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dieses buch ist die buchform des blogs wolfgang-herrndorf.de, ich habe es als hörbuch gehört, vorgelesen von august diehl. herrndorf beschreibt das leben mit seinem 2010 diagnostizierten hirntumor. bis zu seinem tod verfasst er tagebucheinträge, die von banal bis literarisch anspruchsvoll reichen und in ihrer gesamtheit einzigartig sind. herrndorf beschreibt das leben in berlin und wir finden ganz viel wieder, die kneipen, die stimmung rund um den rosenthaler. er beschäftigt sich intensiv mit therapien und medikamenten, dass einem schwindelig wird. es geht um überlebenschancen und wahrscheinlichkeiten, chemo und operationen. aber auch banale ereignisse, wie das gemeinsame fußballspiel oder die kneipe. und diese mischung aus alltäglichem und medizinisch anspuchsvollem, gemischt mit ängsten, depression und enthusiasmus macht das buch einzigartig. und beklemmend und traurig. zugegeben, tschick war toll, aber das hier ist viel näher am menschen, viel ehrlicher, offener.

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2013-03-11 18.36.11

die SZ über das buch:

Herrndorf schreibt einen Episoden- und Abenteuerroman, der das vermeintlich bestens bekannte und erschlossene Mitteleuropa südlich von Berlin in ein zauberisches Irgendwo verwandelt. […] Randständig, exzentrisch, traumhaft poetisch, magisch, oft unheimlich, noch öfter sehr komisch ist, was die beiden ausgerissenen Jugendlichen sehen und erleben. […] Herrndorf schafft es mit einer wundervoll austarierten einfachen Sprache, die unaufdringlich auf einen real abgelauschten Jugendjargon anspielt, ihn aber nicht naturalistisch kopiert, seine Welt ins Schräge zu drehen und so jung erscheinen zu lassen wie seine Protagonisten.

die geschichte zwei halbwüchsiger aus dem osten berlins, die in den sommerferien mit einem geklauten lada durch brandenburg irren. zwei, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem bestens zusammen klar kommen. die wilde abenteuer erleben, dass man neidisch werden könnte. am ende landen sie im krankenhaus und vor gericht und die erwachsenenwelt, vor der sie ein paar wochen geflohen sind, hat sie wieder fest im griff. das buch ist gut, nicht moralisierend und nicht erklärend, die sprache schlicht, man will immer nur weiter lesen und erfahren, wie es weiter geht. große erklärungen würden da nur stören.

auch interessant, im FAZ-interview sagt herrndorf:

Im Gegensatz zu meinen Helden bin ich nie in Ostdeutschland gewesen und habe die Reise nur mit Google Maps unternommen. Da kann man von oben nicht sehen, wie hoch die Berge sind. Aber ich war nie ein großer Freund der Recherche. Ich habe versucht, Gegenden zu beschreiben, wie Michael Sowa sie malt: Auf den ersten Blick denkt man, genauso sieht es aus in der Natur! Und wenn man genauer hinschaut, sind es vollkommen durchkonstruierte Sachen, die archetypischen Landschaften wie in idealen Tagträumen.