eine bösartige mechanische Puppe auftaucht, gerät das Leben in der Akademie durcheinander.

Super zum Vorlesen, auch wenn etwas zu viele Pharmazeutika konsumiert werden. Liest sich stellenweise wie Science Fiction und Technologiekritik, bleibt aber ein märchenhaftes Kinderbuch.

Wurde auch verfilmt: https://www.youtube.com/watch?v=HhoKsPnM2Bc

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boyle hat mal wieder qualität geliefert. es geht um freiheit, wo fängt sie an, wo hört sie auf. eine handvoll figuren hat er erschaffen, die um ihren ganz persönlichen freiheitsbegriff ringen. der ex-soldat, der auch mal töten darf. sein verstörter sohn, der in seiner eigenen welt lebt und eine frau trifft, die sich jenseits des staatlichen freiheitsbegriffs wähnt. eng versponnen und voller details, deprimierend und verstörend.

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das ist mir jetzt ein bisschen peinlich. aber ich habe das gehört. bis zum ende. dafür gibt es eine erklärung: dieses buch ist kein barth/cindy-zeugs, sondern differenzierter und anders scheiße. da erzählt uns möller sein leben nach dem leben als aushilfslehrer. wie er sich und seine familie mit aushilfsjobs über wasser hält. geschichten, die wir so alle selber kennen. die normale berliner biographie eben. wie er dann zu einer stiftung kam und nun gegen religionen predigt. alles sehr löblich und richtig und teilweise auch witzig. zwischendurch beschreibt er sehr deutsche stereotypen (er nennt sie freaks), im urlaub, hinterm lenkrad, überall sind sie, er ist umzingelt. wie eine nie enden wollende martenstein-kolumne eiert er sich durch das buch (übrigens spricht christian ulmen) und kommt nicht zum punkt. es ist ja alles richtig und wichtig, nur fragt man sich beim lesen oder hören, worauf er eigentlich hinaus will.

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unsichtbar_farbig_irisDisclaimer: Das besprochene Buch wurde mir freundlicherweise vom Unsichtbar Verlag zur Verfügung gestellt.


ein buch übers erwachsenwerden in den neunzigern. voll düsterer ansichten und mit ganz wenig perspektive. ein junger mann lebt in den tag hinein, sucht nicht mehr und findet auch nichts. es gibt nur schlechte partys, zuviel alkohol und ab und zu auch mal einen joint. dazwischen ein übler job an der tanke und viel kopfschmerzen. verstörend, dass sich der protagonist hin und wieder grausamen gewaltexzessen hingibt, ohne diese zu hinterfragen. kein geschenk für heranwachsende, es gibt zu viele wahrheiten über das leben jenseits der 20.

eigentlich schon 2002 erschienen, hier aber in einer neueren ausgabe mit vorwort des verlegers.

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Jakob Hein gehört für mich zu Berlin wie Berlin zu Jakob Hein. Wo ich hinkam, war er schon da: Berlin, Prenzlauer Berg, Kaffee Burger. Ich ziehe also meinen Hut vor ihm und bitte auch um Beachtung seiner weiteren Werke.

Das Buch ist mittlerweile fast 13 Jahre alt, da muss man Rücksicht nehmen auf so manchen damals aktuellen Seitenhieb, Gerhard Schröder zum Beispiel kennen ja viele nicht mehr. Und man muss auch verkraften, dass aktuelle Themen nicht behandelt werden, Ansagen zum Fortschritt des BER fehlen zum Beispiel völlig. Ist auch wurscht, es geht ja um Heins Vergangenheit, Kindheit und Jugend in der DDR, genauer: in Berlin, Hauptstadt der DDR. Und da ist so einiges passiert, Hein beschreibt es auf die eigene Hein’sche Art, das kann man gar nicht nachmachen. Kleine alltägliche Beobachtungen werden mit der Lupe und durch Erinnerung verzerrt und zur Groteske. Stasi, FDJ und politische Erziehung werden zu Normalität und Alltag. Was sie ja waren, aber aus heutiger, westlicher politischer Korrektheit ist das natürlich falsch. Was solls, es klingt gut und historischen Faktizismus holt man sich woanders runter. Ich wünschte, andere Autoren würden ähnlich unverkrampft daher geschwommen kommen. Wobei, unverkrampft trifft es nicht ganz – Heins‘ Vortragsstil, sowohl auf Lesebühne als auch im Hörbuch, wirkt doch arg unsicher und schüchtern, ganz im Widerspruch zum Text. Aber vielleicht ist das auch Einbildung und/oder geplant.

In noch weniger Worten – und dazu noch auf so vielen Ebenen töricht – bringt es Kommentator blackcowboy beim Online-Händler auf den Punkt:

„Das ist leider ein primitiver Verschnitt allseits bekannter Veröffentlichungen wie „Generation Golf“ oder ähnlicher Ausgaben. Wobei Generation Golf ja noch annehmbar und amüsant zu lesen ist. Hier aber werden alltägliche Begebenheiten aneinander gereiht. Ein Bezug zur DDR wird nur selten hergestellt, diese Stories hätten auch überall in der BRD geschehen können. Furchtbar, langweilig und leider eine Täuschung des Klappentextes („…einem Jugendlichen im ganz normalen Wahnsinn der letzten DDR-Jahre“). Enttäuschung vermischt mit Wut !“

Wohlan! Für alle anderen, die Florian Silbereisen Illies ebenso verachten wie ich, sei dieses Buch und auch alle anderen von Hein ans Herz gelegt.

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ja, das ist gut. keine sammlung von kurzgeschichten, ein ganzer roman diesmal. mit einem kommisar aus niedersachsen, der in die harte welt des berliner verbrechens versetzt wird und sich erstmal zurecht finden muss. eine rattenplage, ein mysteriöser todesfall, ätzende kollegen und ein alter freund – es ist alles dabei, was einen guten roman ausmacht. gewohnt flüssig erzählt und mit viel witz und charme dekoriert, man sieht evers vor sich, wie er beim schreiben grinst. stellenweise etwas langatmig, aber die geschichte ist zu spannend, um einfach aufzuhören.

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Nach den roten Matrosen von Kordon der dritte Teil der Triologie als Comic, gezeichnet von Christoph Heuer. Wir sind wieder in der Ackerstraße, der Krieg ist fast vorbei und wir erleben die Geschichte von Änne, einer Berliner Göre in den Wirren von 1945. Die Männer kehren heim, haben schreckliches zu berichten, doch auch Berlin und seine Einwohner sind kaputt. Ein wichtiges Buch, grandios gezeichnet.

[xrr rating=6/7]