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boyle hat mal wieder qualität geliefert. es geht um freiheit, wo fängt sie an, wo hört sie auf. eine handvoll figuren hat er erschaffen, die um ihren ganz persönlichen freiheitsbegriff ringen. der ex-soldat, der auch mal töten darf. sein verstörter sohn, der in seiner eigenen welt lebt und eine frau trifft, die sich jenseits des staatlichen freiheitsbegriffs wähnt. eng versponnen und voller details, deprimierend und verstörend.

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beim großen buchhändler beschwert sich ein rezensent:

“Hier wird das Leben eines illegalen mexikanischen Einwanderers mit seiner Frau in den USA dargestellt, was noch halbwegs interessant ist. In Kontrast hierzu wird der Alltag einer amerikanischen Familie gestellt, was stinklangweilig ist, da dieser für uns ganz normal ist und unseren eigenen Tagesablauf darstellen könnte.”

und ja, die beschreibung passt. es geht um kontraste. vor fast 20 jahren erschienen und immer noch aktuell. wie reagieren wir, wenn jene, die wir in der vergangenheit so sorgfältig ausgebeutet und ausgeschlossen haben, plötzlich ihr stück vom kuchen haben wollen. in den USA sind das mexikaner, bei uns die menschen aus den afrikanischen ländern. zugespitzt und pointiert erzählt boyle die geschichte vom weißen naturburschen, dem sein weltbild abhanden kommt, als er einen mexikaner anfährt. vielleicht ist es nicht boyles bestes werk, aber lesen sollte man es schon.

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eine geschichte der unwägbarkeit der argumente. auf der einen seite die wissenschaftler, die die artenvielfalt auf einer insel vor der küste kaliforniens durch eingriffe in die natur bewahren wollen, auf der anderen seite die militanten naturschützer, die das abschlachten von eingeschleppten arten um jeden preis verhindern wollen. dazu die lebensgeschichten der akteure und der inseln. gewohnt großartig miteinander verwoben, nichts anderes sollte man von boyle erwarten. nicht sein bestes buch, aber ein sehr politisches. wobei er zu vermeiden versucht, für eine seite stellung zu beziehen. es ist kompliziert, eine lösung hat er nicht, aber eine tolle geschichte.

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Boris Aljinovic liest eine Novelle von T.C. Boyle – das muss ja spannend werden. Es geht um ein Wolfskind, basierend auf einem wahren Fall, und spielt in Frankreich im beginnenden 19. Jahrhundert. Eine Geschichte, wie man sie schon öfters gehört hat in ihren vielen Varianten. Und doch immer ergriffen ist von der Frage nach Menschlichkeit und Sozialisation. Boyle schreibt im Stile eines Fontane, es weht der Geist der Aufklärung und der Naturwissenschaft, der hehren Erziehungsideale. Linné und Rousseau werden erwähnt. Stellenweise ein bisschen langatmig, aber durchaus höhrenswert, kommt aber nicht an Wassermusik oder Grün ist die Hoffnung ran.

[xrr rating=5/7]