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Nach Das Schlangenmaul mein zweites Buch von Fauser, diesmal gehts um einen abgeranzten Vertreter, der plötzlich eine Menge Kokain hat und es versucht zu verkaufen. Das führt ihn in üble Gegenden von München nach Frankfurt bis Holland. Natürlich fühlt er sich verfolgt und verraten, wird es auch, aber anders als gedacht. Auf niemanden kann er sich verlassen, lässt sich aber trotzdem mit den Falschen ein. Die Story ist linear und man kommt aus dem Kopfschütteln über den Protagonisten Blum nicht heraus. Interessanter sind aber die Dialoge und pessimistischen Weltanschauungen. Es gibt nicht viel Hoffnung in der BRD der achtziger Jahre. Alles ist Sumpf und kaputt, jeder will dich übers Ohr hauen. Die lakonische Erzählweise Fausers kann einen den Tag versauen. Dabei bewegt er sich erzählerisch zwischen Hunter S. Thompson und Don Winslow. Und auch spannend, wie sich die Sprache und auch die Gesellschaft nach mittlerweile fast vierzig Jahren geändert hat. Wie Fauser über Migranten und Ausländer schreibt, würde heutzutage sofort Shitstorms erzeugen, man muss es also als historisches Dokument lesen bzw. hören.

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mehr als ein westberlin-krimi im eso-millieu der 80er. ein politisches buch mit viel exzess und wilder macho-romantik. kann ich gar nicht so gut beschreiben, sollte man gelesen haben.

schon fast 30 jahre alt, aber die beschreibung von berlin passt immer noch. obwohl ich eher selten in der gegend um die potsdamer straße bin: solche abende hatten wir alle schon mal:

“Wir legten bei einem Türken, der die ganze Nacht offen hatte, einen Imbiß ein. Ein enger Schlauch, gerade genug Platz für die Kochherde, den Grill und das Buffet, und ein paar Tische, an denen die Nutten mit ihrem Kebab standen, die Junkies mit ihrem Schokopudding, die Dealer mit ihrem Mokka und die Bullen mit ihrem unangetasteten Bier. Schmutzige gekachelte Wände, Limonadenkisten, Zombies mit leeren Augen und einer Ratte unter der Jacke. Und dazu der aromatische Geruch nach gut gewürzten Suppen, Hammelfett und Raki. Jeden Augenblick konnte der Laden explodieren, aber vorher wurde Kasse gemacht.”