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ob in israel, in kapstadt, auf dem kreuzfahrtschiff oder italien: frau berg ist rumgekommen und erzählt in ihrer lakonischen, detailbesessenen art davon. von damals, als reisen abenteuer war, ohne mobilem internet, man sich mit sich auseinandersetzen musste oder mit den mitreisenden oder gar mit dem urlaubsort. ob es jedoch an den jeweiligen orten besser war damals, darf bezweifelt werden. sicherlich ist die gefühlte bedrohung durch terror größer geworden. aber gerade ihre erzählungen aus lateinamerika sind schon sehr abenteuerlich. da die texte in einem sehr großen zeitraum entstanden sind und hier als zusammenfassung vorliegen, sind sie auch alle verschieden und es ergibt sich kein erzählerischer fluss. trotzdem, als zeitdokument spannend – hinter jedem der texte gibt es ein postscriptum mit aktuellem geschehen. man möchte frau berg in den rollkoffer packen und auf reisen mitnehmen.

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Unglaublich tiefe Story über ein Ehepaar, das sich in langen Jahren auseinander gelebt hat. Es erzählen beide abwechselnd aus ihrer Perspektive, einen Erzähler gibt es keinen. Er ist mittelmäßiger Theaterregisseur, sie ist vor allem seine Frau. Es ist eine langweilige Ehe, die ihr trauriges Final im Ausland findet – man erfährt nicht genau, wo, aber das spielt auch keine Rolle. Seine Inszenierung mit Jugendlichen ist erfolglos, sie langweilt sich und macht eine Urlaubsbekanntschaft. Zurück in der Eigentumswohnung sehnt sie sich nach ihrer Affäre und lädt ihn ein. Es beginnt eine merkwürdige Dreiecksgeschichte, die in der Katastrophe endet, was will man machen.
Gäbe es das Wort „lakonisch“ noch nicht, man müsste es für dieses Buch erfinden. Beide Protagonisten sind nicht in Würde gealtert, sondern trauern permanent ihrer verlorenen Jugend nach, jeder für sich und allein. Da hilft auch der junge Lover nicht. Man könnte jeden dritten Satz in ein Kopfkissen stecken, es sind präzise, klinisch saubere Angriffe auf jede Menschlichkeit und damit menschlicher als so manch‘ aktuelle Roman.

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eine unglückliche frau findet einen mann, wird ein bisschen un-unglücklicher, der mann stirbt. in zwei erzählsträngen erzählte erzählung. düster bis flapsig geschrieben, mit vielen traurigen momenten, trockenem sarkasmus und bitterem humor. ist es ein gemälde über paarbeziehungen, eine gesellschaftskritik, eine erzählung über depressionen? all‘ das und doch lässt es sich nicht kategorisieren. unbedingt mehr von frau berg lesen müssen.